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SpaceX erprobt Rettungsschiff für Astronauten

06.11.2018 | 11:34 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

SpaceX erprobt hat sein Rettungsschiff für Astronauten. Die Go Searcher soll die im Atlantik gelandeten Raumfahrer retten und an Land bringen.

SpaceX bereitet sich auf die bemannte Raumfahrt vor und hat jetzt ein Schiff erprobt, das Astronauten aufnehmen beziehungsweise retten soll, wenn diese nach dem Flug mit einer Falcon-Rakete in einer speziellen Dragon-Kapsel – der so genannten Crew Dragon Kapsel zur Unterscheidung von den bisher üblichen Dragon-Transportkapseln - zur Erde zurückkehren und im Atlantik laden. Bei den Tests wurde getestet, wie das Schiff verletzte Astronauten retten soll, wie The Verge berichtet.

Das SpaceX-Schiff hört auf den Namen „Go Searcher“. Es verfügt über einen Hubschrauber-Landeplatz. Der Hubschrauber soll verletzte Astronauten schnellstmöglich ins Krankenhaus fliegen. An Bord des Schiffes befindet sich natürlich auch umfassende medizinische Ausstattung für die Erstversorgung.

SpaceX verfügt bereits über mehrere Schiffe. Deren berühmteste Variante dürften die „Autonomous Spaceport Drone Ships“ sein, auf denen die wiederverwendbaren Teile der Falcon-9-Raketen landen (konkret wird derzeit nur die erste Raketenstufe der Falcon 9 wiederverwendet, sie enthält aber den deutlich größeren Teil der Falcon-9-Rakete).

Die Go-Searcher-Schiffe unterstützten bisher die Autonomous Spaceport Drone Ships nur bei deren Arbeit. Doch seit dem Sommer 2018 baute SpaceX die Go Searcher deutlich aus. Wesentliche Neuerungen sind der bereits erwähnte Hubschrauberlandeplatz und die ebenfalls neue Radarkuppel. Das alles findet im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen der US-Raumfahrtbehörde NASA und SpaceX statt. Da die NASA über keine eigenen Raumschiffe zum Transport von Astronauten zur ISS verfügt, muss die NASA auf andere Dienstleister zurückgreifen. Bisher ist das die russische Raumfahrtbehörde mit ihren Sojus-Raketen. Doch künftig sollen auch Falcon-Raketen mit den Crew Dragon Kapseln Astronauten zur ISS fliegen. Für die Rückkehr sollen die Astronauten in einer Crew Dragon Kapsel im Atlantischen Ozean vor der Küste von Florida landen. Sofern dabei keine Komplikationen auftreten, wird das Go-Searcher-Schiff die Dragon mit Hilfe seines Krans am Schiffsende einfach aus dem Wasser heben und auf seinem Deck absetzen. Ärzte untersuchen dann an Bord die Astronauten, während das Schiff auf Heimatkurs nach Cape Canaveral in Florida ist. Von dort geht es dann zum Flughafen, von wo ein Flugzeug die Astronauten zurück nach Houston in Texas bringt.

Treten jedoch bei der Rückkehr/Landung Probleme auf, dann fliegt der bereit stehende Hubschrauber die Astronauten sofort vom Schiff ins Krankenhaus. Genauso gut kann der Hubschrauber aber auch Ärzte auf das Schiff fliegen.

Der erste Erprobungsflug mit der Crew Dragon ist für Januar 2019 geplant. Dann aber noch unbemannt, nur zu Testzwecken. Geht dabei alles glatt, dann soll ein bemannter Testflug im Juni 2019 folgen.

SpaceX ist aber nicht das einzige US-Unternehmen, mit dem die NASA beim Transport ihrer Astronauten zusammenarbeitet. Auch mit Boeing und dessen CST-100 Starliner Raumschiff läuft ein ähnlicher Test. Das CST-100 Starliner soll im März 2019 zu seinem ersten unbemannten Testflug starten. Im August 2019 soll dann ein bemannter Testflug folgen. Anders als die Crew Dragon von SpaceX soll die Kapsel des CST-100 Starliner aber auf dem Festland der USA landen.

Bis jetzt schickt Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX nur unbemannte Falcon-9-Raketen ins All. Sie bringen die Dragon-Transportmodule zur ISS, um diese zu versorgen oder setzen Satelliten im Weltall aus – darunter auch Spionage-Satelliten der USA. Mit der Falcon Heavy erprobt SpaceX auch schon eine stärker Variante seiner wiederverwertbaren Trägerrakete, die allerdings ebenfalls nur für unbemannte Flüge verwendet werden soll. Doch mit der BFR (Big Fucking Rocket) verfolgt SpaceX den Plan eine besonders leistungsstarke Rakete zu entwickeln, mit der SpaceX erstmals auch Menschen ins All schießen will – darunter auch Weltraum-Touristen. Und irgendwann sollen mit der BFR sogar Menschen zum Mars fliegen – so plant das zumindest Musk.

Sobald SpaceX aber bemannte Raumfahrt betreibt, muss das Unternehmen auch Vorkehrungen für die Rückkehr der Astronauten und für deren Rettung bei Krisensituationen treffen. Die jüngste Panne beim Start einer russischen Sojus-Rakete zeigt, wie wichtig solche Vorbereitungen für die Rettung von Astronauten sind.

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