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So gut ist das Creators Update

21.08.2017 | 13:33 Uhr |

Mittlerweile ist das Creators Update seit einigen Monaten offiziell verfügbar. Wir verraten, welche Optimierungen und Neuerungen Windows 10 besser gemacht haben.

Mit dem Windows 10 Creators Update hat Microsoft Anfang April nach dem Anniversary-Update acht Monate zuvor das zweite große Update veröffentlicht. Die ganz großen Neuerungen blieben zwar aus, dennoch zeigt sich das Creators Update als weiterer Schritt nach vorne und bietet zahlreiche Verbesserungen im Detail.

Wie es der Ausdruck „Creators“ bereits verrät, zielt Microsoft mit dem neuen Update auf alle Anwender, die ihr Windows-10-Gerät auf kreative Art und Weise nutzen. Ein Highlight ist die App Paint 3D für dreidimensionale Kunstwerke – im Idealfall mit dem Digitalstift.

Windows 10 S: Alle Infos zum neuen Windows 10 Light

Fast unsichtbar – kosmetische Änderungen an der Oberfläche

In die Weiterentwicklung von Windows fließt das Feedback der Windows-Insider ein und natürlich schauen die Microsoft-Programmierer sich auch die ein oder andere Funktion bei Linux, Mac OS X, Android und iOS ab. So lassen sich beispielsweise im Startmenü Kacheln nicht nur gruppieren, sondern auch in Ordnern zusammenfassen. Dazu ziehen Sie eine Kachel bei gedrückter linker Maustaste auf eine andere und lassen die Taste dann los. Klicken Sie eine Ordner-Kachel an, werden alle enthaltenen Apps und Anwendungen angezeigt.

Auch das Kontextmenü des Start-Buttons hat Microsoft mit dem Creators Update angepasst – und das nicht unbedingt zum Vorteil für alle Nutzer. Der Eintrag „Systemsteuerung“ zum Öffnen der klassischen Schaltzentrale wurde durch die moderne Variante „Einstellungen“ ersetzt. Grund: Nahezu alle Einstellungen und Optionen der Systemsteuerung sind zwischenzeitlich in die Einstellungen-App gewandert. Wer auf die Systemsteuerung (noch) nicht verzichten mag beziehungsweise kann, behilft sich folgendermaßen: Der Aufruf der Systemsteuerung gelingt nun am schnellsten über das Suchfeld, der Eingabe von „System“ und das Anklicken des Treffers „Systemsteuerung“. Die alte Kommandozeile öffnen Sie mit Win-R, der Eingabe von „cmd“ und einem anschließenden Klick auf die Schaltfläche „OK“.

Microsoft verteilt seit April das Creators Update für Windows 10. Bestandteil dieses Updates ist der sogenannte Game Mode. Der soll laut Microsoft Prozesse besser priorisieren und mehr Leistung für Spiele bereitstellen - vor allem bei vielen gleichzeitig geöffneten Anwendungen. Ob das wirklich stimmt, haben wir in diesem Video getestet - und zwar mit den Spielen Gears of War 4, Battlefield 1 und GTA 5.

Erweiterte Einstellungen mit zusätzlichen Funktionen

In der Einstellungen-App (Win-I) hat Microsoft weiter aufgeräumt und die Übersichtlichkeit verbessert. Es gibt nun nicht mehr neun, sondern elf Hauptkategorien. „Apps“ ist nun als eigene Rubrik direkt auf der Startseite der „Einstellungen“ zu finden.

Neu ist hier unter anderem die Möglichkeit, vorzugeben, aus welchen Quellen Apps installiert werden dürfen. Wer verhindern möchte, dass andere Nutzer eines gemeinsam verwendeten PCs Apps aus dubiosen Quellen aufspielen, kann sich für die Option „Nur Apps aus dem Store zulassen“ entscheiden.

Nichts geändert hat sich hingegen an der Verwaltung der Desktop-Anwendungen. Hierfür ist nach wie vor die in der klassischen Systemsteuerung untergebrachte Funktion „Programme und Features“ zuständig. Unter „Spielen“ hat Microsoft für Gamer relevante Funktionen zusammengefasst, die nun teilweise nicht mehr über die Xbox-App erfolgen müssen.

Neue Sicherheitszentrale mit mehr Funktionen

Eine der größten Neuerungen des Creators Update ist die App Windows Defender Security Center. In dieser App hat Microsoft alle Funktionen zusammengefasst, die im Zusammenhang mit der Sicherheit und der Stabilität des Betriebssystems stehen: „Viren- & Bedrohungsschutz“, „Geräteleistung & -integrität“, „Firewall- & Netzwerkschutz“, „App- & Browsersteuerung“ sowie „Familienoptionen“. Interessant ist, dass der integrierte Virenscanner in den letzten Monaten immer besser wurde und inzwischen eine ernst zu nehmende Alternative zu den Anti-Virus-Platzhirschen der anderen Hersteller ist.

Die zweite große Änderung in Sachen Sicherheit dreht sich um die Updatepolitik. Microsoft hat die von vielen Nutzern kritisierte Zwangsaktualisierung ein wenig entschärft. Anstatt alle neuen Updates automatisch einzuspielen, haben Nutzer von Windows 10 Pro jetzt endlich die Möglichkeit, Aktualisierungen mit siebentätiger Verspätung einzuspielen.

Die Anmeldeoption „Dynamische Sperre“ (Dynamic Lock) erlaubt das sichere und automatische An- und Abmelden per Bluetooth-Smartphone. Befindet sich das per Bluetooth mit dem PC verbundene Smartphone für länger als 30 Sekunden nicht in Reichweite des Rechners, dann wird Windows automatisch gesperrt. Um dies einzurichten, müssen Sie Ihr Telefon über Bluetooth mit Ihrem PC koppeln und das Kontrollkästchen im Bereich „Dynamische Sperre“ aktivieren.

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Mehr Extras, Komfort und Stabilität für Microsoft Edge

Auch Paint – einer der größten Windows-Klassiker – hat im Rahmen des Windows 10 Creators Update eine Generalüberholung erfahren. Die wichtigste Neuerung ist, dass Paint die dritte Dimension unterstützt.
Vergrößern Auch Paint – einer der größten Windows-Klassiker – hat im Rahmen des Windows 10 Creators Update eine Generalüberholung erfahren. Die wichtigste Neuerung ist, dass Paint die dritte Dimension unterstützt.

Die im Rahmen des Creator Update aktualisierte Version des hauseigenen Browsers Edge kommt ebenfalls mit einer Reihe neuer Funktionen daher). Tabs lassen sich inzwischen nicht nur anheften, sondern auch zum späteren Lesen vormerken.

Als überaus hilfreich entpuppt sich in der Praxis die neue Tabvorschau: Ein Klick auf das entsprechende Symbol zeigt am oberen Rand Mini-Versionen aller derzeit in Microsoft Edge geladenen Registerkarten an, was den Wechsel zu einem anderen Tab deutlich komfortabler macht. Außerdem ist Edge in der Lage, im Format Epub vorliegende E-Books anzuzeigen, was aus jedem Windows-Notebook und -Tablet einen portablen E-Book-Reader macht.

Was gibt es sonst Neues?

Mit der Groove Musik Maker App liefert Microsoft eine neue App zum Erstellen von Musik aus, ähnlich wie Apple mit Garageband. Die Karten-App erhält Collections-Funktionen, über die man Orte auf der Karte sammelt, um sie dann mit anderen zu teilen. Das Startmenü bekommt neue Live-Kacheln und eine Anzeige des aktuellen Akkuladestands. Im Windows Store gibt es künftig Themes für Windows 10, sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige. Das neue Design des Action Centers wirkt aufgeräumter und übersichtlicher als bisher. Und wenn man Windows 10 auf mehreren Rechnern nutzt, ist noch das Folgende praktisch: Das Action Center zeigt die Dokumente und Websites, die man zuletzt auf einem anderen Windows-10-Gerät bearbeitet beziehungsweise verwendet hat. Verbesserungen gibt es ferner bei der Powershell, bei den Sticky Notes, bei Windows Ink, den Mail- und Kalender-Apps und manchem mehr.

Verbesserte Spieleunterstützung für Windows 10 Creators Update

Die Xbox-App von Windows 10 liefert Anwendern zahlreiche Informationen zu bereits gespielten Games, den Aktivitäten Ihrer Freunde, den freigespielten Erfolgen und jede Menge mehr.
Vergrößern Die Xbox-App von Windows 10 liefert Anwendern zahlreiche Informationen zu bereits gespielten Games, den Aktivitäten Ihrer Freunde, den freigespielten Erfolgen und jede Menge mehr.

Da Microsoft auch im Spiele-Business ein Big Player ist, war es keine Überraschung dar, dass das Windows 10 Creators Update auch für PC-Gamer eine Menge Neuerungen parat hatte. Abgesehen davon, dass sich Spiele nun auch in 4K-Auflösung erleben lassen, dürfte insbesondere die Implementierung von Beam die Herzen der Gamer höherschlagen lassen. Bei Beam handelt es sich um einen pfiffigen Service, der jedes beliebige, auf einem Windows-10-PC gespielte Game auf unkomplizierte Art und Weise ins Internet streamt. Sie müssen nichts weiter tun, als mit der Tastenkombination Win-G die „Spieleleiste“ zu öffnen, auf das Icon „Übertragen“ zu klicken, die gewünschten Optionen auszuwählen und das Streaming mit „Übertragung starten“ zu beginnen. Ihre Zuschauer können Ihnen dann über die Webseite „beam.pro“ beim Spielen über die Schulter schauen.

Die Themen in Tech-up Weekly #94: Support-Aus für Windows 10? +++ Porno-Sperre in England für Minderjährige +++ Hotspot-Betreiber verdonnert 22.000 Nutzer zum Toilettenputzen +++ Kommentar der Woche +++ Fail der Woche:
102 iPhones am Körper geschmuggelt

► Support-Aus für Windows 10 - jetzt aber Entwarnung: www.pcwelt.de/a/microsoft-gibt-entwarnung-clover-trail-pcs-mit-windows-10-bekommen-sicherheits-updates,3447487

► AGB verdonnert 22.000 Nutzer zum Toilettenputzen: www.pcwelt.de/a/agb-verdonnert-22-000-nutzer-zum-toilettenputzen,3447464

► Großbritannien plant Porno-Sperre - Altersnachweis wird Pflicht: www.pcwelt.de/a/grossbritannien-plant-porno-sperre-altersnachweis-wird-pflicht,3447482

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► Erwischt: Schmugglerin trug 102 iPhones am Körper: www.pcwelt.de/a/erwischt-schmugglerin-trug-102-iphones-am-koerper,3447468

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