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SpaceX will 2018 Touristen um den Mond fliegen

01.03.2017 | 09:24 Uhr |

Bereits 2018 will Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX zwei Touristen um den Mond fliegen. Die Gesundheitstests der Interessenten beginnen 2017. Update: Spekulationen um den Preis für den privaten Mondflug.

Elon Musks Raumfahrt-Unternehmen will noch im Jahr 2018 zwei Touristen zum Mond fliegen. Das hat SpaceX jetzt angekündigt.

Die beiden Privatpersonen sollen gegen Ende 2018 ins All starten, an Bord des bewährten Transportmoduls Dragon (Drache). Allerdings verwendet SpaceX für den Transport der beiden Passagiere nicht die Dragon-Version, mit der bisher ausschließlich Waren in eine erdnahe Umlaufbahn transportiert werden, beispielsweise zur Versorgung der internationalen Raumstation ISS.

Für den Transport für Menschen will SpaceX eine neue Version der Dragon verwenden. Diese neue „Crew Dragon“, die großenteils die US-Raumfahrtbehörde NASA finanziert hat, soll im vierten Quartal des Jahres 2017 ihren ersten unbemannten Testflug zur ISS durchführen. Im Frühjahr 2018 soll eine solche auch als Dragon 2 bezeichnete Kapsel dann erstmals Menschen zur ISS bringen. Sofern dabei alles glattgeht, soll die Mondreise einige Monate später beginnen.

Eine Falcon Heavy Rocket soll die Crew Dragon ins All schießen. Die Falcon Heavy Rocket ist eine leistungsgesteigerte Version der Falcon X, der bisher von SpaceX verwendeten Transportrakete. Die Falcon X bringt die Dragon beispielsweise zur ISS.

Bei ihrem Testflug soll die Falcon Heavy Rocket den Mond umrunden, dann ein klein wenig weiter ins All fliegen und danach zur Erde zurückkehren. Der gesamte Flug wird rund eine Woche dauern. Dabei legt die Falcon Heavy Rocket zwischen 300.000 und 400.000 Meilen zurück.

Die Falcon Heavy Rocket soll mit der Crew Dragon vom gleichen Raumfahrtterminal abheben, von dem vor vielen Jahrzehnten die Raketen des Apollo-Programms der NASA zum Mond starteten - vom Kennedy Space Center bei Cape Canaveral in Florida.

SpaceX will noch 2017 mit Fitness-Tests bei den potenziellen Passagieren beginnen. Musk betont, dass bei einem Raumflug immer ein Risiko bestehe. Darüber müssten sich die Passagiere im Klaren sein.

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Sofern das Vorhaben gelingt, wäre SpaceX das erste Privatunternehmen, das Raumflüge für Privatpersonen ermöglicht. Elon Musk meint, dass für mindestens einen bis zwei solcher Flüge pro Jahr Bedarf bestünde. 10 bis 20 Prozent seines Umsatzes könnte SpaceX Musk zufolge durch solche Raumfahrt-Touristen erzielen.

Musk sagt aber nicht, wie viel der Flug kosten werde. Interessenten hätten sich bei SpaceX gemeldet und bereits eine hohe Anzahlung geleistet, Die Namen der angehenden Weltraum-Touristen will Musk nicht nennen. Musk betont aber, dass die NASA ein Vorrecht habe. Möchte die NASA ihre eigenen Astronauten mit der Dragon 2 ins All befördern lassen, dann müssten die Privat-Touristen warten.

Preis-Spekulationen

Auch wenn Elon Musk nicht über die Preise redet, so gibt es doch einige Orientierungspunkte für den ungefähren Preis des „Flugtickets“ von SpaceX zum Mond und zurück. Laut The Verge bezahlt die NASA derzeit der russischen Raumfahrtagentur um die 81 Millionen (zirka 76,5 Millionen Euro) US-Dollar für einen Flug in einer Sojuskapsel. Die letzten Flüge kostet etwas weniger, damals zahlten die Amerikaner pro Sitzplatz in einer Sojus 74,7 Millionen Dollar (zirka 70,56 Millionen Euro) an die Russen. In den genannten Preisen ist nicht nur der Flug selbst enthalten, sondern auch das vorbereitenden Training der Astronauten. Sowie alle Services rund um den Flug.

Die NASA hofft diese Kosten in Zukunft etwas drücken zu können. Deshalb arbeitet die NASA mit SpaceX zusammen: Konkurrenz belebt das Geschäft gilt auch für Raumfluganbieter. Die NASA kalkuliert bei einem Flug zur ISS mit dem neuen SpaceX Crew Dragon anscheinend mit einem Preis von 58 Millionen Dollar (zirka 54,79 Millionen Euro) pro Person. Auch Konkurrent Boeing soll an einer günstigeren Alternative für Flüge zur ISS bauen.

Allerdings dürften die Preise für einen Flug bis zum Mond, um diesen herum und wieder zurück zur Erde noch höher sein. Weil die ISS, zu der die Russen die amerikanischen Astronauten transportieren, nur rund 400 Kilometer von der Erde entfernt ist, der Mondflug von SpaceX dagegen zwischen 300.000 Meilen (482.803 Kilometer) und 400.000 Meilen (643.737 Kilometer) zurücklegen soll. Wobei diese von Musk genannten Zahlen nicht ganz klar sind, weil die einfache Entfernung zwischen Erde und Mond laut NASA bereits 384.400 Kilometer beträgt. The Verge will außerdem von einer Reiseagentur erfahren haben, dass die russische Raumfahrtagentur Raumflüge für 175 Millionen Dollar pro Sitz anbietet.

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