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Systemanalyse mit Systemd: Bootzeit ermitteln

22.01.2019 | 15:06 Uhr | David Wolski

Der mittlerweile in allen gängigen Linux-Distributionen vorhandene Init-Dienst Systemd ist deutlich komplexer als das ältere System-V-Inits-System und wird dafür weiterhin kritisiert.

Dafür bietet Systemd aber eine Reihe nützlicher Tools, um den Bootvorgang zu analysieren. Systemd gibt recht komfortabel Auskunft darüber, wie lange der Bootvorgang vom Einschalten des Linux-Systems bis zur Anmeldung dauert. Nach dem Befehl

systemd-analyze  

zeigt der Init-Dienst die Startzeit in Sekunden am Ende der ausgegebenen Zeile an und schlüsselt diese in ihre Bestandteile auf: Die Angabe vor „kernel“ (in Klammern) gibt die Ladezeit der systemnahen Komponenten an und „userspace“ die der Benutzerumgebung.

Siehe auch: Linux-Systemstart beschleunigen

Ist das Linux-System unter Uefi installiert, zeigt das Analysetool auch an, wie viele Sekunden das Laden der Firmware, des Bootloaders und der initialen Ramdisk (initrd) dauerte. Noch genauer listet das Kommando

systemd-analyze blame 

den Startvorgang auf. Es erstellt eine Liste der gestarteten Systemd-Dienste nach ihrer Startzeit absteigend sortiert. Nützlich ist diese Funktion, um Verzögerungen beim Start eines Desktopsystems auf den Grund zu gehen. Der häufige Check von Datenträgern durch den Dienst „systemd-fsck“ oder fehlgeschlagene mount-Aktionen für Laufwerke in der Konfigurationsdatei „/etc/fstab“ sind typische Bremsklötze. Eine visuelle Darstellung des Bootvorgangs liefert dieses Kommando:

systemd-analyze plot > boot.svg  

Hier entsteht ein Diagramm im SVG-Format, welches beispielsweise die Programme Libre Office Draw, Inkscape und Gimp öffnen können.

Die X-Achse des Diagramms zeigt die Bootzeit in Sekunden an, während die die Y-Achse chronologisch alle per Systemd gestarteten Dienste und Aktionen mit ihrer jeweiligen Dauer aufzeichnet.

Die meisten davon werden parallel aktiviert und bremsen sich nicht gegenseitig aus. Die eigentliche Startzeit eines Dienstes ist hier mit kräftigen Rot hinterlegt.

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