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Suunto 9 Baro – Der Dauerläufer unter den Sportuhren

10.12.2018 | 08:36 Uhr |

Für Profis konzipiert, aber auch von Freizeitsportlern gut nutzbar: Die Sportuhr Suunto 9 stellt sich dem Test.

Die offizielle Aussage zur neuen Suunto 9  kann einen Freizeitsport durchaus einschüchtern: „Die Suunto 9 wurde für die Ansprüche von Profisportlern konzipiert und gebaut.“ Doch was bietet die neue Suunto 9 wirklich und kommen auch Freizeitsportler damit zurecht?

1. Für alle Lebenslagen gerüstet
2. Die Funktionsfülle im Griff
3. Anpassen der Sportarten
4. Das Energiemanagement
5. Die neue Suunto-App
6. Fazit

Bereit für mehr als 80 Sportarten, das ist schon eine Ansage und das hat uns bereits bei der Spartan Ultra des gleichen Herstellers begeistert . Man findet also Unterstützung nicht nur beim Laufen, Radfahren und Schwimmen, sondern auch für Zirkeltraining, Nordic Walking oder Yoga.

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Suunto 9: Für alle Lebenslagen gerüstet

Daneben glänzt die Suunto 9 mit einem ausgeklügelten Energiemanagement, das im Trainingsmodus eine Aufzeichnung bis 120 Stunden ermöglichen soll. Im Uhrenmodus sind es rund 14 Tage.

Die Suunto 9 ist mit ihrem sehr robusten Gehäuse und dem kratzfesten Display perfekt für Outdoor-Aktivitäten gerüstet.
Vergrößern Die Suunto 9 ist mit ihrem sehr robusten Gehäuse und dem kratzfesten Display perfekt für Outdoor-Aktivitäten gerüstet.
© Suunto

Natürlich ist GPS für die Aufzeichnung und Navigation mit an Bord und wasserdicht bis 100 Meter Tiefe ist die Uhr auch. Dazu kommen noch ein Barometer und einige Wetterfunktionen. Wer das Barometer nicht benötigt, kann auch eine Version ohne Höhenmesser bekommen. Nicht vergessen sollte man den integrierten Herzfrequenzmesser, der optional mit einem Brustgurt ergänzt werden kann. Apropos optional, als Zubehör gibt es auch einen Bike-Sensor, der Trittfrequenz, Geschwindigkeit und Distanz misst.

Für einen Freizeitsportler sind vielleicht nicht alle Funktionen wirklich wichtig, dass die Suunto 9 aber ein sehr robustes Gehäuse mit einem kratzfesten Display mitbringt, ist schon sehr beruhigend. Und ein Punkt, der auch für Bergwanderer und Outdoor-Fotografen von Bedeutung ist.

Während der Trainingsaufzeichnung zeigt die Suunto 9 eine auf die Sportart angepasste Anzeige. Die Anzeige lässt sich auch in der App anpassen.
Vergrößern Während der Trainingsaufzeichnung zeigt die Suunto 9 eine auf die Sportart angepasste Anzeige. Die Anzeige lässt sich auch in der App anpassen.
© Thomas Bergbold

Die Suunto 9 begleitet seinen Träger ja nicht nur beim Training. Die Uhr sieht zwar sportlich aus, macht aber auch in Verbindung mit einem Anzug eine gute Figur. Daher kann man sie den ganzen Tag tragen. Acht verschiedene Ziffernblätter, die man auch noch in neun verschiedenen Farben anzeigen lassen kann, geben einem die Möglichkeit, die Anzeige auf die eigenen Vorlieben anzupassen. Da ist von klassisch bis sportlich vieles dabei. Natürlich reicht das nicht aus, über die Bluetooth-Verbindung zum iPhone zeigt die Uhr auch alle Meldungen an und wird dadurch zur Smartwatch.

Die Funktionsfülle im Griff

Ein wichtiger Punkt ist die Bedienung, erst recht bei einer Uhr, die mit begrenzten Abmessungen auskommen muss. Bei der Suunto 9 reichen drei Tasten für die Navigation in den Menüs aus. Die obere Taste navigiert nach oben und die untere Taste nach unten. Die mittlere Taste ist für die Menübestätigung. Durch die großen Symbole ist die Bedienung auch ohne eine Lesebrille kein Problem. Alternativ geht auch Wischen und Tippen, da das Display ein Touchscreen ist.

 

Klasse ist die Verknüpfung der Navigation mit einem Training. So kann man sich beim Training durch unbekanntes Gelände navigieren lassen. Was allerdings fehlt ist ein Alarm bei einem anstehenden Richtungswechsel.
Vergrößern Klasse ist die Verknüpfung der Navigation mit einem Training. So kann man sich beim Training durch unbekanntes Gelände navigieren lassen. Was allerdings fehlt ist ein Alarm bei einem anstehenden Richtungswechsel.
© Thomas Bergbold

In der Praxis sieht das bei einer Trainingsaufzeichnung so aus: Man drückt die obere Taste um zum Menüpunkt "Training" zu kommen und mit der mittleren Taste wechseln wir in das Menü Training. Jetzt kann man mit Hilfe der oberen und unteren Taste durch das Menü scrollen und die passende Sportart wird mit der mittleren Taste bestätigt. Möchte man direkt mit der Aufzeichnung beginnen, bestätigt man „Start“, wieder mit der mittleren Taste. Den Dreh hat man nach kurzer Zeit raus.

Bevor man das Training aufzeichnet, kann man aber auch noch Optionen verändern. Damit diese Einstellungen nicht von der großen Anzeige ablenken, ist am unteren Displayrand ein kleiner Hinweis mit einem Pfeil nach unten zu sehen. Also drückt man die untere Taste und kann zum Beispiel eine Route für das Training auswählen, den Herzfrequenzmesser ausschalten oder den Batteriemodus ändern.

Anpassen der Sportarten

Die riesige Anzahl von mehr als 80 Sportarten lässt die Bedienung mitunter umständlich werden. Praktisch ist daher, dass die Uhr eine Kurzliste anzeigt. Fehlt hier eine Sportart, so kann man diese leicht aus den Tiefen des Systems in die Kurzliste hieven.

Damit ist man aber noch nicht am Ende, der Clou sind die eigenen Sportarten, die man auf Basis vorhandener Sportarten erstellen kann. Zum Beispiel können sich Langstrecken-Wanderer auf Basis der Wandereinstellungen eine eigene Konfiguration mit einer anderen Display-Anzeige und angepassten Energiespareinstellungen erstellen.

Vor dem Start der Navigation bekommt man einen Überblick über die Route.
Vergrößern Vor dem Start der Navigation bekommt man einen Überblick über die Route.
© Thomas Bergbold

Bei der Display-Anzeige geht Suunto so weit, dass sich hier nicht nur die Anordnung wählen lässt, sondern auch was angezeigt werden soll. Zum Beispiel die Geschwindigkeit, die Herzfrequenz, die Distanz und die Dauer als Werte oder ob man lieber eine Grafik möchte.

Bei so viel Konfigurierbarkeit ist man froh, dass man das nicht an der Uhr machen muss, sondern über die Suunto App auf dem iPhone.

Das Energiemanagement

Eine tolle Sache sind die Energiesparmöglichkeiten der neuen Suunto 9. Dabei ist es nicht das besondere, dass es sie gibt, sondern wie einfach sie umgesetzt sind. Energiesparfunktionen gibt es bei vielen Uhren, nur muss man hierzu meist viele verschiedene Einstellungen ändern. Bei der neuen 9er ist es ein Schalter, der auf einen Schlag die komplette Uhr auf Sparsamkeit setzt und damit unter anderen GPS und Bluetooth deaktiviert. Der Erfolg der Maßnahme ist eine Laufzeit von mehr als zwei Wochen bei uns im Test und damit eine Verdoppelung gegenüber dem Smartwatch-Modus.

Aber Achtung, als Standardeinstellung taugt das leider nicht. Legt man nämlich beim Training Wert auf die GPS Aufzeichnung, so muss man vorher Energiesparen ausschalten, sonst wird beim Training keine Route aufgezeichnet. Vielleicht ändert das Suunto in einem der nächsten Updates.

Zu dem tollen Energiemanagement gehört aber auch noch die Anzeige, wie lange der Akku noch durchhält. Zum Beispiel im Trainingsmodus. Kurz bevor ich ein Training starte, zeigt das Display am oberen Rand die geschätzte Dauer, die das Training aufgezeichnet werden kann. Ist einem das zu wenig, kann man es hier direkt in drei Stufen verlängern. Möchte man generell wissen, wie es um den Akku bestellt ist, genügt ein Druck auf die mittlere Taste und das Display zeigt neben dem Datum auch den Akkustand in Prozent an.

Ausdauernd ist die Suunto 9 aber nicht nur als normale Uhr oder Smartwatch, sondern auch beim Training. Je nach Einstellungen in der Sportart sind Aufzeichnung von 25, 50 bis hin zu 120 Stunden mit GPS möglich. Ist der Akku dann mal leer, liegt der Suunto 9 ein USB-Ladekabel bei. Das Schöne an der Konstruktion ist die Fixierung mit einem Magneten an der Unterseite der Uhr. Eine sehr einfache und zuverlässige Methode, die wir schon von der Spartan Ultra her kennen – und natürlich von der Apple Watch.

Die neue Suunto App

Mit der Einführung der neuen Uhrengeneration hat Suunto auch eine neue App eingeführt. Die Suunto App löst die alte Movescount App ab und zeichnet sich durch eine sehr übersichtliche Benutzerführung aus.

Die neue Suunto App bietet eine einfache Möglichkeit Routen für den Sport zu planen. Nach dem nächsten Synchronisieren landen die Routen automatisch auf der Uhr und können dort für die Navigation genutzt werden.
Vergrößern Die neue Suunto App bietet eine einfache Möglichkeit Routen für den Sport zu planen. Nach dem nächsten Synchronisieren landen die Routen automatisch auf der Uhr und können dort für die Navigation genutzt werden.

Fünf Menüpunkte sind Dank eigener Buttons eindeutig gekennzeichnet. Die Menüpunkte sind: „Feed“ für eine Übersicht der letzten Aktivitäten, „Tagebuch“ für den Zugriff auf alle Trainingsergebnisse, „Rangliste“ zum Vergleichen der Trainings mit Freunden, „Karte“ für die Routenplanung und das „Profil“ für die Einstellungen.

Möchten man sich Details zu einem aufgezeichneten Training ansehen, so tippt man einfach die entsprechende Aufzeichnung im „Feed“ oder dem „Tagebuch“ an. Die Darstellung ist sehr gut an das iPhone-Display angepasst und zeigt unter anderem die Karte zur Route, den Verlauf der Herzfrequenz und der Geschwindigkeit an. Das Ganze kann auch auf einer interaktiven Karte angezeigt werden, was die Analyse vereinfacht. So betätigt man einen Schieber und bekommt zu jeder Position das Tempo, die Herzfrequenz und die Höhe angezeigt. Das ist sehr schön gelöst.

Die Anzeige der aufgezeichneten Daten der Trainings ist sehr schön übersichtlich gelöst. Praktisch für die Auswertung ist die Verknüpfung mit der Karte, so kann man auf der Karte beispielsweise sehen wann die Herzfrequenz angestiegen ist.
Vergrößern Die Anzeige der aufgezeichneten Daten der Trainings ist sehr schön übersichtlich gelöst. Praktisch für die Auswertung ist die Verknüpfung mit der Karte, so kann man auf der Karte beispielsweise sehen wann die Herzfrequenz angestiegen ist.

Der Menüpunkt „Karten“ ist für die Routenplanung gedacht. Routen kann man sowohl für die reine Navigation, als auch für die Navigation während einem Training einsetzen. Letzteres ist besonders praktisch in Gebieten, die man noch nicht kennt, etwa beim Wandern.

Das Kartenmodul ist sehr einfach gehalten, neben verschiedenen Kartenstilen kann nur die aktuelle Position angegeben werden. Eine Route wird durch Tippen auf die eingeblendete Karte erstellt. Für die so erstellte Route wird direkt die Distanz, die Steigung und die Geschwindigkeit abhängig zum Fortbewegungsmittel ermittelt. Erstellte Routen werden übersichtlich in einer Liste dargestellt.

Klasse sind die anpassbaren Sportarten, also Sportarten mit eigenen Einstellungen und frei konfigurierbarer Displayanzeige.
Vergrößern Klasse sind die anpassbaren Sportarten, also Sportarten mit eigenen Einstellungen und frei konfigurierbarer Displayanzeige.

Das Routen-Modul ist derzeit noch sehr rudimentär. So fehlen Import- und Export-Funktionen, ebenso wie eine Suchfunktion nach POIs und Routenvorschläge von anderen Nutzern. Alles Funktionen, die man von movescount.com her für die älteren Uhren kannte. Man kann also davon ausgehen, dass es irgendwann wiederkommen wird. Die Entwicklung der neuen Suunto App ist sicher noch nicht zu Ende. Ausführliche Hilfen stehen zur Verfügung, nur sind diese in Englisch, die App allerdings ist in Deutsch.

Fazit

Der Funktionsumfang der Suunto 9 begeistert. Das Schöne daran: Die Uhr bleibt trotzdem bedienbar. Man kann die viele speziellen Einstellungen für Sportarten nutzen, muss es aber nicht. Und das Beste daran, sie stören auch nicht durch überfüllte Menüs den Umgang mit der Uhr. Man kann sie auch einfach nur als Uhr einsetzen und freut sich über eine lange Batterielaufzeit und dass sie den faulen Büromenschen daran erinnert, zu wenig gelaufen zu sein.

Als Freizeitsportler habe ich mich darüber gefreut, dass auch exotischere Sportarten zur Auswahl stehen und man die Auswahlliste auf Favoriten beschränken kann. So muss man nicht nur eine Unmenge an Sportarten scrollen. Das vereinfacht den Umgang mit der Uhr ungemein. Als Outdoor-Mensch ist natürlich die Robustheit ein wichtiges Kriterium, gerade bei einer teuren Uhr. Ob beim Motorsport im Gelände oder auf Fototour durch Nordamerika, hier gab es nichts zu meckern.

An einer Sache gibt es aber dann doch zu bemängeln. Die neue Suunto App für die Synchronisierung läuft noch nicht ganz rund. Zwar ist die deutsche App etwas übersichtlicher als die alte Movescount App, nur gibt es noch keine Onlineplattform, über die man Routen importieren und exportieren kann. Hier hilft aktuell nur der Umweg über das parallele Synchronisieren mit Suuntolink auf dem Mac und movescount.com. Da es aber in den letzten Wochen seit der Einführung im Sommer große Fortschritte gab, kann man hier auf Besserung hoffen. Bis dahin ist und bleibt die Suunto 9 eine tolle Sportuhr vom Einsteiger bis zum Leistungssportler.

Suunto 9

Hersteller:

Suunto

Preis:

499,- Euro, mit Barometer 599,- Euro, Herzfrequenzgurt 50,- Euro Aufpreis

Vorteile:

sehr lange Laufzeit, sehr gute Bedienung und Übersicht, viele Sportarten, konfigurierbare Sportarten, robustes Gehäuse

Nachteile:

Suunto App hat noch nicht den vollen Leistungsumfang von movescount.com bei der Routenplanung

Alternativen:

Suunto Spartan Ultra , Garmin Fenix 5

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