2292144

SonicSpy: Spionage-Apps von Google Play belauschen Android-Nutzer

14.08.2017 | 11:33 Uhr |

Sogar auf Google Play wurden kriminelle Apps zum Download bereitstellt, die das Schadprogramm SonicSpy enthalten. Es zeichnet zum Beispiel Telefonate von Android-Geräten auf und kann sogar Anrufe starten.

Das Sicherheits-Unternehmen Lookout warnt vor SonicSpy, einer Spionage-Software für Android. Seit Februar 2017 haben Online-Gangster über Tausend Apps für Android verbreitet, in denen das Schadprogramm SonicSpy versteckt ist. Die meisten dieser manipulierten Schnüffel-Apps standen auf alternativen Download-Plattformen für Android bereit, doch einige dieser Apps konnten Anwender sogar von Google Play herunterladen. Google hat laut Lookout die Apps Soniac Messenger, Hulk Messenger und Troy Chat von Google Play wieder entfernt, nachdem Lookout Google auf die Schadsoftware hingewiesen hat.

Auch Hulk Messenger und Troy Chat standen auf Google Play mit SonicSpy im Gepäck bereit.
Vergrößern Auch Hulk Messenger und Troy Chat standen auf Google Play mit SonicSpy im Gepäck bereit.
© Lookout

Telefon, Kamera, Kontakte

Die auf Google Play bereitgestellte App Soniac Messenger beispielsweise bietet eine ähnliche Funktion wie der Messenger Telegram. Doch es handelt sich bei Soniac eben nicht nur um eine angepasste Version von Telegram, sondern zusätzlich sind Spionagefunktionen integriert, die den Android-Nutzer heimlich überwachen. So kann SonicSpy heimlich Audiomitschnitte vom Androiden erstellen oder Fotos mit dessen Kamera aufnehmen.

Ausgehende Anrufe kann SonicSpy ebenfalls starten, ebenso Kurznachrichten an Nummern schicken, die der Angreifer festlegt. Der Hacker hat zudem Zugriff auf die Anruflisten, die Telefonbuchkontakte und die Daten zu den auf dem Androiden hinterlegten WLAN-Accesspoints. Insgesamt soll SonicSpy über 73 unterschiedliche Fernzugriffsmöglichkeiten für den Angreifer bereit stellen.

Damit der Besitzer des Android-Smartphones nicht bemerkt, dass sich ein Schadprogramm auf seinem Androiden installiert hat, löscht SonicSpy sein Launcher-Icon. Außerdem baut SonicSpy eine versteckte Verbindung zu einem Command-and-Control-Server (arshad93.ddns[.]net:2222) des Angreifers auf.

Lookout nutzt die Entdeckung von SonicSpy natürlich zur Eigenwerbung und betont, dass seine Antivirensoftware für Android vor SonicSpy schütze.

Spur führt in den Irak

Der Entwickler der "SonicSpy-Familie" scheint Lookout zufolge im Irak zu sitzen. SonicSpy weist nach Angaben von Lookout große Ähnlichkeit mit dem Mitte 2016 entdeckten Schadprogramm SpyNote auf.





0 Kommentare zu diesem Artikel
2292144