2400462

Technik-Trends 2019: E-Mobilität

25.01.2019 | 08:07 Uhr | Arne Arnold, Sandra Ohse, Verena Ottmann,

Elektromobilität bekommt immer mehr Facetten: Für die Kurzstrecke in der Stadt nehmen Sie den E-Tretroller. Fürs Einparken schrumpfen Sie einfach Ihr E-Auto. Und in der Hamburger Hafencity fahren Sie in einem öffentlichen Bus, der autonom durch den Straßenverkehr steuert.

Der nächste Fortbewegungstrend ist der E-Scooter. Der Tretroller mit Elektromotor wird in diesem Jahr das Erscheinungsbild deutscher Großstädte ergänzen – ähnlich wie bereits in Paris, Moskau oder vielen Städten der USA. Die Unternehmen stehen in den Startlöchern und warten nur noch auf die Verordnung der Bundesregierung zu „Elektrokleinstfahrzeugen“, die den Betrieb erlaubt. Diese Voraussetzung soll schnell im Jahr erfüllt sein. Dann wird es jede Menge Mietangebote zum Ausleihen für Elektro-Tretroller nach dem Vorbild von Fahrrädern oder Autos geben. Soweit bisher bekannt, benötigt jeder Fahrer einen gültigen Führerschein und darf Radwege nutzen, da der E-Scooter eine Höchstgeschwindigkeit von 12 bis zwanzig Kilometer pro Stunde nicht überschreiten darf. Außerdem muss für jeden Elektro-Roller eine Kraftfahrtzeug-Haftpflichtversicherung abgeschlossen sein, bevor er im öffentlichen Raum eingesetzt werden darf.

Lesetipp: Wenn die Maschine entscheidet – zur Ethik selbstfahrender Autos

Wer sich mit dem Elektro-Tretroller nicht so richtig anfreunden kann, sondern doch eher auf ein E-Auto setzt, kann sich auf die Elektro-Offensive von Volkswagen freuen. Der Autobauer hat das Werk in Zwickau für diesen Zweck zum Zentrum auserkoren. Die erste Fertigungslinie soll so umgebaut werden, dass ab November 2019 die ersten Modelle des Kompaktwagens der I.D.-Familie vom Band laufen können. Der Volkswagen I.D. ist Teil des MEB – des Modularen E-Antrieb-Baukastens, soll eine Reichweite von 600 Kilometern mitbringen und ab 2020 erhältlich sein.

Als Kompromiss zwischen elektrisch betriebenem Roller und Auto kann der City Transformer dienen. Das E-Auto ist faltbar und soll so das Parkplatzproblem in Großstädten lösen. Im Betrieb auf der Straße hat das Fahrzeug des gleichnamigen israelischen Startups eine Breite von 1,44 Metern, und eingeklappt schrumpft es auf einen Meter. Damit soll sich der Zweisitzer auf einem Motorradparkplatz unterbringen lassen. Den Umbau übernimmt der Unterbau, der sich auf Knopfdruck ein- und ausfahren lässt. Der City Transformer erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 90 Kilometern pro Stunde, hat eine Batteriereichweite von hundert bis 150 Kilometern und soll Ende 2019 ausgeliefert werden. Derzeit lässt er sich für rund 10 000 Dollar vorbestellen. Der Preis dient als Richtwert, denn Steuern und Batterie-Leasing für das Fahrzeug sind nicht enthalten. Der City Transformer ist mit semiautonomen Systemen ausgestattet und soll sich ideal als Car- Sharing-Fahrzeug eignen.

Tipp: Die besten Ok-Google-Sprachbefehle fürs Auto

Das Projekt Heat der Hamburg Hochbahn erforscht autonomes Fahren in der Hafencity.
Vergrößern Das Projekt Heat der Hamburg Hochbahn erforscht autonomes Fahren in der Hafencity.
© Hamburg Hochbahn

Wenn Sie gar nicht selbst fahren, sondern sich vielmehr elektrisch und zugleich autonom kutschieren lassen wollen, haben Sie in Deutschland bereits einige Möglichkeiten. Denn autonome Busse im öffentlichen Bereich fahren schon in Bad Birnbach und auf Sylt – allerdings auf eng begrenzten Strecken. Fahrten im normalen Straßenverkehr nimmt sich dagegen das Projekt Heat vor - Hamburg Electric Autonomous Transportation : Es testet autonome Kleinbusse in der Hamburger Hafencity unter Realbedingungen. Heat dient als bisher einmaliges Forschungs- und Entwicklungsprojekt der Hamburg Hochbahn und Partnern aus Forschung und Industrie wie etwa Siemens. Ziel ist es, in einem Testzeitraum von vier Jahren zu zeigen, dass sich vollautomatisierte Elektrokleinbusse sicher im städtischen Straßenverkehr einsetzen lassen. Der Probebetrieb ist in drei Umsetzungsstufen gegliedert, die steigende Anforderungen an Strecke, Fahrzeug und Sicherheit stellen. Anfangs wird es einen Hochbahn-Mitarbeiter in jedem Fahrzeug geben, der im Notfall eingreifen kann. In der Endphase sollen die Busse komplett autonom unterwegs sein. Interessierte können sich unter der E-Mail-Adresse heat@hochbahn.de anmelden. Sie werden vor der Fahrt in die Besonderheiten des Fahrzeugs eingeführt.

Keine Klimaanlage, keine bequemen Sitze, kein Benzin: Nur mit der Kraft der Sonne fährt das Solar-Auto Stella Vie durch die australische Wüste und gewinnt die World Solar Challenge. Siemens und NXP stellten das Auto in München vor. Diese Gelegenheit haben wir genutzt, um den Elektro-Flitzer mal genauer unter die Lupe zu nehmen.


PC-WELT Marktplatz

2400462