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Taycan: Gratis-Strom für deutsche Porsche-Fahrer? Noch ungeklärt!

30.01.2019 | 09:45 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Wer sich in den USA den Super-Elektro-Sportwagen Taycan für rund 100.000 Euro kauft, dem schenkt Porsche den Ladestrom für drei Jahre! Update: Die Lage in Deutschland.

Update 30.1.: Gratis-Strom auch für deutsche Porsche Kunden – noch nicht geklärt

Wir haben Porsche gefragt, ob es auch für Taycan-Käufer aus Deutschland kostenlose Lade-Möglichkeiten geben wird. Die Pressestelle von Porsche antwortete uns folgendermaßen: „In Deutschland beteiligt sich Porsche mit anderen OEMS am Aufbau einer öffentlichen Schnellladeinfrastruktur in Europa im Rahmen des Joint-Ventures Ionity, das ein Netz von High-Power-Charging-(HPC-) Ladestationen entlang der europäischen Hauptverkehrsachsen aufbaut und betreibt. Ein Angebot zur Abdeckung von Ladekosten über den Fahrzeugpreis des Taycan, etwa mit Ionity, ist derzeit in Europa oder Deutschland noch nicht entschieden.“

In den USA stellt sich die Situation grundlegende anders dar: „Das Angebot zur dreijährigen Nutzung von Electrify America ist im Preis des Taycan für amerikanische Kunden inkludiert. Es gründet auf einem Vertrag der Porsche-Tochtergesellschaft Porsche Cars North America mit dem US-Unternehmen Electrify America, dessen Ziel der Aufbau eines Ladesäulennetzwerkes in den USA ist.“ Update Ende

Wer sich in den USA den elektrischen Supersportwagen Porsche Taycan kauft, kann diesen drei Jahre lang kostenlos mit Strom aufladen. Das Gratis-Strom-Tanken für den Porsche Taycan ist an mehreren Hundert Ladestationen von Electrify America möglich, die in den nächsten Monaten quer über die Vereinigten Staaten aufgestellt werden. Das teilte Porsche USA jetzt mit. Wobei jeder einzelne Ladevorgang auf 30 Minuten begrenzt ist. Speziell an Schnellladestationen sind 30 Minuten aber mehr als ausreichend, um dem Taycan ausreichend Reichweite zu verschaffen.

Da Porsche den Taycan ohnehin erst ab 2020 ausliefert, bleibt also noch genügend Zeit, um ein einigermaßen dichtes Netz von Ladestationen zu errichten. Electrify America wird vor allem durch die Strafzahlungen finanziert, die Volkswagen wegen des Dieselskandals in den USA zahlen musste.

In vielen Fällen soll es sich bei den Ladestationen von Electrify America um DC-Schnellladestationen handeln (DC: Direct Current, Gleichstrom). Mit einer derartigen 350-kW-DC-Schnellladesäule soll die 800-Volt-Batterie des Taycan in fünf Minuten für rund 96 Kilometer Reichweite aufgeladen werden. An jeder Ladestation sollen sich zwischen 5 und 10 Elektro-Autos gleichzeitig aufladen lassen.

Bis 1. Juli 2019 sollen 484 Ladestationen betriebsbereit sind, davon über 300 entlang der Highways (von denen mindestens zwei das Laden mit 350 kW ermöglichen, die übrigen laden mit bis zu 150 kW auf). Der durchschnittliche Abstand zwischen zwei Ladestationen entlang der Highways soll rund 113 Kilometer betragen und höchstens 193 Kilometer.

Zum Vergleich: Ein Tesla-Supercharger lädt derzeit mit maximal 145 kW. Allerdings hat Tesla bereits angekündigt, dass es die Ladeleistung im Jahr 2019 auf 250 kW erhöhen will. Tesla bietet bereits 1422 Supercharger-Stationen mit 12.011 Lademöglichkeiten an.

Zusätzlich zu den Ladesäulen von Electrify America lässt Porsche auch alle seine 191 US-Niederlassungen und -Händler mit Ladestationen ausrüsten. Und natürlich verkauft Porsche auch Ladestationen für das Zuhause der Porsche-Besitzer.

Der Gratis-Strom für Taycan-Fahrer entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Um sich einen Porsche Taycan kaufen zu können, muss man ziemlich reich sein. In den USA kostet der Taycan ab 90.000 US-Dollar aufwärts, also umgerechnet rund 78.720 Euro. Die Preise für das Topmodell Taycan Turbo beginnen sogar erst bei 130.000 Dollar (rund 114.000 Euro). Gegen eine Anzahlung von 2500 Dollar können sich interessierte Kunden auf die Warteliste setzen lassen.

Doch gerade Auto-Enthusiasten, die rund 100.000 Euro für ein Auto hinblättern können, sollten eigentlich auch in der Lage sein, den Strom für ihren superteuren Elektro-Flitzer aus eigener Tasche zu bezahlen. Andererseits hat Tesla genau diesen Widerspruch überhaupt erst erfunden: Viele Jahre lang bekamen die Käufer eines Tesla Model S den Strom an den Tesla-Ladesäulen umsonst. Insofern ahmt Porsche hier also nur das große Vorbild in Sachen Elektro-Sport-Limousine nach…

Und was ist mit Porsche-Taycan-Fahrern in Deutschland? Porsche hat sich dazu nicht geäußert, ob und wie es auch hierzulande das Gratis-Laden seines Super-E-Sportwagens ermöglichen wird.

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