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Sonderzeichen: Dateinamen in Linux säubern

25.01.2019 | 15:03 Uhr | David Wolski

So manch ein Programm hat unter Linux Probleme mit Sonderzeichen in Dateinamen. Wir helfen weiter.

Ein typisches Linux-Dateisystem wie Ext2/3/4, XFS, BTRFS kommt mit allen Sonderzeichen in Datei- und Verzeichnisnamen zurecht – aber nicht alle Programme unter Linux. Auch bei der Kopie einer Datei auf einen FAT-formatierten USB-Stick oder auf eine Netzwerkfreigabe machen viele Sonderzeichen Probleme, weil sie auf dem Zieldateisystem nicht zulässig sind.

Der MP3-Player beschwert sich über ungültige Zeichen, die Windows-Freigabe mag eine ganze Reihe an Sonderzeichen nicht und Smart-TVs stolpern auch hin und wieder über Dateinamen an angesteckten USB-Sticks.

Wenn eine Datensammlung wild zusammengewürfelte Namen enthält, ist es zu mühsam, unerwünschte Zeichen manuell auszutauschen. Das Rename-Tool Detox hilft weiter. Es verfügt über Filter gegen unerwünschte Zeichen in Dateinamen und steigt auf Wunsch auch rekursiv in beliebig viele Ordnerebenen hinab.

Die Installation ist in Debian, Ubuntu und Mint schnell mit

sudo apt-get install detox 

erledigt. Auch Fedora und Arch Linux kennen das Tool unter diesem Namen in ihren Paketquellen.

Lesetipp: Datei- und Ordnerrechte in Linux im Überblick

Für Open Suse liegt Detox derzeit nur in dessen Build-Service als inoffizielles Paket vor. Detox verfügt über Standardfilter, die rigoros alle Sonderzeichen der Zeichensätze ISO 8859-1 nach Ascii umwandeln, ferner Leerzeichen in Unterstriche, und somit alle möglichen Probleme mit Sonderzeichen beseitigen. Außerdem gibt es für vorsichtige Naturen einen Schalter („n“), sich die Änderungen erst mal ohne tatsächliche Änderungen auflisten zu lassen.

Mittels des Befehls

detox -nrv Musik/  

geht Detox sämtliche Unterordner des Ordners „Musik“ durch und listet die neuen Dateinamen zunächst nur auf. Die Option „-s“ erlaubt die Angabe von Filtern für Sonderzeichen und die vorhandenen Filter listet der Befehl

detox -L  

auf.

Generell liefert der Filter „utf_8“ gute Ergebnisse bei Dateinamen mit Unicode-Zeichen:

detox -nrv -s utf_8 ~/ Musik/  

Um die Änderungen auch tatsächlich durchzuführen, muss nur der Parameter „n“ gestrichen werden.

Siehe auch: Diese 20 Linux-Hürden müssen Windows-Umsteiger überwinden

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