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So ersetzen Sie das Mainboard

08.02.2018 | 13:45 Uhr |

Das Austauschen der Hauptplatine ist ziemlich komplex und zeitaufwendig – insbesondere dann, wenn Sie es vorher noch nie selbst gemacht haben. Welche Hürden Sie beim Aus- und Einbauen des Mainboards in einem bestehenden System nehmen müssen, erklären wir Ihnen in diesem Tipp.

Bevor es an den Wechsel geht, sollten Sie sicher sein, dass sich ein Mainboard-Austausch bei Ihrem Rechner wirklich lohnt. Ein Austausch ist dann unumgänglich, wenn die Platine ihren Geist aufgegeben hat. Die Gründe für einen Totalausfall sind dabei unterschiedlich: So können etwa ein fehlerhaftes Bios-Update oder ein zu schwaches Billignetzteil dafür verantwortlich sein, dass die Platine überhitzt und nicht mehr zu retten ist. Überprüfen Sie auf jeden Fall andere Komponenten wie beispielsweise den Arbeitsspeicher und die CPU. Für den Fall, dass diese fehlerfrei funktionieren und tatsächlich lediglich das Mainboard streiken sollte, führt kein Weg am Wechsel vorbei. Bei der Wahl der neuen Hauptplatine gilt es nun, einige Dinge zu beachten. In unserem Beispiel beschränken wir uns im Übrigen auf den bloßen Austausch und nicht auf das Aufrüsten. So muss das neue Modell den gleichen Chipsatz und CPU-Sockel wie das alte Modell haben. Auch beim Formfaktor, also bei der Länge und Breite des neuen Boards, halten Sie sich am besten an das alte Format. Ausnahme: Sie wissen, welche Mainboard-Größen Ihr Gehäuse maximal aufnehmen kann. Details hierzu finden Sie im Handbuch oder auf der Produktseite im Internet. Typische Formate sind hier ATX und Micro-ATX. Recherchieren Sie am besten nach dem Namen des alten Mainboards, um sicher zu sein, welche Größe es hatte.

Ist ein Mainboard-Wechsel fällig, kann dies einige Zeit in Anspruch nehmen. Das ist zwar kein Hexenwerk, es gibt aber einige Punkte dabei zu beachten.
Vergrößern Ist ein Mainboard-Wechsel fällig, kann dies einige Zeit in Anspruch nehmen. Das ist zwar kein Hexenwerk, es gibt aber einige Punkte dabei zu beachten.

Für welches neue Mainboard-Modell Sie sich dann entscheiden, hängt von einigen Faktoren ab: Neben der Farbe des Modells unterscheiden sich die Platinen bei den Anschlüssen und im Design der Slots für Erweiterungskarten. Wenn Sie bei Ihrem alten Mainboard keine Anschlüsse vermisst haben, suchen Sie sich ein gleichwertiges Modell aus. Sollten Sie umgekehrt schon lange gedacht haben, dass das alte Board zu wenige Schnittstellen bietet oder dass bestimmte Ports gar komplett gefehlt haben, sollten Sie sich für ein entsprechend ausgestattetes Mainboard mit einer größeren Anschlussvielfalt entscheiden.

Ihr PC-Gehäuse gibt den Mainboard-Formfaktor vor. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie sich an das Format des alten Boards halten.
Vergrößern Ihr PC-Gehäuse gibt den Mainboard-Formfaktor vor. Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie sich an das Format des alten Boards halten.

Haben Sie sich diese Fragen beantwortet, kann der Ausbau des alten Boards losgehen: Im ersten Schritt trennen Sie den PC komplett vom Stromnetz und ziehen alle Kabel ab, die an den PC angeschlossen sind. Schrauben Sie nun die Gehäusewand ab, damit Sie an das Innenleben des Rechners herankommen.
Tipp: Knipsen Sie ein oder mehrere Fotos, bevor Sie mit dem Ausbau beginnen. Dies erleichtert Ihnen das spätere Anschließen. Starten Sie zuerst mit dem Ausbau der großen Komponenten wie der Grafikkarte und anderen Erweiterungskarten. Jetzt stöpseln Sie die Datenleitungen (SATA) ab, die Ihre Festplatten, SSDs sowie eventuelle optische Laufwerke mit dem System verbinden. Im Anschluss daran stecken Sie alle Stromanschlüsse ab, die direkt vom Netzteil kommen. In der Regel gehören hierzu ein 24-Pin-ATX-Stecker wie auch ein 6- oder 8-Pin-CPU-Anschluss. Denken Sie bitte beim Abstecken daran, die Klammer an der Seite zu drücken und danach erst zu ziehen. Zuletzt sind die dünnen Anschlüsse und Kabel an der Reihe, die direkt vom Gehäuse kommen – also beispielsweise das Kabel, welches mit dem Einschaltknopf verbunden ist, oder auch die USB- und Audioanschlüsse an der Front.

Nach dem Einsetzen des neuen Boards schrauben Sie es zuerst fest. Nehmen Sie dazu entweder die Schrauben vom Gehäuse- oder vom Mainboard-Hersteller.
Vergrößern Nach dem Einsetzen des neuen Boards schrauben Sie es zuerst fest. Nehmen Sie dazu entweder die Schrauben vom Gehäuse- oder vom Mainboard-Hersteller.

Im nachfolgenden Schritt nehmen Sie einen Kreuzschraubendreher zur Hand und lösen die Schrauben, die das Mainboard mit dem Gehäuse verbinden. Nehmen Sie die Hauptplatine heraus. Als Nächstes demontieren Sie den CPU-Kühler, den Arbeitsspeicher sowie den Prozessor. Entfernen Sie ebenfalls die alte Wärmeleitpaste vom Kühlerboden wie auch vom Prozessor selbst. Und nicht vergessen: Die Anschlussfeldblende in der Rückseite des Gehäuses muss gleichfalls weichen. Jetzt ist Platz für den Einbau des neuen Mainboards. Dieses wird in umgekehrter Reihenfolge installiert. Vergessen Sie dabei auch nicht neue Wärmeleitpaste für die CPU! Überprüfen Sie nun sorgfältig, ob sämtliche Leitungen und Anschlüsse korrekt und fest sitzen, und setzen Sie sodann die Gehäusewand wieder ein. Sollten Sie unsicher sein, sehen Sie im Hauptplatinenhandbuch nach. Abschließend stecken Sie alle externen Kabel wieder an den Rechner. Hängt der PC wieder am Stromnetz, ist der Moment der Wahrheit gekommen. Drücken Sie dazu den Power-Knopf. Wenn der Rechner hochfährt, kann es vorkommen, dass Sie zuerst ins Bios wechseln müssen. Wollen Sie den Bootvorgang ohne Änderungen fortsetzen, verlassen Sie das Bios einfach wieder. In manchen Fällen kann es auch vorkommen, dass der PC von der falschen Festplatte startet, wenn Sie mehrere eingebaut haben. Um das Problem zu beheben, ändern Sie die Startreihenfolge im Bios, indem Sie die Systempartition an die erste Stelle setzen.

Tipp: Sie wollen Teile Ihres Rechners austauschen oder den PC aufrüsten? Mit unseren Tipps vermeiden Sie schwere Fehler und die damit verbundenen Schäden am PC.

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