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So viele CPU-Kerne nutzt Ihre Software

05.12.2017 | 13:44 Uhr |

Bei der Kaufentscheidung für einen Rechner stellt die Leistung des Prozessors ein wichtiges Kriterium dar. Allerdings kommt es darauf an, ob die verwendete Software auch alle Kerne auslasten kann. Wir zeigen Ihnen, wie Sie auf die Anzahl der Kerne kommen, die ein bestimmtes Programm auslastet.

Bei der Kaufentscheidung für einen Rechner stellt die Leistung des Prozessors ein wichtiges Kriterium dar. Die Rechenkraft hängt bei einer CPU unter anderem von der Anzahl ihrer Kerne ab. Allerdings ist ein Prozessor mit mehr Kernen nicht automatisch schneller: Es kommt darauf an, ob die Software, die Sie nutzen, auch alle Kerne auslasten kann – nur dann bringt zum Beispiel die Investition in einen Acht- statt einen Vierkerner ein merkliches Tempo-Plus. Wie viele Kerne ein bestimmtes Programm tatsächlich benutzt, ist aber nicht so leicht herauszufinden: Die Kernauslastung kann sich sogar innerhalb einer Software je nach der Tätigkeit, die sie momentan ausführt, unterscheiden. Photoshop beispielsweise benutzt bei bestimmten Filtern alle vorhandenen Kerne, bei anderen hingegen lediglich einen.

Einen Hinweis auf die Anzahl der Kerne, die ein bestimmtes Programm auslastet, bietet die Angabe der CPU-Last im Windows-Taskmanager. Sie öffnen ihn unter Windows 10 per Rechtsklick in die Taskleiste – im Kontextmenü wählen Sie bitte „Task-Manager“ aus. Im Reiter „Leistung“ zeigt das Tool die CPU-Last unter „Verwendung“ an. Für einen besseren Überblick über die Auslastung der einzelnen Kerne klicken Sie mit der rechten Maustaste in das Diagramm: Wählen Sie anschließend „Diagramm ändern in -> Logische Prozessoren“. In der Folge erscheinen nun mehrere Kästen mit Diagrammen – für jeden logischen Prozessorkern Ihrer CPU einer. So sehen Sie dann beispielsweise acht bei einem Vierkern-Prozessor, der Hyper-Threading beherrscht.

Das Komprimiertool von Windows lastet nur einen Kern wirklich aus: Das erkennen Sie an der CPU-Last von knapp über zehn Prozent bei einem Achtkern-Prozessor.
Vergrößern Das Komprimiertool von Windows lastet nur einen Kern wirklich aus: Das erkennen Sie an der CPU-Last von knapp über zehn Prozent bei einem Achtkern-Prozessor.

Im Taskmanager sollten Sie immer auf die Angabe der Gesamtlast für die CPU achten, nicht auf den Ausschlag des Graphen in den einzelnen Diagrammkästen: Denn selbst wenn eine Software lediglich einen Kern nutzt, schiebt Windows das Abarbeiten der Programmbefehle zwischen den Kernen hin und her, sodass Sie nie in einem Diagramm 100 Prozent Last und in den anderen keine Last sehen. Das lässt sich gut am CPU-Benchmark Cinebench erkennen: Wenn Sie dort den Test „CPU (Single Core) auswählen, den Sie über „File -> Advanced benchmark“ freischalten, sehen Sie, dass beispielsweise bei einem Achtkern-Prozessor in sämtlichen acht Diagrammen eine gleichmäßige Last angezeigt wird.

Um die Kernauslastung einer Software zu prüfen, achten Sie also auf die gesamte CPU-Last, während Sie sie ausführen. Außerdem sollten Sie für diesen Test keine anderen Prozesse laufen lassen, um die CPU-Last nicht zu erhöhen. Sie können andere Programme im Taskmanager beenden, indem Sie im Reiter „Prozesse“ einen Rechtsklick darauf ausführen und die Option „Task beenden“ auswählen. Die Anzeige der CPU-Last im Taskmanager ist niemals ein ganz exakter Wert, weil bei Windows immer Hintergrundprozesse aktiv sind. Wenn Sie jedoch bei einem Vierkern-Prozessor eine CPU-Auslastung von rund 25 Prozent sehen, während ein Programm ausgeführt wird, ist das ein Hinweis darauf, dass es nur einen Kern nutzt. Die Anzeige einer CPU-Last von 100 Prozent zeigt eindeutig, dass das Programm sämtliche vorhandene Kerne nutzen kann.

Die Packerfreeware 7-Zip lastet beim Komprimieren dagegen alle Kerne des Prozessors voll aus und arbeitet dementsprechend schneller.
Vergrößern Die Packerfreeware 7-Zip lastet beim Komprimieren dagegen alle Kerne des Prozessors voll aus und arbeitet dementsprechend schneller.

An folgenden zwei Packprogrammen lässt sich besonders deutlich zeigen, wie unterschiedlich Software trotz gleicher Funktion die vorhandenen Kerne ausnutzt: Lassen Sie mehrere Ordner vom Windows-eigenen Zip-Programm packen und beobachten Sie im Taskmanager die CPU-Last: Diese wird bei einem System mit einer Vierkern-CPU bei rund 25 Prozent liegen. Komprimieren Sie nun dieselben Ordner mit dem Freewaretool 7-Zip : Die Software greift auf alle Kerne zurück, die CPU-Auslastung liegt bei 100 Prozent.

Tipp: Wie schnell ist Ihr Prozessor wirklich? Und wie heiß und laut wird er unter Last? In unserem Rageber finden Sie die besten Tipps & Tools, um die CPU zu analysieren, ihre Leistung präzise zu messen und sie bis ans Limit auszulasten.

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