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Speicher: Die neue Raid-Technik VROC erklärt

05.06.2018 | 13:36 Uhr |

Ein sogenanntes Raid (Redundant Array of Independent Disks) ist ein Verbund aus mindestens zwei Festplatten, um die Geschwindigkeit und/oder die Ausfallsicherheit von Daten zu erhöhen. Mit VROC, das für „Virtual RAID on CPU“ steht, hat Intel eine neue Technik für NVMe-basierte SSDs vorgestellt.

Festplatten dieses Typs arbeiten in der Regel noch flotter als über SATA angebundene Flash-Speicher, da sie über die PCI-Express-Schnittstelle kommunizieren. Bei VROC wird dieser Speicher jedoch direkt mit den PCIe-Lanes des Prozessors verbunden. Die Verwendung eines extra Raid-Hot-Bus-Adapters (HBA) entfällt. Diese PCIe-Lanes ermöglichen Datenraten von bis zu 128 Gigabit pro Sekunde. Herkömmlich angebundene NVMe-SSDs kommen nur auf 32 Gigabit pro Sekunde. Somit kann erst VROC das tatsächliche Potenzial von NVMe-SSDs ausreizen. Außerdem lässt sich VROC einfacher einrichten und ist flexibler, wenn es ums Verwalten der verschiedenen Laufwerke geht. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, jetzt auch ein bootbares Raid zu nutzen, das heißt, sein System direkt nach dem Einschalten von einem Speicherverbund laufen zu lassen.

Intel VROC ermöglicht noch schnellere Raid-Verbünde, setzt allerdings einen kostenpflichtigen Hardwareschlüssel voraus.
Vergrößern Intel VROC ermöglicht noch schnellere Raid-Verbünde, setzt allerdings einen kostenpflichtigen Hardwareschlüssel voraus.
© Intel

Um die Technik zu verwenden, wird neben kompatiblen Mainboards mit Intels X299-Chipsatz und CPUs des Herstellers ebenfalls ein sogenannter Hardwareschlüssel benötigt, der auf die Hauptplatine aufgesteckt wird und VROC aktiviert. Dieser wird als Intel VMD (Volume Management Device) bezeichnet und ist in zwei Abstufungen erhältlich: Der Standardschlüssel erlaubt Raid 0, 1 und 10, die Premium-Variante zusätzlich noch Raid 5. Da VROC eine Intel-Technik ist, funktioniert sie natürlich nicht mit Prozessoren oder Chipsätzen von AMD. Manche Hauptplatinenhersteller wie beispielsweise MSI bieten für AMD-basierte Hardware jedoch eine ähnliche Technik an, die über ein Bios-Update implementiert wird. Allerdings geht dies nicht ohne Einschränkungen: So ist maximal Raid 0 möglich. Hierfür wird allerdings kein zusätzlicher Hardwareschlüssel benötigt.

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