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Startup züchtet Steaks aus Stammzellen

30.08.2017 | 14:12 Uhr |

Memphis Meats will Fleisch aus Stammzellen züchten, für das keine Tiere sterben müssen. Bill Gates hat bereits investiert.

Das 2015 gegründete Startup Memphis Meats will Massentierhaltung mit einer ungewöhnlich Idee überflüssig machen. Das in San Leandro ansässige Unternehmen will Steaks im industriellen Maßstab unter Laborbedingungen züchten. Dafür gewinnt Memphis Meats Stammzellen aus lebenden Rindern, Hühnern und Schweinen. Aus diesen Stammzellen entwickelt sich dann in vier bis sechs Wochen in einer Nährlösung aus Mineralien, Vitaminen, Proteinen und Zucker künstliches Muskelgewebe.

Laut Memphis Meats kann das fertige In-Vitro-Fleisch in Bezug auf seine Textur und den Geschmack weiter angepasst werden. Die Fleischstücke aus dem Labor können nach der „Ernte“ in unterschiedliche Formen gebracht werden. So entsteht daraus unter anderem ein Steak oder ein Chicken-Nugget. Die ersten Chicken-Nuggets und eine Ente a l‘orange wurden bei einem Versuch im März 2017 bereits Testessern serviert . Deren Urteil lautete nüchtern: „Es schmeckt genau wie Hühnchen“. 

Memphis Meats entstand 2015 aus einer Crowdfunding-Kampagne mit der Mission, „sauberes Fleisch“ zu produzieren. In den vergangenen zwei Jahren gelang dem Unternehmen im Labor unter anderem die Züchtung eines Fleischbällchens. In der letzten Finanzierungsrunde konnte Memphis Meats 17 Millionen US-Dollar sammeln. Neben Virgin-Gründer Richard Branson hat auch Bill Gates in das Startup investiert. Mit dem Geld soll die Herstellung optimiert werden. Derzeit kostet ein Stück Hühnerfleisch aus dem Labor noch stattliche 9.000 US-Dollar. Bis zu einer günstigen und gesunden Alternative zu Massentierhaltung ist es also noch ein langer Weg. Erste erschwingliche Produkte für Endverbraucher will Memphis Meats frühestens 2021 veröffentlichen.  

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