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Support-Aus für Windows 8.1 - was bedeutet das?

08.01.2018 | 14:45 Uhr |

Anfang Januar läuft der Support für Windows 8.1 aus. Na, und? Die meisten Anwender sind sowieso längst auf Windows 10 umgestiegen. Doch auch Nutzer der aktuellen Betriebssystemversion sind betroffen. Wir erklären die ziemlich undurchsichtigen „Lifecycles“ von Microsoft.

Eigentlich sollte die Sache doch klar sein: Je älter eine Windows-Version ist, desto eher endet deren Support. Denn im Prinzip stellt Microsoft in den ersten fünf Jahren nach dem Erscheinen einer Software Sicherheitsund Funktionsupdates zur Verfügung. Danach schränkt das Unternehmen den Support ein und verteilt weitere fünf Jahre während des sogenannten „erweiterten Supports“ nur noch Patches gegen neu entdeckte Sicherheitslücken. Ganz so streng hält man in Redmond an diesem Prinzip dann aber doch nicht fest. So wurde schon Windows XP aus dem Jahr 2001 viel länger unterstützt, obwohl 2011 hätte Schluss sein sollen. Doch wegen der großen installierten Basis lieferte Microsoft jahrelang weiter regelmäßig Sicherheitspatches, vereinzelt sogar noch zuletzt wie den Wannacry-Patch im vergangenen Sommer.

Beim Blick in das offizielle „ Informationsblatt zum Lebenszyklus von Windows “ und weitere Unterlagen wird klar, dass die Sache mit der Produktunterstützung weit komplizierter ist: Mal ist es eine Fußnote mit Sternchen, mal ein erklärender Link auf „Siehe verfügbare Updates“, und mal sind es kryptische Ankündigungen wie „Windows 10 Version 1511 end of service for CB and CBB“. Der letzte Eintrag macht klar, dass selbst Versionen von Windows 10 betroffen sind. Alles noch komplizierter macht die Tatsache, dass viele Windows-10-Nutzer über das kostenlose Upgrade von Windows 7 und 8/8.1 und damit von älteren Geräten auf das aktuelle Betriebssystem umgestiegen sind. Doch nicht alle Hardwarehersteller liefern eben Treiber für die neueren Versionen von Windows 10, die anders als früher jetzt nicht mehr „Service Packs“ heißen.

Umgekehrt schränkt Microsoft seinerseits den Support von Windows 7 auf Systemen mit neuen Prozessoren massiv ein. Obwohl der Support offiziell noch bis zum Januar 2020, also noch weitere zwei Jahre läuft, gibt es auf Systemen mit Intel-CPUs der 7. und 8. Generation („Kaby Lake“ und „Coffee Lake“) sowie den AMD-Ryzens keine Sicherheitsupdates. Und ganz neu installieren lässt sich Windows 7 auf solchen Systemen ohne Trick schon gar nicht. All diese Aspekte zum Windows-Support erläutert der folgende Ratgeber.

Tipp: Windows 10 Fall Creators Update - alle Neuerungen im Überblick

Mainstream und Extended Support: die Unterschiede

Für sein Desktop-Betriebssystem und seine Softwareprodukte wie Office gewährt Microsoft mindestens zehn Jahre Support. Der grundlegende Support, im Englischen als „Mainstream Support“ bezeichnet, läuft dabei über die ersten fünf Jahre. In dieser Zeit bleibt die Software nicht nur über Sicherheitsupdates und weitere Patches aktuell, sie erhält auch grundlegend neue Funktionen. Zudem können sich Nutzer in den ersten fünf Jahren online oder telefonisch an Microsoft wenden – sie erhalten dort kostenlos Hilfe. Eingeschränkt ist der Hersteller-Support allerdings dann – das gilt für die meisten Windows-Lizenzen –, wenn die Software vorinstalliert auf dem Rechner als OEM-Version (Original Equipment Manufacturer) erworben wurde. Technisch und hinsichtlich der Updateversorgung bestehen zwar keine Unterschiede zwischen OEM- und „Originalversion“, lizenztechnisch aber eben doch.

Dieser Mainstream Support endet nach den ersten fünf Jahren, es beginnt die Phase des erweiterten Supports („Extended Support“). Endanwender erhalten dann nur noch Sicherheitsupdates, Hotfixes zum Beheben von Problemen bleiben dem Unternehmen vorbehalten. Und mit neuen Funktionen bestückt Microsoft die betreffende Software schon gar nicht. In genau dieser Phase befindet sich aktuell Windows 7: Alle Rechner mit diesem Betriebssystem werden jeden zweiten Dienstag im Monat hinsichtlich ihrer Sicherheit aktualisiert. Was Microsoft für Windows 10 aber monatlich beziehungsweise geballt halbjährlich mit den großen Versionsupdates – aktuell dem Fall Creators Update (Version „1709“) – an Neuem bringt, geht an Windows 7 und ab sofort eben auch an Windows 8.1 vorbei. Das bestätigt der Blick auf die Microsoft-Webseite „ Produkte mit Ablauf des Supports 2018 “. Dort finden sich insgesamt fast 100 Programmversionen, neben dem Support-Aus von Windows 8.1 ist für Heimanwender vor allem der April wichtig, wenn der Mainstream Support für Office 2013 ausläuft (mehr zu Office am Schluss des Artikels).

Tipp: Office-2007-Support wurde beendet - das können Sie tun

Der Mainstream Support für Windows 8.1 endet am 9. Januar 2018

Nur ein einziges Mal haben wir bei diversen Käufen günstiger Windows-Lizenzen schlechte Erfahrungen gemacht.
Vergrößern Nur ein einziges Mal haben wir bei diversen Käufen günstiger Windows-Lizenzen schlechte Erfahrungen gemacht.

Der 9. Januar ist aktuell der Stichtag, zu dem Microsoft den Mainstream Support für Windows 8.1 einstellt. Von da an bekommen Besitzer der Vorgängerversion von Windows 10 bis Anfang 2023 also nur noch Sicherheitsupdates, sonst nichts mehr. Nun kann man argumentieren, dass diese doch das Wichtigste seien. Das stimmt – und dennoch spricht alles für den Umstieg auf Windows 10. Erstens ist die aktuelle Version sehr viel ausgereifter – Version 8/8.1 reiht sich nahtlos in die ungeliebten Zwischenversionen von Windows ME und Vista ein – und zweitens ist das Upgrade auf Windows 10 auch zweieinhalb Jahre nach dessen Erscheinen nach wie vor günstig oder sogar gratis möglich.

Statt im offiziellen Microsoft-Store 145 Euro für Windows 10 Home oder 259 Euro für die Professional-Variante zu zahlen, bekommen Sie beide Versionen über eine Preissuchmaschine wie Billiger.de schon für einen Bruchteil der Originalpreise: Windows 10 gibt es in seriösen Shops schon für weniger als 20 Euro, die Preisunterschiede zwischen Home und Pro sind marginal. Wichtig ist nur, dass Sie über den Windows ISO Download die zum erworbenen und meist per Mail zugeschickten Lizenzschlüssel passende Version herunterladen. In welcher Sprachversion – und ob als 32- oder 64-Bit-Variante – Sie Windows 10 kaufen, ist unerheblich: Der Home-Key funktioniert für jede Home-Version genauso wie der Pro-Key für jede Professional Edition. Wir haben bei diversen Käufen dieser Art nur ein einziges Mal die Erfahrung gemacht, dass die Aktivierungsserver von Microsoft die Annahme verweigerten.

Tipp: Auch Lizenzschlüssel von Windows 7 und 8 funktionieren weiterhin, Sie können also auch eine noch nicht verwendete ältere Lizenz nutzen.

Neue AMD- und Intel-CPUs laufen nur unter Windows 10

Wer auf einem neueren Rechner, in dem ein AMD- oder Intel-Prozessor der siebten Generation oder neuer steckt („Ryzen“, „Kaby Lake“ oder „Coffee Lake“), Windows 7 installieren möchte, bekommt folgende Fehlermeldung angezeigt: „Hardware nicht unterstützt. … Da der Prozessor von Ihrer derzeitigen Windows-Version nicht unterstützt wird, …“. Microsoft verweist die Nutzer dann auf sein aktuelles Betriebssystem.

Wer auf seinem PC mit aktueller CPU dennoch Windows 7 (oder 8.1) nutzen möchte, kann die Sperre mit einem inoffiziellen Patch umgehen, der auf der Softwareplattform Github zur Verfügung steht . Alternativ können Sie Windows 7 auch als virtuelle Maschine unter Windows 10 mithilfe von Virtualbox betreiben.

Support-Aus auch bei Windows 10, wenn es beim Updaten hakt

Ohne automatische Aktualisierung von Windows 10 droht veralteten Versionen schnell das Support-Ende.
Vergrößern Ohne automatische Aktualisierung von Windows 10 droht veralteten Versionen schnell das Support-Ende.

Anders als bei den bisherigen Versionen ist Windows 10 als Dienst konzipiert, bei dem Microsoft zweimal pro Jahr neue Feature-Updates einspielt: zuletzt im vergangenen Herbst mit dem Fall Creators Update. Im Prinzip sollen diese großen Updates, die Microsoft jeweils als neue Windows-Version – aktuell ist die Version 1709 – mit jeweils eigenem und vergleichsweise kurzfristigen Support-Ende kategorisiert, automatisch heruntergeladen und installiert werden. Doch in der Praxis hakt es dabei immer wieder. Kürzlich wurden uns wieder Fälle bekannt, in denen sich die Rechner mit Windows 10 partout nicht von der nun zwei Jahre alten Version 1511 updaten ließen. Erst mit diversen Tricks gelang es, die Update-Blockade zu durchbrechen. Für die genannte 1511er-Version lief die Versorgung mit Sicherheitsupdates bereits im Oktober 2017 aus, für die Folgeupdates 1607 und 1703 lauten die Termine kommender März beziehungsweise September 2018.

Eine Ausnahme macht allerdings Microsoft dann doch. Weil Intel für seine CPUs aus der Clover-Trail-Familie keine Treiberupdates mehr für das Creators Update vom Frühjahr 2017 herausbrachte, ließen sich diese ursprünglich mit Windows 8 beziehungsweise 8.1 verkauften, aber inzwischen überwiegend auf Windows 10 upgedateten Rechner nicht mehr aktualisieren. Die Systeme verharrten also auf Version 1607, für die der Support eigentlich in zwei Monaten ausgelaufen wäre. Hier hatte Microsoft ein Einsehen und versorgt nun die Computer weitere fünf Jahre mit Sicherheitspatches.

Von solchen Ausnahmen abgesehen aber ist es wichtig, dass die Windows-Updates tatsächlich vollzogen werden. Kontrollieren Sie deshalb über „Einstellungen –› System –› Info“ unter „Windows-Spezifikationen“, ob bei Ihnen die aktuelle Version 1709 läuft. Falls nicht, aktualisieren Sie Ihr System, indem Sie den Windows 10 Upgrade-Assistenten herunterladen, starten und dann auf die Schaltfläche „Jetzt aktualisieren“ klicken. Verweigert das Microsoft-Tool das Aktualisieren, hilft PC-WELT-Fix Windows Update weiter.

Support-Ende für Office 2007 und Mac-Office 2011

So wie Microsoft seine älteren Betriebssysteme nur begrenzt mit Patches versorgt, gilt das Gleiche auch für die Office-Pakete. Im Oktober 2017 endete zehn Jahre nach dem Start jeglicher Support für Office 2007. Seitdem sind mit den Versionen 2010, 2013 und 2016 bereits drei neue Pakete erschienen, mit Office 2019 folgt das vierte im nächsten Jahr. So lange sollten Sie jedoch auf keinen Fall warten, falls Sie aktuell Office 2007 verwenden. Denn mit dem Ende des erweiterten Supports endete zugleich jede Versorgung mit Sicherheitspatches.

Angesichts der bereits angekündigten 2019er-Variante stellt sich die Frage, ob man jetzt noch Office 2016 kauft oder besser die Mietvariante Office 365 wählt. Dieses ist mit dem derzeit aktuellen Office 2016 im Wesentlichen identisch, doch statt des einmaligen Kaufpreise bezahlt man jährliche Abogebühren. Die Einzelplatzlizenz („Personal“) kostet 69 Euro pro Jahr, die 5er-Lizenz („Home“) 99 Euro. Enthalten ist jeweils 1 TB Cloudspeicher pro Person bei Microsoft Onedrive. Online gibt es die Einzellizenz oft deutlich günstiger, sodass es sich durchaus lohnt, die Zeit bis zum Erscheinen von Office 2019 mit Office 365 zu überbrücken. Immerhin kostet die günstigste Office-Kaufversion mit Outlook 279 Euro (Home & Business 2016). Betroffen vom Support-Aus ist aber nicht nur Office 2007, sondern auch Office 2013. Hier läuft im April 2018 der grundlegende Support aus, von da an verteilt Microsoft für die nächsten fünf Jahre nur noch Sicherheitspatches. Während Microsoft die Service Packs bei den Betriebssystemen mit Windows 10 ja abgeschafft hat, sind sie ganz wichtig für die Office-Pakete. Denn deren Support-Ende hängt entscheidend vom jeweils installierten Service Pack ab. Wenn Sie den Schlusstermin einer bestimmten Microsoft-Software wissen möchten, tippen Sie auf der Suchseite das betreffende Programm ein, wie zum Beispiel „Office 2013“. So ist vor Kurzem auch der Support für Office 2011 für den Mac ausgelaufen. Hier rät Microsoft, auf Office 365 umzusteigen.

Wie lange gibt es Updates für die Fritzbox?

Für die verbreitete Fritzbox können Sie online nachsehen, wann der Support des Herstellers endet.
Vergrößern Für die verbreitete Fritzbox können Sie online nachsehen, wann der Support des Herstellers endet.

Für die meisten AVM-Router aus der Fritzbox-Serie gilt eine Garantiedauer von fünf Jahren. Das heißt aber nicht unbedingt, dass Sie für diesen Zeitraum auch Support und Updates vom Hersteller für Ihr Gerät bekommen. Die Fritzbox 3390 zum Beispiel wird seit Anfang 2013 verkauft, im April 2017 lief der Support für dieses Routermodell jedoch bereits aus. Es gibt aber auch Geräte, denen AVM einen längeren Support gönnt: Die Fritzbox 7330 vom Oktober 2011 erhielt noch bis Anfang 2017 Unterstützung vom Hersteller. Wie lange ein bestimmter Fritzbox-Router von AVM gepflegt wird, erfahren Sie unter https://avm.de/service/eos-liste . Hier finden Sie für alle Produktkategorien wie Router, WLAN- und Powerline-Adapter ein Enddatum für die Softwareunterstützung, genannt End of Maintenance (EOM), sowie ein Datum, an dem der Herstellersupport für das Gerät komplett endet. Dieser End of Support (EOS) folgt meist ein paar Monate nach dem EOM.

Die Themen in Tech-up Weekly #102: +++ Oculus Go: Günstige, autonome VR-Brille vorgestellt +++ Windows 10 Fall Creators Update - alle Neuerungen +++ Kommt die GeForce GTX 1070 Ti Ende Oktober? +++ Quick-News der Woche +++ Kommentar der Woche +++ Fail der Woche: Google Home Mini zeichnet ungewollt alles auf

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► Oculus Go: Günstige, autonome VR-Brille vorgestellt: (0:28):
www.pcwelt.de/2305137

► Windows 10 Fall Creators Update - alle Neuerungen (2:11):
www.pcwelt.de/2264171
► Windows 10 Herbst-Update per Trick früher zum Download:
www.pcwelt.de/2305098

► Kommt die GeForce GTX 1070 Ti Ende Oktober? (5:19 ):
www.pcwelt.de/2304964

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Quick-News (6:38):

► Pornhub-Nutzer von Malware-Angriff betroffen:
www.pcwelt.de/2304947

► Oneplus-Smartphones übertragen heimlich Nutzerdaten:
www.pcwelt.de/2304891

► Bundesnetzagentur warnt vor Ping-Anrufen:
www.pcwelt.de/2304284

► Färöer Inseln starten Google-Translate-Konkurrenten:
www.pcwelt.de/2304123

► Studie: 90 Prozent der Deutschen sind online:
www.pcwelt.de/2304949

► RIP AIM: AOL Instant Messenger stirbt am 15.12.2017:
www.pcwelt.de/2304197

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Kommentar der Woche (8:25)

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Fail der Woche (9:27):

► Google Home Mini zeichnet ungewollt alles auf:
www.pcwelt.de/2304795


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