2328868

Steelseries Rival 600 im Test: Gaming-Maus mit zwei optischen Sensoren & RGB-LEDs

08.02.2018 | 10:30 Uhr |

Die Steelseries Rival 600 bietet eine echte Besonderheit: Sie ist mit zwei Sensoren ausgestattet, wovon sich einer ausschließlich um die Lift-Off-Distanz kümmert. Ganz neu ist die Idee mit den Dual-Sensoren aber nicht. Ob und wie sie sich in der Praxis bemerkbar machen, klären wir im Test.

Bereits 2001 stellte Logitech eine Maus mit zwei Sensoren vor - und im Jahr 2018 gibt es nun die Steelseries Rival 600 . Ein Leichtgewicht unter den Gaming-Mäusen mit nur 96 Gramm und jeder Menge Technik im Inneren. Neben dem Sensoren-System TrueMove3+ bietet uns der Nager eine Acht-Zonen-RGB-Beleuchtung und einen 32-bit ARM-Prozessor, der das Speichern von Makros und Tastenbelegungen ermöglicht.

TEST-FAZIT Steelseries Rival 600

Das kantige Gaming-Design und die ergonomische Form der Steelseries Rival 600 haben uns gleich zu Beginn sehr gut gefallen. Durch die Silikon-Einlagen an den Seiten haben wir einen angenehm weichen und festen Grip und mit den im Lieferumfang befindlichen Gewichten können wir den Nager auch noch in Sachen Gewicht tunen. Und auch die umfangreiche RGB-Beleuchtung und das innovative Sensor-System TureMove3+, bestehend aus dem TrueMove3 und dem Tiefensensor, machen die Rival 600 für uns zu einer gelungenen Gaming-Maus. Die kostenlose Steelseries-Software bietet uns außerdem umfangreiche Einstellungsmöglichkeiten, die wir auf dem internen Speicher hinterlegen können.

Jedoch ist nicht alles Gold was glänzt, denn beim genaueren Hinschauen merken wir, dass die Verarbeitung der Silikon-Seiten nicht ganz sauber ist: In unserem Test löst sich bereits eine Ecke ab. Und wenn wir schon bei den Seitenteilen sind, fragen wir uns, warum der Hersteller keine anders geformten Teile zum Wechseln vorsieht, um die Maus auch für Linkshänder kompatibel zu gestalten.

Im Bereich der Software fehlt es uns nur etwas an Genauigkeit bei der Einstellung der Lift-Off-Distance. Der Hersteller wirbt nämlich damit, dass wir die vollständige Kontrolle haben und die Werte zwischen 0,5 bis zwei Millimeter liegen, aber dann lässt das Programm nur eine recht ungenaue Regelung von niedrig bis hoch zu. Das ist durchaus verbesserungswürdig, mit einem entsprechenden Software-Update aber wohl leicht zu lösen!

Der aktuelle Preis beläuft sich auf rund 90 Euro und ist aus unserer Sicht vollkommen in Ordnung, gerade im Hinblick auf die verwendete Technik mit zwei Sensoren und einer voll programmierbaren Tasten- sowie Beleuchtungseinheit.

Pro:

+ schnittiges Design für Gamer

+ zwei Sensoren für mehr Präzision

+ 8-Zonen-RGB-Beleuchtung

Contra:

- teils unsaubere Verarbeitung

- nur ungenaue Einstellung der Lift-Off-Distance

Die Steelseries Rival 600 erhält den PC-WELT-Award "Innovative Technik".
Vergrößern Die Steelseries Rival 600 erhält den PC-WELT-Award "Innovative Technik".

Kantiges Gaming-Design

Der Hersteller verleiht der Steelseries Rival 600 ein schlichtes, aber nicht unbedingt langweiliges Äußeres. Zwar dominiert hier die mattschwarze Farbe deutlich, aber eine Acht-Zonen-RGB-Beleuchtung lockert das Erscheinungsbild wieder auf. Das Gehäuse selbst hat eine ergonomische und sehr angenehme Form mit einer komfortablen Breite. Und um es noch bequemer zu gestalten, kommen links und rechts Seitenflächen aus Silikon zum Einsatz. Diese konnten uns nicht ganz überzeugen, da sich in unserem Test bereits eine Ecke des weichen Materials ablöst. Insgesamt hat die Steelseries Rival 600 also ein kantiges und schnittiges Design, im Gegensatz zur Konkurrenz: Diese legt ihr Augenmerk immer häufiger auf die Ergonomie und wählt dazu einen schlichten Maus-Korpus. Uns gefällt das stimmige Gaming-Design des Steelseries-Modells sehr gut, es ist nicht zu aufdringlich, aber auch nicht zu schüchtern.

Mit der Acht-Zonen-RGB-Beleuchtung können Sie sich in Sachen Farben und Effekte voll austoben.
Vergrößern Mit der Acht-Zonen-RGB-Beleuchtung können Sie sich in Sachen Farben und Effekte voll austoben.
© Steelseries

Innovatives Sensoren-System

Zwar ist es keine bahnbrechende Neuerung, dass in einer Maus gleich zwei Sensoren verbaut sind, dennoch macht es bei der Kaufentscheidung einen gewissen Reiz aus. Wenn das Sensoren-Duo dann auch noch hält was es verspricht, ist es natürlich umso interessanter, eine solche Gaming-Maus sein Eigen nennen zu können. Umso besser, dass sich die Rival 600 mit dem Sensoren-System TrueMove3+ präsentiert. Es besteht zum einen aus dem Hauptsensor, einem optischen Modell, das ein 1-zu-1-Tracking bietet. Zum anderen kommt noch ein Tiefensensor hinzu, der sich um die sogenannte Lift-Off-Distance (LOD), also den Hubabstand kümmert.

Beim primären Sensor handelt es sich um den TrueMove 3 der bereits bei Vorgängermodellen wie der Steelseries Rival 310 zum Einsatz kam. Dieser wurde gemeinsam mit Pixart entwickelt und bietet eine maximale DPI-Zahl von 12.000 sowie eine IPS-Rate von 350. Beide Faktoren zusammen ermöglichen ein unglaublich präzises Handling, auch bei schnellen und plötzlichen Richtungsänderungen. Wir spüren weder beim Zocken, noch im Alltag eine Latenz oder haben den Eindruck, dass unsere Eingaben nicht korrekt ankommen.

Das Sensoren-Duo TrueMove3+ sorgt für ein noch präziseres Gaming-Erlebnis.
Vergrößern Das Sensoren-Duo TrueMove3+ sorgt für ein noch präziseres Gaming-Erlebnis.
© Steelseries

Das neue Sensoren-System TrueMove3+ kann allerdings erst mit dem Tiefensensor die hohe Präzision bieten, die Steelseries verspricht. Wie im oberen Absatz bereits erwähnt, ist er für die Lift-Off-Distance zuständig. Das wiederum bedeutet für uns, wenn der Sensor einen bestimmten Abstand zum Untergrund erreicht, hört er auf die Oberfläche abzutasten und der Mauszeiger steht still. In der Steelseries-Engine-3 können wir diesen Hubabstand von 0,5 bis 2 Millimeter einstellen und gut an unser Spielverhalten anpassen.

Etwas schade finden wir nur, dass in der Engine lediglich von einem hohen oder niedrigen Abstand die Rede ist, wir können die Distanz also nicht auf den Millimeter genau einstellen. Dabei ist genau dieses Feature vor allem bei Shootern sehr wichtig, um ein anvisiertes Ziel bei einer Neupositionierung der Maus nicht zu verlieren. Somit ist eine niedrige LOD, wie wir sie bei der Rival 600 auch haben, durchaus wichtig. Für unseren Test haben wir die LOD sehr niedrig gestellt und können beim Anheben der Maus nur ein minimales Verziehen feststellen.

Eine gute Gaming-Maus bietet mehr als nur eine hohe DPI-Zahl - z.B. Zusatztasten, eine gute Verarbeitung oder die Möglichkeit, die Maus individuell anzupassen. Wir haben in diesem Video die 6 besten Gaming-Mäuse getestet und sagen Ihnen, welche Maus sich für welchen Geldbeutel eignet.

Programmierbare Tasten und optionale Gewichte

Die Steelseries Rival 600 verfügt über sieben voll programmierbare Tasten, wovon gleich drei als Daumentasten dienen und sich mit selbstkonfigurierten Makros belegen lassen. Zudem befindet sich über dem Mausrad eine Taste um die DPI-Zahl umzustellen. Die Besonderheit hier ist, dass wir nicht zwischen vier oder fünf Stufen durchschalten können, sondern lediglich zwei Stufen zur Wahl haben. Das kann den ein oder anderen stören, wir finden es jedoch praktisch, da wir im Gameplay einfacher zwischen hoher und niedriger DPI umschalten können. Welche beiden Werte auf dieser Taste liegen sollen, können wir ebenfalls ganz einfach in der kostenlosen Steelseries-Software einstellen.

Acht Gewichte mit je vier Gramm stehen Ihnen im Lieferumfang zur Verfügung.
Vergrößern Acht Gewichte mit je vier Gramm stehen Ihnen im Lieferumfang zur Verfügung.
© Steelseries

Was uns zu Beginn unseres Tests aber gleich aufgefallen ist, ist der knackige Druckpunkt der Maustasten. Sie geben ein deutlich spürbares Feedback und vermitteln uns den Eindruck, dass sie über einen kurzen Auslöseweg verfügen. Das haben wir dem verstärkten Split-Trigger-System zu verdanken. Es verleiht den mechanischen Schaltern neben dem präzisen Tastendruck eine Lebensdauer von bis zu 60 Millionen Klicks (Herstellerangabe). Insgesamt kommt die Schaltcharakteristik der Tasten sehr gut bei uns an.

Ihre Makros und Tastenbelegungen können Sie ganz simpel in der Steelseries-Engine-3 konfigurieren.
Vergrößern Ihre Makros und Tastenbelegungen können Sie ganz simpel in der Steelseries-Engine-3 konfigurieren.
© Steelseries

Im Lieferumfang der Rival 600 befinden sich gleich acht Vier-Gramm-Gewichte, die sich unter den abnehmbaren Silikon-Seitenflächen verteilen lassen. Auf jeder Seite befinden sich vier Steckplätze um eine ausgewogene, möglichst individuelle Balance zu ermöglichen. Und je nachdem wie wir die Gewichte verteilen, können wir einen einseitigen oder mittigen Schwerpunkt erzeugen.

Das Ergebnis fühlt sich natürlich an, was mitunter daran liegt, dass wir das Gewicht eben nicht im hinteren Bereich der Maus erhöhen, wie es bei anderen Modellen der Fall ist. Das Grundgewicht von 96 Gramm können wir dadurch auf maximal 128 Gramm erhöhen. Beim Einsetzen der Gewichte sind wir aber auch ein wenig ins Grübeln gekommen: Warum hat Steelseries nicht die Gelegenheit genutzt, und gleich wechselbare Daumentasten dazu gepackt? Dann wäre die Rival 600 auch für Linkshänder geeignet.

Einstellungen ohne Grenzen

Die bereits mehrmals erwähnte Steelseries-Engine-3 steht auf der Hersteller-Homepage kostenlos zur Verfügung und bietet viel Spielraum für sämtliche Einstellungen. Wir können zum Beispiel unseren Tasten neue Befehle zuweisen oder sogar selbst Makros konfigurieren und dann auf beliebigen Tasten hinterlegen. Und sogar die DPI sowie die LOD dürfen wir auch ganz nach unseren Wünschen anpassen. Doch wie bereits erwähnt lässt sich die Lift-Off-Distance nur auf niedrig oder hoch beschränken und bietet keine genauen Millimeterangaben.

Umso genauer dürfen wir jedoch bei der Beleuchtung ran, denn hier lassen sich sogar die beiden RGB-Stripes in je drei Leuchtzonen einteilen. Die Stripes, das Mausrad und das Steelseries-Logo ergeben dann unsere Acht-Zonen-RGB-Beleuchtung. Sehr cool, so können wir uns voll austoben und sogar einige Effekte wählen. Neben der statischen Beleuchtung gefallen uns unter anderem auch die reaktive Illumination, die quasi auf Tastendruck die Farbe ändert.

Jede Zone lässt sich für sich mit einem Effekt und einer beliebigen Farbe versehen.
Vergrößern Jede Zone lässt sich für sich mit einem Effekt und einer beliebigen Farbe versehen.
© Steelseries

All unsere Einstellungen finden auf dem Onboard-Speicher Platz. Durch diesen internen Speicher können wir unsere Maus auch unterwegs oder an anderen PCs nutzen und müssen nicht auf unsere voreingestellte Beleuchtungs- oder Tastenprogrammierung verzichten.

Technische Daten

Steelseries Rival 600

Maße (H x B x T)

131 x 69 x 43 Millimeter

Gewicht

96 Gramm

Tastenanzahl

7

Frei belegbar

Ja

Sensortyp/ - bezeichnungen

TrueMove3+ Sensoren-System (primär: optischer TrueMove3, sekundär: optische Tiefenerkennung

Maximale Auflösung in DPI

12.000

Polling-Rate

1.000 Hz (1 ms)

Profil- /Makrofunktion

Ja / Ja

Verbindung

USB-Kabel / 2 Meter / abnehmbar

Weitere Ausstattung / Besonderheiten

Zwei Sensoren / Acht-Zonen-RGB-Beleuchtung / erweiterbare Gewichte / Treibersoftware / On-Board-Speicher /

Allgemeine Daten

Testkategorie

Peripherie

Hersteller

Steelseries

Internetadresse

de.steelseries.com/

Preis (unverbindliche Preisempfehlung)

89,99 Euro

Garantie

24 Monate

0 Kommentare zu diesem Artikel

PC-WELT Marktplatz

2328868