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Studie: Gewalt in Spielen macht nicht gewalttätiger

18.02.2019 | 12:38 Uhr | René Resch

Die renommierte Oxford University hat sich der Frage angenommen, ob es einen Zusammenhang zwischen der Gewalt in "Killerspielen" und der Gewalt im echten Leben gibt.

Eine wissenschaftliche Studie der englischen Oxford University zeigt : Es soll keinen Zusammenhang zwischen Gewalt im realen Leben und der Gewalt in Videospielen geben.

Seit Jahren geistert das Schreckgespenst „Killerspiele“ durch die Medien. Ob diese „Killerspiele“ Kinder, Teenager oder gar Erwachsene gewalttätiger machen würden, darüber war man sich stets uneins. Die Oxford University hat sich dieser Frage nun angenommen und dazu rund 1000 britische Teenager im Alter zwischen 14 und 15 Jahren befragt.

Neben den Jugendlichen, die mittels Fragebögen eine Selbsteinschätzung abgeben mussten, befragten die Forscher zudem Eltern und andere Erziehungsberechtigte zum Verhalten der Befragten. Insgesamt flossen so die Daten von 2.008 Befragten in die Studie mit ein. Anschließend wurden die Ergebnisse ausgewertet. Ein besonderes Augenmerk legten die Forscher auf die Spiele selbst, die nach Ihrem Gewaltgrad und deren Altersfreigabe gewichtet wurden. Statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen den gewalttätigen Spielen und aggressivem Verhalten der Befragten ließen sich dabei nicht belegen.

Forscher bemängeln andere Studien

In ihrer Analyse bemängelten die Forscher, ohne die Urheber konkret zu benennen, andere Studien. In diesen seien auch nebensächliche Auffälligkeiten unverhältnismäßig in den Fokus gerückt und Ergebnisse stark aus dem Zusammenhang gerissen worden.

Gewalt kein Thema, unsoziales Verhalten allerdings schon

Zwischen Gewalt in Spielen und im echten Leben konnten die Forscher keinen Zusammenhang herstellen, zu unsozialem Verhalten allerding schon: „In einzelnen Fällen kann man Dinge wie Trash-Talking, Konkurrenzdenken und Trollen innerhalb von Gaming Communitys beobachten, die als asoziales Verhalten beschrieben werden könnten“, so Professor Andrew Przybylski, Director of Research am Oxford Internet Institute. Hier biete sich Raum für zukünftige Untersuchungen an. Den kompletten Report der Studie finden Sie unter diesem Link.

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