2323253

Smartphone-Apps auf dem Autoradio nutzen

07.02.2018 | 09:09 Uhr |

Infotainment-Systeme mit Unterstützung von Android Auto oder Carplay sind noch selten und zum Nachrüsten nicht ganz billig. Darüber hinaus schalten beide Systeme nur sehr wenige Apps für das Autoradio frei. Das ist bei Mirrorlink anders, denn hiermit lässt sich der komplette Bildschirm auf den Touchscreen am Armaturenbrett spiegeln.

Viele Autofahrer wünschen sich für ihr Infotainment inzwischen ähnliche Funktionen wie auf dem Smartphone. Nun existieren mit Android Auto von Google und Carplay von Apple zwei Standards, mit denen sich Apps vom Telefon ins Kfz holen und bequem über das größere Display des Autoradios bedienen lassen. Doch Infotainment-Systeme mit Unterstützung von Android Auto oder Carplay sind noch selten und überdies zum Nachrüsten zu Preisen ab circa 400 Euro nicht ganz billig. Darüber hinaus schalten beide Systeme nur sehr wenige Apps für das Autoradio frei.

Das ist bei Mirrorlink anders, zumindest mithilfe des richtigen Tricks: Denn dann wird – daher stammt schließlich auch die Bezeichnung – wirklich der komplette Bildschirm auf den Touchscreen am Armaturenbrett „gespiegelt“. Die Apps selber laufen auf der ohnehin vorhandenen Hardware, also auf dem Android-Smartphone. Mirrorlink hat jedoch den Nachteil, dass es nur vergleichsweise wenige Telefone unterstützt – ausgenommen viele Samsung-Geräte vom betagten Galaxy S5 bis zum günstigen A3 2017. Eine Kompatibilitätsliste finden Sie hier.

Alle Android-Apps vom Telefon erscheinen per Mirrorlink-Verbindung auf dem Touchscreen des Autoradios, so auch die spezielle Bedienhilfe Car Home Ultra.
Vergrößern Alle Android-Apps vom Telefon erscheinen per Mirrorlink-Verbindung auf dem Touchscreen des Autoradios, so auch die spezielle Bedienhilfe Car Home Ultra.

Jetzt kommt die gute Nachricht für zahlreiche VW-, Audi-, Skoda- und Seat-Fahrer: Im Internet wie auch auf Ebay bekommen Sie das im Prinzip für den chinesischen Markt konzipierte und für eine große Anzahl von Fahrzeugen aus der VW-Gruppe passende Mirrorlink-Radio mit der Modellbezeichnung RCD 330 oft bereits für unter 100 Euro, bei ausländischen Online-Shops wie Aliexpress als Angebot sogar noch preisgünstiger. Wir haben ein solches Gerät gekauft und ins Auto eingebaut – und es funktionierte alles auf Anhieb. Der Einbau gestaltet sich einfach und ist aufgrund von genormten Maßen und Anschlüssen in wenigen Minuten erledigt. Der Radioempfang ist ausgesprochen gut und die Bedienung über den Touchscreen einfach. Um das Autoradio und das Smartphone zu koppeln, verbinden Sie beides mit einem gewöhnlichen USB-Kabel und drücken am Radio die „Phone“-Taste, gefolgt von „Mirrorlink“ auf dem Touchscreen. Wenn abhängig vom Telefonmodell zudem eine Hilfs-App des Herstellers notwendig ist, wird sie angezeigt. Sie lässt sich schnell aus dem Play Store nachladen. Um nun nicht auf die auch bei Mirrorlink wenigen für das Auto zertifizierten Apps beschränkt zu sein, gehen Sie wie folgt vor: Installieren Sie unabhängig von Ihrer Smartphone-Marke zunächst einmal die App LG Mirror Drive aus dem Play Store und tippen Sie danach auf „Einstellungen –› Töne und Benachrichtigungen –› Anwendungsbenachrichtigungen“. Scrollen Sie in der App-Liste zu LG Mirror Drive vor und unterbinden Sie das Zulassen für diese App. Sodann installieren Sie als zweite App Button Savior. Starten Sie diese App, tippen Sie daraufhin auf „Setup“ und schalten Sie im folgenden Bildschirm ganz unten die Einstellung „Button savior (non root)“ ein. Wenn Sie das Smartphone jetzt mit dem Autoradio verbinden und darauf die LG-App starten, dann erscheint Ihre Telefonansicht komplett auf dem Radiodisplay. Noch ein praktischer Tipp zum Schluss: Die App Car Home Ultra (kostenfrei) ist eine speziell für die Bedienung während der Fahrt konzipierte Oberfläche, deren große Schaltflächen Sie individuell mit Apps Ihrer Wahl belegen können.

Tipp: Mirrorlink soll Android-Smartphones perfekt ins Auto integrieren. Wir stellen diese Smartphone-Schnittstelle mit ihren Vor- und Nachteilen vor und haben Mirrorlink ausgiebig im VW Bus, Passat und Polo, im Seat Ibiza, Skoda Rapid und Superb sowie im Toyota Aygo getestet. Plus: Test einer Nachrüstlösung für Mirrorlink.

0 Kommentare zu diesem Artikel

PC-WELT Marktplatz

2323253