2403214

Tchibo Mobil Roaming: Kostenfalle USA vermeiden

27.02.2019 | 14:34 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Sie nutzen Tchibo Mobil auf Ihrem Smartphone und planen eine USA-Reise? Dann sollten Sie aufpassen. Denn wenn Sie Tchibo Mobil in den USA zum Roaming verwenden, kann Sie das viel Geld kosten.

Mobilfunktarife von Discountern und anderen Nicht-Mobilfunk-Unternehmen sind beliebt: Sie sind meist deutlich günstiger als die Mobilfunktarife von Deutsche Telekom, Vodafone oder auch O2. Doch bei einer Reise außerhalb der EU heißt es aufpassen: Dann werden die günstigen Mobilfunktarife schnell irre teuer. Wir zeigen das am Beispiel Tchibo Mobil.

Tchibo Mobil bietet derzeit vier Smartphone-Tarife zwischen 7,99 Euro (500 MB monatliches Datenvolumen und Telefonie- sowie SMS-Flatrate) und 19,99 Euro (4 GB monatliches Datenvolumen und Telefonie- sowie SMS-Flatrate) an, die alle das Mobilfunknetz von Telefonica Deutschland/O2 nutzen. Diese Tarife sind zwar mit Einschränkungen verbunden wie beispielsweise das auf maximal 21,6 Mbit/s reduzierte LTE-Tempo oder die generell etwas schlechtere Empfangsqualität des O2-Netzes im Vergleich zu Deutscher Telekom und Vodafone. Doch vom Preis-Leistungsverhältnis ist Tchibo Mobil durchaus ein attraktives Angebot für Smartphone-Besitzer.

Problem

Wenn Sie Tchibo Mobil aber außerhalb der EU, beispielsweise in den Vereinigten Staaten von Amerika ( Ländergruppe 3 ) nutzen wollen, haben Sie ein Problem: Denn Tchibo Mobil bietet für die USA kein US-Surf- und/oder -Telefonie-Paket an. Das bestätigte uns der Support von Tchibo Mobil auf Nachfrage. Stattdessen rechnet Tchibo Mobil zu Minuten- und vor allem zu Megabyte-Preisen ab, die einen unaufmerksamen Tchibo-Mobil-Kunden teuer zu stehen kommen können. Die Grafik zu dieser Meldung ist ein Screenshot der Begrüßungs-SMS, die Tchibo-Mobilkunden nach dem ersten Einbuchen in ein US-Mobilfunknetz erhalten. Sie zeigt die horrenden Preise, die Tchibo in seinen AGB allerdings auch offen kommuniziert.

Vor allem das Surfen mit Tchibo Mobil in den USA ist unfassbar teuer. 12 Euro für ein einziges Megabyte! 100 Megabyte Datenvolumen sind bereits mit einigen Bildern oder ein paar kurzen Videoclips schnell zusammen – das waren dann schon 1200 Euro! Wer gar intensiv Youtube schaut, beispielsweise um sich das Warten in einem Lokal, am Flughafen oder auf ein Taxi zu überbrücken, der würde für das Surfen schnell mehr als für den Flug in die USA und die dortige Übernachtung bezahlen.

Kostengrenze: Haus und Hof verlieren Sie mit dem Surfen in den USA aber nicht automatisch. Denn sobald sich die Mobilfunk-Daten-Kosten auf 59,50 Euro belaufen, kappt Tchibo Mobil die Verbindung. Der Kunde erhält zudem eine SMS, die ihn auf das Erreichen dieser Kostengrenze hinweist. Er muss danach den Mobilfunkzugang in seinem Kundenportal wieder für die USA explizit freischalten, um weiter surfen zu können. Danach gibt es aber keine Kostenbremse mehr.

Diese Deckelung bei 59,50 Euro gilt nur für die Datennutzung, nicht aber für Kosten, die durch SMS und Telefonie verursacht werden. Diese werden normal weiter berechnet ohne einen automatischen Stopp. 

Lösung

Sie sollten deshalb als Tchibo-Mobil-Kunde vor Eintreffen in den USA in den Einstellungen Ihres Smartphones unbedingt die „Mobilen Daten“ abschalten. Und nur noch in WLAN-Netzwerken surfen.

Wollen Sie in den USA unterwegs aber telefonisch erreichbar bleiben oder gelegentlich den Browser auch außerhalb von WLAN-Netzwerken verwenden und unterwegs Ihre Mails checken und Nachrichten verschicken wollen, so empfiehlt es sich, vor Reiseantritt eine SIM-Karte speziell für die USA zu erwerben. Zum Beispiel über Simly. Alternativ können Sie auch vor Ort in den USA eine SIM-Karte kaufen. Denken Sie aber daran, dass Ihr Smartphone dafür SIM-Lock-frei sein muss.

Für Kunden von Deutscher Telekom oder Vodafone gibt es eine andere Möglichkeit. Die Deutsche Telekom bietet zum Beispiel Travel-und-Surf-Pässe als Ergänzung für ihre Mobilfunkverträge an. Ein Wochenpass mit 300 MB Surfvolumen für sieben Tage kostet 14,95 Euro. Das ist zwar immer noch ziemlich teuer, aber immerhin haben Sie dabei volle Kostenkontrolle und eine Obergrenze. Ähnlich verhält es sich bei Vodafone: Dort kostet eine „ EasyTravel Woche “ als Ergänzung für einen bestehenden Red-  oder Young-Vertrag 19,99 Euro pro Woche.

Tipp: Tarife vergleichen mit dem PC-Welt Tarif-Rechner

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2403214