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Stiftung Warentest warnt vor smartem Spielzeug

28.08.2017 | 15:51 Uhr |

Die Stiftung Warentest hat smarte Spielzeuge getestet und empfiehlt: Verschenken Sie lieber einen "dummen" Teddy.

Die Stiftung Warentest hat sieben internetfähige Spielzeuge getestet und ist dabei auf teils massive Sicherheitsprobleme gestoßen. Mitunter könnten sich Angreifer mit relativ einfachen Mitteln Zugriff auf die ach so smarten Spielgefährten des Kindes verschaffen. Aus dem smarten Teddy werde so schnell ein "Trojanerteddy". Als Beispiel führen die Tester den internetfähigen Roboter "i-Que" auf.

Die Verbindung zwischen einem Smartphone und i-Que sei nicht gesichert, so dass sich ein Angreifer Zugriff auf das Spielzeug aus der Ferne verschaffen könnte. So könnte er Textnachrichten an ein Kind senden und dabei auch dessen Antworten abhören, wie beispielsweise auf die Frage, ob die Eltern des Kindes daheim seien. Dazu sei nur eine Bluetooth-Verbindung notwendig, für die man bei dem betreffenden Spielzeug weder ein Passwort noch einen PIN-Code eingeben müsse. "Jeder Smartphone-Besitzer kann den Roboter kontrollieren, ihn als Wanze einsetzen, Fragen, Einladungen oder Drohungen" senden, warnen die Tester.

Ebenso ungenügend abgesichert sei der Toy-Fi-Teddy, über den sich Eltern und Kinder per Internet Sprachnachrichten hin und her senden können. Dies könnte aber auch ein in der Nähe befindlicher Angreifer tun. Ebenso lasse sich auch der Roboterhund Chip mit jedem Smartphone kapern. Immerhin könne ein Fremder bei diesem Spielzeug aber "nur" Bewegungen des Hundes auslösen, aber nicht mit dem Kind kommunizieren.

Lesetipp: Smartes Spielzeug spioniert Kinder aus

In ihrer Mitteilung betont Stiftung Warentest, dass es bei dem Test nicht darum gegangen sei, ob und wie sehr smartes Spielzeug pädagogisch sinnvoll und für die Kinder unterhaltsam sei. Im Mittelpunkt des Tests stand die Frage, wie gut die "smart Toys" vor Zugriffen durch Fremde gesichert seien und welche Daten an welche Empfänger gesendet werden.

Immerhin: Bei den Tests wurde festgestell, dass keine der Apps unverschlüsselt Daten sende, den Standort erfasse oder auf persönliche Daten auf dem Smartphone zugreife. "Doch insgesamt täuscht die niedliche Gestaltung der Spielzeuge darüber hinweg, dass sie mitunter wie Spione im Kinderzimmer agieren", so Stiftung Warentest. So zeichnen die integrierten Mikrofone oft die Kommunikation auf und senden sie als Tondateien an Server der Anbieter. Wie im Falle von Mattel und dessen smarter Barbie, bei der sich Eltern die Aufzeichnungen über das Internet anhören können.

Kritisiert wird, dass keine der Apps die Nutzung besonders komplexer Passwörter verlange und die passwörter zwar verschlüsselt aber nicht zusätzlich codiert, also gehasht, werden. Im Falle eines Serverhacks könne ein Angreifer so an die Passwörter gelangen, wenn die Anbieter diese auf ihren Servern im Klartext speichern.

"Vier Programme senden den Namen und den Geburtstag des Kindes an Anbieterserver. Drei Apps übertragen die Geräte-Identifikationsnummer des Smartphones an Dritte, zum Beispiel an Firmen wie Flurry, die auf Datenanalysen oder Werbung spezialisiert sind", heißt es in dem Ergebnis des Tests. Außerdem würden vier Apps den Mobilfunkanbieter erfassen, zwei mit den Google-Werbediensten kommunizieren und sechs einen Tracker einsetzen, mit denen möglicherweise das Surfverhalten der Eltern protokolliert werden könnte. Einzeln betrachtet würden die übermittelten Daten harmlos wirken, sie könnten aber zur Erstellung eines Kundenprofils mit Daten aus anderen Quellen kombiniert werden.

Unterm Strich kommt Stiftung Warentest zum Ergebnis: "So 'smart' solche Teddys auch sein mögen: Ein nicht internet­fähiger, 'dummer' Teddy bleibt wohl auch in Zukunft die schlauere Wahl."

Konkret getestet und für "sehr kritisch" wurden folgende Smart Toys befunden: i-Que Intelligent Robot, Toy-Fi Teddy und Wowwee Chip. Als "kritisch" stuften die Tester folgende smarte Spielzeuge ein: Cloudpets Kätzchen, Cognitoys Dino und Fisher-Price Smart Toy Bear. Den kompletten Test lesen Sie in diesem vierseitigen PDF.

Zuletzt hatte erst kürzlich das FBI die Eltern vor smarten Spielzeugen in Kinderzimmern gewarnt.

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