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Test: Microsoft Surface Go

19.09.2018 | 16:45 Uhr |

Das Surface Go ist das günstigste und leichteste Surface bislang - aber auch besser als das iPad? Der Test verrät es Ihnen.

Das neue Surface gibt Rätsel auf: Das 10-Zoll-Tablet mit Windows 10 will eine Alternative zum Apple iPad sein, ist aber deutlich teurer und schwerer. Das Surface Go liefert aber zahlreiche Gründe, warum es vor allem als Tablet für Schule, Studium und Beruf Vorteile gegenüber dem Apple-Konkurrenten hat.

TEST-FAZIT: Microsoft Surface Go

Testergebnis (Noten)

Microsoft Surface Go

Testnote

Gut ( 2,35 )

Preis-Leistung

preiswert

Bedienung und Geschwindigkeit(30 %)

1,75

Mobilität (25 %)

2,81

Bildschirm (22 %)

2,40

Ausstattung (20 %)

2,49

Service (3 %)

3,21

Als Tablet kann das Surface Go das iPad nicht überflügeln, das überraschenderweise für ein Apple-Produkt auch beim Preis-Leistungs-Verhältnis vorne liegt. Das Go wird aber mit der Tastatur zum besseren Arbeitsgerät für den produktiven Einsatz an wechselnden Orten wie Schule, Universität, Büro und zu Hause. Zwar gibt es dafür auch deutlich günstigere Alternativen, doch das Go ist hochwertiger und leistungsfähiger als ein 2in1-Gerät mit Atom-CPU.

Pro

+ hohe Rechenleistung

+ hohe Displayhelligkeit

+ flexibel erweiterbar

Contra

- mittelmäßige Akkulaufzeit beim WLAN-Surfen

- nicht besonders leicht

Da ist zum Beispiel der stufenlos verstellbare Standfuß, der sich hinten aus dem Gehäuse klappen lässt. So können Sie das Microsoft-Tablet jederzeit in einem passenden Winkel platzieren - sei es zum Schreiben oder Filme schauen. In Kombination mit dem Signature Type Cover wird aus dem Surface Go damit ein Produktiv-Gerät, das sich flexibler positionieren lässt - zum Beispiel auf den Oberschenkeln - als ein iPad plus Tastatur.

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Das Go kommt mit Windows 10 S

Außerdem läuft auf dem Go natürlich Windows 10 - im Auslieferungszustand allerdings im eingeschränkten S-Modus, der nur die Installation von Apps aus dem Microsoft Store erlaubt. Sie können aber einmalig kostenlos zu Windows 10 Home wechseln und dann wie gewohnt jede Windows-Software einspielen. Der Weg zurück zum S-Modus ist dann aber nicht mehr möglich.

Der S-Modus soll das Go vor allem im Schuleinsatz sicherer und leichter verwaltbar machen. Die Store-Vorgabe bindet es aber sehr stark an Microsoft-Apps - zum Beispiel lässt sich kein anderer Browser außer Edge und keine Suchmaschine außer Bing verwenden. Firefox gibt es zwar als Windows-App von einem Entwickler, aber nicht offiziell von Mozilla, Chrome steht als App gar nicht zur Verfügung. Im S-Modus können Sie überdies als Virenschutz nur die Windows Defender Security Suite verwenden.

Mit eingebautem Standfuß und zusätzlicher Tastatur wird das Surface Go zum Arbeitsgerät für unterwegs.
Vergrößern Mit eingebautem Standfuß und zusätzlicher Tastatur wird das Surface Go zum Arbeitsgerät für unterwegs.
© Microsoft

Anschlüsse: Das Go ist fast ein Notebook

Das Surface Go lässt sich außerdem flexibler erweitern als ein iPad: Zusätzlichen Speicher ergänzen Sie per Micro-SD-Karte. Der Kartenleser ist intern per PCI-Express angeschlossen und bremst damit auch schnelle Speicherkarten nicht aus. Mit dem Typ-C-Anschluss lassen sich über ein Adapterkabel externe Speicher mit USB-3.0-Tempo verbinden. Außerdem gibt die Buchse Videosignale aus: Per HDMI-Adapter schließen Sie so einen großen zweiten Bildschirm ans Go an.

Die Front-Kamera unterstützt Windows Hello für die Anmeldung per Gesichtserkennung. Wie die anderen Surface-Modelle hat auch das kleine Go den proprietären Surface-Connect-Anschluss: Dort findet das magnetische Netzteilkabel Platz oder das optionale Surface Dock, das mit zahlreichen Schnittstellen das Windows-Tablet zum PC aufwertet.

Rechenleistung: Nehmen Sie lieber SSD statt eMMC

Im Go arbeitet ein Pentium 4415Y, die Sparversion einer Core-CPU aus der 7.Generation Kaby Lake. Aufgrund seiner geringen Leistungsaufnahme von 6 Watt braucht das Surface Go keinen Lüfter. Die Rechenleistung des Prozessors (2 Kerne, Hyper-Threading, 1,60 GHz Taktrate) liegt zwischen Atom- und Core-Modellen. Im Benchmark Tablet Mark 2017 ist das Surface-Tablet rund doppelt so schnell wie Geräte mit einem Atom x5. Tablets mit einem Core i7 wie das Surface Pro wiederum bringen die doppelte Leistung des Go.

Das teurere Modell des Surface Go nutzt eine NVMe-SSD mit 128 GB, die gegenüber dem eMMC-Speicher im günstigen Go einen deutlichen Leistungsschub bringt. Auch die 8 GB statt 4 GB RAM helfen beim produktiven Einsatz, sodass das Go bei Standardaufgaben wie Texten, Tabellen und Präsentationen auf dem Leistungsniveau eines Notebooks liegt, für aufwändige Foto- und Videobearbeitung aber unterdimensioniert ist. 4K-Videos spielt es im Test aber problemlos ab.

Bei hoher Belastung, etwa beim Spielen, erwärmt sich das Tablet auf der Rückseite oben auf rund 45 Grad: Das fühlt sich unangenehm an, wenn Sie das Gehäuse dort festhalten, aber nach dem Ende der Last kühlt es auch sehr schnell wieder ab.

Ein tiefgehender Vergleich mit der Rechenleistung des iPad gestaltet sich aufgrund der wenigen plattformübergreifenden Benchmarks, die sowohl iOS als auch den S-Modus von Windows 10 unterstützen, schwierig. In Browser-Benchmarks wie Jetstream oder Browsermark liegt das Apple-Tablet aber sehr klar vor dem Surface Go, ebenso in 3D-Apps wie dem GFX Bench.

Auch beim WLAN-Test hängt das iPad das Surface Go klar ab: Doch die Datenrate des 11AC-WLANs (2x2) im Windows-Tablet gibt mit 233 MBit/s unter optimalen Bedingungen absolut keinen Grund zum Klagen. Derzeit gibt es kein Go-Modell mit LTE, Microsoft will aber noch 2018 eine entsprechende Konfiguration anbieten.

Bildschirm im 3:2-Format

Das spiegelnde 10-Zoll-Display zeigt 1800 x 1200 Pixel: Microsoft setzt also wie bei allen Surface-Geräten auf das Seitenverhältnis 3:2, während die iPads 4:3 haben. Die Punktedichte des 9,7-Zoll-iPads liegt mit 264ppi höher als die 216ppi, die das Go bietet: Das ist aber nur eine Messgröße, in der Praxis erscheint das Bild knackig scharf sauf dem Microsoft-Tablet. Das Display zeigt sehr satte, kräftige Farben mit einer leichten Rotneigung, aber insgesamt eine sehr natürliche Darstellung, vor allem bei Hauttönen. Bei den Testwerten kann das iPad eine höhere maximale Helligkeit vorweisen, das Go aufgrund des besseren Schwarzwertes aber einen höheren Kontrast.

Mit 524 Gramm ist das Go kein überragendes Leichtgewicht. Das iPad und die Galaxy Tabs von Samsung bringen deutlich weniger als 500 Gramm auf die Waage. Aber das Windows-Tablet liegt gut ausbalanciert in der Hand, die Rückseite des Magnesium-Gehäuses ist außerdem angenehm griffsicher. Im Akkutest schafft das Go rund zehn Stunden bei der Video-Wiedergabe und maximaler Helligkeit, beim WLAN-Surfen dagegen nur knapp sechs Stunden, während das leichtere iPad mit größerem Akku rund eine Stunde länger läuft. Einer Stunde an der Steckdose lädt den Akku des Surface auf 76% Kapazität.

Zubehör: Tastatur und Stift

Als Zubehör für das Surface Go bietet Microsoft die Ansteck-Tastatur Signature Type Cover für 130 Euro an. Sie wiegt 242 Gramm, hat 78 Tasten im 16,5-Millimeter-Raster und ein ausreichend großes Touchpad für Mehrfingergesten. Die Tastatur lässt sich anwinkeln, um beim Tippen eines ergonomischere Handhaltung zu ermöglichen: Allerdings biegt es sich dann beim Tastendruck vor allem in der Mitte spürbar durch. Auch wenn die Tastatur flach aufliegt, hebt sich der obere Bereich mit den Funktions- und Zifferntasten etwas von der Unterlage ab. Der Druckpunkt ist angenehm klar, der Hub wie bei allen sehr flachen Tastaturen deutlich geringer als bei einer guten Notebook-Tastatur. Wer häufig längere Texte schreiben muss, wird damit nicht zufrieden sein. Um das Tablet gelegentlich für Textarbeit als Notebook zu nutzen reicht das Signature Cover aber aus.

Das Touchpad reagiert meist prompt auf Mehrfinger-Gesten, aber Fehlbedienungen durch leicht verzögerte Darstellung zum Beispiel beim Zoomen kommen trotzdem vor.

Zur Texteingabe oder um den Touchscreen zu bedienen, können Sie auch den Surface Pen (110 Euro) einsetzen. Der 20 Gramm leichte Stift, der Strom von einer AAAA-Batterie bekommt, liegt gut in der Hand. Er erlaubt schnelles, fast verzögerungsfreies Schreiben. Für seine Radierer-Taste oben lassen sich auch Shortcuts einrichten, so können Sie per Tastendruck zum Beispiel Apps starten.

Ausstattung

Microsoft Surface Go (Note: 2,49)

Prozessor

Intel Pentium 4415Y (1,60 GHz, 2 Kerne, Hyper-Threading)

Arbeitsspeicher

8 GB

Maße (L x B x H)

24,6 x 17,5 x 8,3 Zentimeter

Betriebssystem

Windows 10 Home (S-Modus)

eingebauter Speicherplatz (Art) / davon frei

128 GB (NVMe-SSD von Toshiba) / 90.5 GB

Wireless-LAN / Bluetooth / UMTS / GPS

11ac (2x2) / 4.1 / nicht vorhanden / nein

Anschlüsse

1x Typ-C (USB 3.0, Displayport-Signale), Surface Connect

Kartenleser (Formate)

ja (Micro-SD)

Einschub für SIM-Karte

nein

Kamera: Auflösung Foto / Video

3264 x 2448 Pixel / 1080p

Internetkamera: Auflösung Foto / Video

2560 x 1920 Pixel / 1080p

Audioausgang

1

Mikrofon

ja

Lichtsensor

ja

Lieferumfang

Netzteil

Bedienung und Geschwindigkeit

Microsoft Surface Go (Note: 1,75)

Bildschirm / Bildschirm-Tastatur / Mehrfinger-Gesten / Bildschirm-Technik

sehr angenehm / angenehm / ja / kapazitiv

Spracheingabe

ja

abspielbare Video- / Audio- / Fotoformate

3GP, AVI, MKV, MOV, MP4, WMV / AAC, FLAC, MP3, WAV, WMA / BMP, GIF, JPG, PNG, TIFF

Browser: Geschwindigkeit (Sunspider) / 3D Mark (Ice Storm Unlimited) / Gfx Bench (T.Rex) / mittlere Ladezeit für Webseiten

213.4 Millisekunden / 46382 Punkte/ 45 Bilder pro Sekunde / 4,20 Sekunden

WLAN-Geschwindigkeit

233,0 MBit/s

Startzeit: aus ausgeschaltetem Zustand / aus Bereitschafts-Modus

10 / 1 Sekunden

Mobilität

Microsoft Surface Go (Note: 2,81)

Akkulaufzeit: Internetzugriff per WLAN / Video abspielen

5:44 Stunden / 10:13 Stunden

Gewicht (mit Akku) / Gewicht Netzteil

524 / 158 Gramm

Akkukapazität

27 Wattstunden

Bildschirm

Microsoft Surface Go (Note: 2,40)

Diagonale / Auflösung / Punktedichte

10 Zoll (25,4 Zentimeter) / 1800 x 1200 Bildpunkte / 216 ppi

Helligkeit / Kontrast / Entspiegelung

409 cd/m² / 960:1 / gering

Allgemeine Daten

Microsoft Surface Go

Internetadresse von Microsoft (Smartphone)

www.microsoft.com

Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers / Straßenpreis)

599 Euro / 570 Euro

Garantie

12 Monate

Service

Microsoft (Smartphone) Surface Go (Note: 3,21)

Handbuch: deutsch / gedruckt / umfangreich / als PDF

ja / ja / nein / nein

Garantie

12 Monate

Internetseite / deutsch / Handbuch verfügbar / Treiber verfügbar / Hilfsprogramme verfügbar

www.microsoft.com / ja / ja / ja / ja

Infos zu Preisen und Verfügbarkeit

Microsoft hat das Surface Go bereits im Juli 2018 vorgestellt, ab dem 28. August kann man es in Deutschland kaufen.

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Genauso wie für das Surface Pro gibt es auch für das Surface Go ein optionales Keyboard-Cover und zwar in vier unterschiedlichen Farben. Und der optionale Surface Pen ist ebenfalls kompatibel zum Surface Pro. Beide Geräte kosten extra.

Preise in Deutschland für Privatkunden und Bildungseinrichtungen

Microsoft verkauft die 4-GB-RAM-Version (mit 64 GB Speicher) für 449 Euro an Privatkunden (US-Preis: 399 Dollar). Bildungseinrichtungen zahlen ebenfalls 449 Euro. Firmenkunden zahlen 499 Euro.

Die Variante mit 8 GB RAM und 128 GB internen Speicher kostet 599 Euro an Privatkunden. Bildungseinrichtungen zahlen ebenfalls 599 Euro. Firmenkunden zahlen 649 Euro.

Zubehör für Surface Go

Darüber hinaus hat Microsoft Zubehör für das Surface Go angekündigt, welches separat erhältlich ist.

Das Surface Go Type Cover in Schwarz gibt es für Privatkunden für 99,99 Euro sowie als Signature Type Cover für 129,99 Euro für Privatkunden in den Farben Bordeaux Rot, Kobalt Blau und Platin Grau.

Die Surface Mobile Mouse (Bordeaux Rot, Kobalt Blau und Platin Grau) kostet für Privatkunden 35,99 Euro. Die Surface Mobile Mouse lässt sich via Bluetooth mit dem Surface Go verbinden.

Der aktuelle Surface Pen für rund 110 Euro ist mit Surface Go kompatibel.

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