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Software zum Testen in einer VM starten - so geht's!

13.10.2018 | 09:01 Uhr |

Eine sichere und komfortable Möglichkeit, um Software stressfrei zu testen, stellt die Installation in einer virtuellen Maschine dar. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Gratis-Programme oder zeitlich eingeschränkte Testversionen handelt.

Für Softwareentwickler stellen virtuelle Maschinen unerlässliche Hilfsmittel dar, um die Lauffähigkeit und Stabilität ihrer Programme unter verschiedenen Betriebssystemvarianten und -versionen zu überprüfen. Aber auch Anwender können VMs ohne weiteres als Testumgebungen einsetzen, etwa um neue Programme vor der Installation auf dem Produktiv-PC ausgiebig zu testen, nur einmal genutzte Software zu installieren oder um den Testzeitraum von Demoversionen auszudehnen.

Insbesondere der erstgenannte Anwendungsfall spielt in der Praxis eine immer größere Rolle, da bei der Installation kostenloser Software oftmals versucht wird, dem Nutzer auch unerwünschte Komponenten unterzujubeln. Besonders häufig sind davon Programme zum Herunterladen von YouTube-Videos sowie Konverter, die Multimediadateien aus einem in ein anderes Format umwandeln, betroffen. Die Spanne der überflüssigen Extras reicht von Toolbars für den Browser über sinnlose Zusatzprogramme bis hin zu gefährlicher Malware. Nutzern, die auf Nummer sicher gehen wollen, empfehlen wir, aus dem Internet geladene Gratis-Programme zunächst einmal in einer virtuellen Maschine zu installieren. Das kostet Sie zwar ein paar Minuten, dafür müssen Sie im Extremfall aber nicht mehrere Stunden investieren, um Ihren Produktiv-PC zu entmüllen.

Siehe auch: Neue Windows-Versionen virtuell ausprobieren

Testversionen in VM installieren

Wird die Testversion nur kurz gebraucht, braucht man sie nicht auf seinem Produktiv-PC einzuspielen.
Vergrößern Wird die Testversion nur kurz gebraucht, braucht man sie nicht auf seinem Produktiv-PC einzuspielen.

Es gibt aber auch Situationen, in denen man die Testversion einer Kaufsoftware installieren will, um sie ein einziges Mal zu verwenden. Beispielsweise erhalten Sie von einem Bekannten eine CDR-Datei, die Sie mit den Programmen, die auf Ihrem Rechner installiert ist, nicht öffnen können. Sie recherchieren im Web und finden heraus, dass es von Corel Draw Graphics Suite 2017 , also der Software, mit der die Datei erstellt wurde, eine 15-Tage-Testversion gibt. Anstatt aber nun die von der Hersteller-Homepage heruntergeladene Testversion der Software auf Ihrem Produktivsystem einzuspielen, installieren Sie das Programm in einer virtuellen Maschine. Der Vorteil dieses Umwegs: Sie vermüllen Ihr eigenes System nicht. Denn auch wenn nahezu alle Programme inzwischen über eine integrierte Deinstallationsfunktion verfügen – es bleiben in fast allen Fällen Rückstände auf dem Rechner zurück, etwa verwaiste Dateien oder überflüssige Einträge in der Registry. Bei einer VM spielen diese Überbleibsel keine Rolle. Zum einen können Sie mit Snapshots arbeiten und die VM nach der Nutzung des Programms in einen früheren Zustand zurückversetzen. Zum anderen lassen sich virtuelle Maschinen – im Gegensatz zu fest installierten Betriebssystemen – im Handumdrehen löschen und ganz einfach neu aufsetzen.

Haben Sie die Software in der VM installiert, müssen Sie nur noch die Datei, die ja auf dem Host-System gespeichert ist, in das Gast-Betriebssystem übertragen. Das geht mit Virtualbox ganz einfach: Starten Sie die gewünschte VM, klicken Sie in der unteren Leiste mit der rechten Maustaste auf das Ordner-Symbol und wählen Sie den Befehl „Gemeinsame Ordner“. Im folgenden Dialog klicken Sie in der rechten Spalte auf das Plussymbol, öffnen das Ausklappmenü bei „Ordner-Pfad“, klicken auf „Ändern“ und wählen das Verzeichnis aus, in dem die zu öffnende Datei gespeichert ist. Bestätigen Sie mit einem Klick auf „OK“ und schließen Sie den Dialog. Nun steht Ihnen das Verzeichnis im Windows-Explorer unter „Netzwerk“ zur Verfügung, sodass Sie die Datei mit der Testversion öffnen können.

Tipp: Tauschen Sie regelmäßig Dateien zwischen Host- und Gastbetriebssystem aus, ist es ratsam, ein spezielles Austauschverzeichnis anzulegen und es dauerhaft zu verbinden. Dazu gehen Sie so vor, wie zuvor beschrieben und markieren nach der Auswahl des Ordners die Option „Automatisch einbinden“. Zukünftig wird der Ordner nicht nur nach jedem Start der VM ohne weiteres Zutun verbunden – dem Verzeichnis wird sogar ein eigener Laufwerksbuchstaben zu gewiesen.

Auch interessant: Riskante Tools einzeln in der VM ausführen

Testzeitraum beliebig verlängern

Reicht der vom Hersteller vorgegebene Testzeitraum nicht aus, helfen virtuelle Maschinen nach.
Vergrößern Reicht der vom Hersteller vorgegebene Testzeitraum nicht aus, helfen virtuelle Maschinen nach.

Virtuelle Maschinen lassen sich aber auch nutzen, um den Testzeitraum von Software nahezu beliebig zu verlängern. Dies stellt zwar einen Verstoß gegen die Lizenzbedingungen dar, allerdings gibt es immer wieder Situationen, in denen etwa eine Probezeit von 14 Tagen nicht ausreichend ist, um sich mit allen Feinheiten einer Software vertraut zu machen. Die Hersteller sehen diese eigenmächtige Verlängerung nicht gerne, sodass es heutzutage nicht mehr ausreicht, das Systemdatum zu manipulieren. Wer die Testversion eines Programms länger nutzen möchte, muss also mit Snapshots arbeiten. Wie diese pfiffige Funktion im Detail funktioniert, lesen Sie etwa hier .

Der Nutzer lädt von der Hersteller-Homepage eine beliebige Software herunter, spielt sie in der VM ein und legt sofort einen neuen Snapshot an. Anschließend testet er das Programm bis zum Ende der regulären Probezeit. Nach Ablauf der Testphase stellt er die Original-VM wieder her, legt einen neuen Snapshot an und das Spiel beginnt wieder von vorne. Einziger Nachteil dieser Variante ist, dass alle in der VM durchgeführten Änderungen, und dazu gehören auch alle neu erstellten Dateien, dabei verloren gehen. Es kann also nicht schaden, die mit der Software erzeugten und bearbeiteten Dateien – so wie im vorigen Abschnitt beschrieben – in einem gemeinsamen Ordner zu speichern, damit diese Inhalte auch nach dem Löschen des Snapshots zur Verfügung stehen.

Hinweis: Auch wenn die Versuchung groß ist, die Testversion einer Software mithilfe einer aus dem Internet stammenden Seriennummer, eines Key-Generators oder eines Cracks in eine Vollversion umzuwandeln, raten wir davon ab. Zum einen besteht die Gefahr, dass in den Cracks ein Virus versteckt ist, zum anderen sollte die Leistung der Entwickler honoriert werden. Hartgesottene Raubkopierer lassen sich davon natürlich nicht abschrecken.

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