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Smartphone-Versicherung: Das müssen Sie wissen

13.04.2018 | 09:06 Uhr |

Lohnt sich eine teure Smartphone-Versicherung? Welche Schadensfälle deckt sie überhaupt ab? Und wie sieht es mit den Erstattungsleistungen aus? Hier finden Sie nicht nur klare Antworten, sondern lesen auch, was es sonst noch zu beachten gilt.

Gerade nach dem Kauf eines teuren High-End-Smartphones stellen sich viele die Frage, ob sie das neue Gerät mit einer Handy-Versicherung absichern sollen und falls ja, bei wem. Nicht nur Versicherungsgesellschaften, sondern auch Mobilfunkanbieter, Elektrofachmärkte und Onlineversicherer bieten einen solchen Schutz an. Wir haben uns fünf Anbieter und ihre Versicherungspakete genauer angeschaut und verraten, worauf dabei zu achten ist und wann sich eine Versicherung lohnt.

Was kostet eine Smartphone-Versicherung?

Bei O2 ist der monatliche Beitrag, wie überall, an den ursprünglichen Gerätepreis gekoppelt.
Vergrößern Bei O2 ist der monatliche Beitrag, wie überall, an den ursprünglichen Gerätepreis gekoppelt.

Der monatliche Beitragspreis variiert je nach Anbieter und Versicherungsleistung. In der günstigsten Standardversion beginnt dieser oftmals bei etwa 3 Euro im Monat. Allerdings ist der monatliche Beitrag bei allen Anbietern gestaffelt nach dem ursprünglichen Gerätepreis. Das heißt, je mehr Geld Sie für das zu versichernde Smartphone hingeblättert haben, desto teurer auch die Versicherung. Wenn Sie also nicht gerade Ihr günstiges 200-Euro-Einsteigergerät absichern wollen, müssen Sie mit einem höheren monatlichen Beitrag rechnen. Wer zusätzlich Wert auf einen Diebstahlschutz legt, der muss bei nahezu allen Anbietern nochmal tiefer in die Tasche greifen. Bei einem teuren High-End-Gerät wie dem Google Pixel 2 in der 64-GB-Version kann eine Versicherung inklusive Diebstahlschutz dann schnell mal mit 8 Euro oder mehr im Monat zu Buche schlagen. Lassen Sie sich also nicht von einem niedrigen Einstiegsangebot blenden, sondern informieren Sie sich vorher sorgfältig über den Preis, den Sie letztlich für Ihr spezifisches Smartphone-Modell bei der jeweiligen Versicherung zu berappen haben.

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Bei welchen Schäden zahlt die Versicherung?

Der Mediamarkt Plusschutz für Smartphones zahlt bei Fallschäden, Displaybruch, Problemen mit der Antenne und dem WLAN, Frost und Sturm, Wasserschäden und sogar bei Schäden durch Verschleiß und Abnutzung.
Vergrößern Der Mediamarkt Plusschutz für Smartphones zahlt bei Fallschäden, Displaybruch, Problemen mit der Antenne und dem WLAN, Frost und Sturm, Wasserschäden und sogar bei Schäden durch Verschleiß und Abnutzung.

Auch die Versicherungsleistungen der unterschiedlichen Anbieter unterscheiden sich voneinander. Grundsätzlich springen alle Versicherungen ein, wenn das Display nach einem Sturz einen Sprung aufweist oder wenn das Gerät durch Flüssigkeiten beschädigt wurde. Abgesehen davon zahlen viele Anbieter, wenn Ihr Smartphone durch einen Blitzeinschlag oder einen Brand einen Defekt davongetragen hat. Andere wiederum decken Frost, Antennen-und WLAN-Probleme, Sabotage, Kurzschlüsse oder sogar widerrechtlich entstandene Telefonkosten ab. Diebstahl und Raub übernehmen die meisten Versicherungen nicht. Diesen Schadensfall können Sie jedoch durch einen höheren monatlichen Beitrag absichern. Informieren Sie sich also in den AVB (Allgemeine Versicherungsbedingungen) des jeweiligen Versicherungsanbieters, und entscheiden Sie sich für einen Schutz, der auf Ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmt ist.

Welche Schäden werden nicht erstattet?

Smartphones verlieren mit der Zeit an Schadensersatzwert.
Vergrößern Smartphones verlieren mit der Zeit an Schadensersatzwert.

Auch hier gilt es, die AVB der jeweiligen Versicherung im Vorfeld genauestens zu studieren. Denn hier sind detailliert alle Schadensfälle aufgelistet, bei denen Sie keine Entschädigung erwarten dürfen: Und das sind in der Regel deutlich mehr als die Schadensfälle, bei denen die Versicherungen zahlen.

So sind sogar von den abgesicherten Schadensfällen manche Szenarien ausgeschlossen. Die R+V-Versicherung versichert beispielsweise Schäden durch Flüssigkeiten; wenn Ihr Smartphone aber witterungsbedingt nass wird, springt der Anbieter nicht ein. Auch bei einem gesprungenen Display können Sie nicht immer mit Schadensersatz rechnen: So zahlen die meisten Versicherungen lediglich dann, wenn die Funktionsfähigkeit des Smartphones beeinträchtigt ist. Schönheitsfehler wie Schrammen und Kratzer im Lack sind ebenfalls meist ausgenommen.

Auch beim Diebstahlschutz sollten Sie genau nachlesen, welche Szenarien abgesichert sind. Wenn Sie beispielsweise Ihr Smartphone in der Außentasche Ihrer Jacke oder Ihres Rucksacks mit sich führen oder Ihr Gerät offen auf den Tisch legen, gilt das oftmals als fahrlässiges Verhalten. Die meisten Versicherungen haften in diesem Falle nicht.

Der verschleißbedingte Ausfall von Komponenten wie Akkus ist ebenfalls häufig ausgeschlossen. Genauso steht es mit technischen Produktmängeln, die im Rahmen der zweijährigen Händlergewährleistung abgedeckt sind. Auch Schäden, die durch nicht fachgerechte Reparaturversuche von Ihnen oder von unautorisierten Werkstätten verursacht wurden, decken die Versicherungen im Regelfall nicht ab.

Bei einem Datenverlust durch Viren, Programmier-oder Softwarefehler sowie bei Schäden durch Rooten oder Aufspielen von Custom-ROMs haften die Versicherungen ebenfalls nicht.

Smartphone-Kniffe: Telefonieren wie ein Profi

Mit welchen Erstattungsleistungen können Sie rechnen?

Studieren Sie in den AVB die Ausschlüsse.
Vergrößern Studieren Sie in den AVB die Ausschlüsse.

Wer davon ausgeht, dass die Versicherung im Schadensfall das Smartphone mit einem gleichen neuwertigen Modell ersetzt oder Ihnen zumindest das Geld dafür auszahlt, liegt leider bei den meisten Anbietern falsch. So bekommen Sie meist keine finanzielle Entschädigung, sondern müssen sich zwangsläufig mit anderen Ersatzleistungen wie der Reparatur des defekten Geräts zufrieden geben. Manche schreiben sogar vor, wo Sie Ihr Smartphone in die Reparatur bringen müssen.

Und selbst wenn Ihr Mobilgerät komplett den Geist aufgegeben hat und sich nicht mehr retten lässt, können Sie meist nicht mit einem brandneuen Austauschmodell rechnen. Denn der Wert Ihres Smartphones sinkt im Laufe der Zeit, in der Sie es verwenden, rapide.

So bietet beispielsweise die R+V Versicherung lediglich in den ersten sechs Monaten eine maximale Entschädigung von 100 Prozent des Kaufpreises. Dieser beträgt dann bis zu einem Alter von zwölf Monaten noch 80 Prozent, im zweiten Jahr 60 und dann nur noch 40 Prozent.

Außerdem finden Sie meist in den AVB der Versicherungen eine Klausel, in der die Anbieter sich lediglich dazu bereit erklären, Ihnen ein vergleichbares gebrauchtes Gerät zu überlassen, sollte Ihr Smartphone endgültig den Geist aufgeben. Hier haben Sie dann nicht einmal ein Mitspracherecht bei der Auswahl des Modells.

Egal, ob bei einer Reparatur oder einem Ersatz durch ein anderes Gerät: Bei nahezu allen Versicherungen müssen Sie mit einer Eigenbeteiligung rechnen, es sei denn, Sie nehmen einen höheren Versicherungsbeitrag in Kauf. Die Eigenbeteiligung liegt oftmals bei zehn Prozent des Geräteneuwerts; manchmal ist sie nach Gerätewert gestaffelt oder auf einen bestimmten Betrag festgelegt. Dieser liegt beispielsweise bei der Sofortschutz Handyversicherung bei 30 Euro, beim Mediamarkt Plusschutz für Smartphones bei 50 Euro.

Fristen, Laufzeiten und Schadensfall: Worauf müssen Sie achten?

Wenn Sie eine Smartphone-Versicherung abschließen wollen, müssen Sie meist zeitnah nach dem Kauf handeln, denn bei allen Anbietern gibt es eine Abschlussfrist. So können Sie sich beim Mediamarkt Plusschutz nur direkt beim Kauf entscheiden, ob Sie eine Versicherung wünschen. Bei den Tarifen O2 Basic und O2 Premium haben Sie immerhin 30 Tage Zeit. Die längste Bedenkzeit haben Sie bei der Sofortschutz Handyversicherung sowie beim R+V Geräteschutz. Hier liegt die Frist bei bis zu zwölf Monaten nach dem Kaufdatum.

Auch wenn Sie Ihr neues Luxus-Smartphone so schnell wie möglich versichern wollen, sollten Sie sich dennoch nicht im Geschäft zu einer teuren Versicherungspolice überreden lassen. Geben Sie sich die Zeit, die Versicherungsbedingungen zu studieren, und vergleichen Sie verschiedene Angebote. Falls Sie sich doch haben breitschlagen lassen, besteht ein 14-tägiges Widerrufsrecht, falls Sie eine andere Option favorisieren.

Heben Sie nach dem Kauf auf jeden Fall den Originalkaufbeleg des Handys auf, und notieren Sie sich die IMEI-Nummer des Geräts, so dass Sie im Schadensfall alle wichtigen Unterlagen für die Versicherung zur Hand haben.

Achten Sie außerdem auf die Mindestlaufzeit des Vertrages. Eine teure Versicherung bei einem günstigen Mittelklassegerät lohnt sich in Anbetracht des stetig fallenden Zeitwertes bei einer langen Vertragslaufzeit von 24 Monaten eher nicht. Am besten suchen Sie hier ein Angebot ohne Mindestlaufzeit. Beachten Sie zudem, dass mancher Vertrag automatisch endet, sobald der Schadensfall eintritt.

Siehe auch: Smartphone-Kameras im Technik-Vergleich

Wie müssen Sie im Schadensfall vorgehen?

Damit Sie im Schadensfall auch die Versicherungsleistung in Anspruch nehmen können, gibt es einiges zu beachten. Auch hier können Sie die AVB des Anbieters Ihrer Wahl zur Hilfe nehmen. Hier finden Sie alle vorgeschriebenen Verhaltensregeln. Meist müssen Sie innerhalb einer bestimmten Frist den Schaden bei der Versicherung melden, dabei den Vorfall schildern und im besten Fall mit Fotos und Zeugen belegen. Versuchen Sie nicht, das Smartphone auf eigene Faust zu reparieren, und geben Sie es auch nicht auf eigene Faust in die Reparatur. Und wenn Sie das Gerät in die Reparatur geben, sollten Sie in jedem Fall darauf achten, vorher Ihre Daten zu sichern, Ihr SIM-Karte sowie Ihre Speicherkarte zu entfernen und alle persönlichen Daten zuverlässig zu löschen.

Im Falle eines Diebstahls oder Raubs fordern die meisten Versicherung außerdem eine Anzeige des Vorfalls bei der Polizei.

Wann lohnt sich eine Smartphone-Versicherung?

In Anbetracht der doch nicht so geringen Kosten, der meist langen Laufzeiten und sehr eingeschränkten Leistungen lohnt sich eine Smartphone-Versicherung sicherlich nicht für jeden.

Wenn Sie beispielsweise eine günstiges Einsteigergerät oder eine preiswertes Mittelklassegerät Ihr Eigen nennen, sollten Sie sich vorab über die Kosten des wahrscheinlichsten Schadensfalles informieren, beispielsweise den Austausch des Displays. Meist lohnt sich eine teure Versicherung mit monatlichen Beiträgen nicht. Investieren Sie hier lieber ein paar Euro in eine stabilisierende Displayfolie oder eine Hülle, die Ihr Smartphone vor Stoß-und Aufprallschäden schützt.

Wenn Sie hingegen ein neues High-End-Gerät besitzen und eine Versicherung Ihnen die nötige Sicherheit gibt, kann diese sich lohnen. Beachten Sie jedoch auch hier, dass der Zeitwert des Smartphones recht schnell sinkt und lange Laufzeiten deshalb nicht sinnvoll sind.

Schon für unter 200 Euro gibt's Smartphones mit ordentlicher Leistung, coolem Design und aktueller Android-Version. Wir haben uns auf der Handy-Messe MWC 2018 die interessantesten Schnäppchen-Smartphones angeschaut, die in den nächsten Wochen und Monaten auf den Markt kommen. Hinweis: Das ZTE Blade V9 liegt mit 219 Euro (269 Euro minus 50 Euro Vorbesteller-Rabatt bis 31.03.) zwar knapp über der 200-Euro-Grenze, darf aber aufgrund des sehr guten Preis-/Leistungsverältnisses unserer Meinung nach trotzdem nicht in dieser Runde fehlen.

Hier die Schnäppchen-Smartphones in der Reihenfolge, in der sie im Video gezeigt werden:

► Wiko View 2
► ZTE Blade V9 (bei Amazon: amzn.to/2oMv0WJ / 50 Euro Vorbesteller-Rabatt bis 31.03., wird an der Kasse abgezogen )
► LG K10 (2018) / LG K10 Plus (2018)
► LG K8 (2018)
► Nokia 1 (Hands-on-Video: www.youtube.com/watch?v=k0v7UgNHFGc)


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