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Smarte Thermostate: Die besten Lösungen für smarte Heizungssteuerung

06.02.2018 | 09:36 Uhr |

Mit smarten Thermostaten sparen Sie Geld und gewinnen vor allem Komfort. Wir stellen die besten Smart-Home-Thermostate vor. Von AVM, Elgato, Tado, Homematic, Homematic IP, Devolo, Netatmo... Update 6.2.: Langzeittest mit AVM Fritz Dect 301/300 und Elgato Eve Thermo.

Die Heizung mit dem Internet verbinden und Energiekosten sparen oder zumindest den Heizkomfort spürbar steigern - die Installation smarter Thermostate ist denkbar einfach. Doch nicht jede smarte Heizlösung passt für jeden Benutzer. PC-WELT stellt die spannendsten Alternativen vor und erklärt, welche smarten Thermostate sich für welchen Nutzertyp eignen.

Eine Heizung, die automatisch weiß, wann es im Wohnzimmer zu kalt wird - im modernen Smart Home dreht meist keiner mehr selbst am Heizkörper. Mit dem Internet verbundene Thermostate kommunizieren mit anderen Geräten wie Smartphones, fragen Wetterdaten ab, wissen automatisch, wann Sie auf dem Nachhauseweg sind und heizen schon einmal die eigenen vier Wände vor.

Klingt verlockend? Doch die Produkte am Markt unterscheiden sich beträchtlich voneinander. PC-WELT stellt Ihnen die interessantesten smarten Thermostate vor, zeigt, was sie in Sachen Funkstandards beachten sollten und welche Ansätze für Sie in Frage kommen.

Austausch ist einfach, aber..

Der Austausch des vorhandenen Heizthermostats durch einen neuen ist eigentlich einfach. Drehen Sie den montierten Thermostat ganz auf, nehmen Sie dann eine Rohrzange und lösen Sie damit die Überwurfmutter, die den Thermostat sichert. Wenn die Mutter locker ist, können Sie diese mit der Hand abschrauben und den Thermostat abnehmen. Setzen Sie dann den neuen Thermostat auf das Gewinde am Heizkörper, drehen Sie dessen Mutter von Hand fest und drehen Sie mit der Rohrzange noch etwas nach. Fertig. Wasser tritt dabei keines aus. Allerdings ist der Austausch nur dann so einfach, wenn das Gewinde des neuen Thermostaten auf das vorhandene Gewinde am Heizkörper passt. Ist das jedoch nicht der Fall, benötigen Sie Adapter. Je nach Hersteller des smarten Heizkörperthermostaten liegt ein oder liegen sogar mehrere Adapter bereits bei. Meist sind diese aus Kunststoff. Gegebenenfalls müssen Sie zusätzliche Adapter nachkaufen, falls die mitgelieferten nicht passen. Zudem lässt sich bei sehr alten Heizkörpern nie ausschließen, dass die Überwurfmutter fest sitzt – Rostlöser spritzen, mit dem Hammer dagegen klopfen – oder vielleicht sogar das Heizkörperventil klemmt.

Vorab Grundlagen prüfen: Welche smarte Heizungssteuerung ist die Richtige?

Smarte Heizung für Haus oder Wohnung?

Die Wahl des richtigen vernetzten Thermostates hängt zuerst einmal davon ab, ob Sie Zugriff auf die zentrale Heizungssteuerung haben. Für Hausbesitzer gibt es einen immer größer werdenden Markt an Lösungen, die direkt den zentralen Heizkessel beziehungsweise die Gastherme steuern. Kabellose Stellantriebe hingegen ersetzen den klassischen Drehregler am Heizkörper und ermöglichen die Regulierung im Zimmer. Das ist das Mittel der Wahl für Besitzer von Wohnungen.  

Microsoft GLAS: Transparenter Thermostat mit Cortanta-Sprachsteuerung

Microsoft GLAS: Transparenter Thermostat mit Cortanta-Sprachsteuerung
© Microsoft

Ein Sonderfall unter den Heizthermostaten ist das ab März 2018 nur in den USA vorbestellbare Microsoft GLAS. Damit regeln Sie Heizung und Lüftung in Ihrer Wohnung per Sprachsteuerung oder mit Fingerwischbewegungen auf dem durchsichtigen Touchscreen. Der Thermostat erkennt die Anwesenheit von Menschen und regelt danach automatisch die Heizung.

Funk-Protokolle

Auch bei den Funkstandards haben die Hersteller - wie bei anderen Smart Home-Lösungen auch - ihre eigenen Vorlieben: Die reichen vom wenig Akku-Kapazität verbrauchenden Bluetooth-Low-Energy-Protokoll und dem verschlüsselten Homematic-Protokoll (Bidcos, Bidirectional Communication System im 868-MHz-Band bidirektional und mit 128 Bit verschlüsselt) über RWE und Enocean bis hin zum innovativen Zigbee-Standard, den zum Beispiel Tado verwendet. Sogar der von kabellosen Telefonen bekannte Dect-Standard kommt zum Einsatz: als besonders stromsparendes Dect ULE, was Digital Enhanced Cordless Telecommunications Ultra Low Energy bedeutet. AVM verbindet über Dect ULE zum Beispiel seine Fritz Dect 300/301 mit der Fritzbox.

Fenster offen Erkennung prüfen und nachjustieren

Falls Ihr smartes Heizthermostat an einem Heizkörper angebracht wird, der sich unterhalb oder zumindest in der Nähe eines Fensters befindet: Nutzen Sie die Wirksamkeit der „Fenster offen“-Erkennung des Thermostats und beobachten Sie deren Wirksamkeit beziehungsweise Zuverlässigkeit in den ersten Tagen und Wochen. Sollte sich das Thermostat bei geöffneten Fenster nicht ausschalten, oder der Thermostat sogar richtig stark aufdrehen, wenn das Fenster geöffnet ist, dann sollten Sie die Empfindlichkeit der „Fenster offen“-Erkennung schärfer stellen.

Kompatibel zu Amazon Echo, Google Home und Apple Homekit

Darüber hinaus sollte man vor dem Kauf auch die Kompatibilität zu digitalen Assistenten wie Amazon Echo , Google Home oder Apple Homekit überprüfen, sofern man diese Dienste nutzen möchte. Denn die Steuerung des smarten Zuhauses per Sprache könnte für viele Benutzer eine Rolle spielen - sofern man kein Problem damit hat, dass Amazon, Apple und auch Google in der Wohnung mithören! Homematic IP beispielsweise unterstützt Alexa und Google Home, Tado zusätzlich Apple Homekit. Elgato dagegen nur Apple Homekit. Fritz Dect 301 von AVM dagegen lässt sich nicht mit der Sprache steuern.

Tipp: Heben Sie die alten Thermostate auf

Heben Sie unbedingt den alten mechanischen Heizkörperthermostaten auf. Denn es muss sich erst noch zeigen, wie langlebig die neuen digitalen Thermostaten sind. Insbesondere wenn sie in Badezimmern mit stark schwankenden Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit eingesetzt werden. In einem Fall versagte ein moderner programmierbarer Heizkörperthermostate bereits nach wenigen Tagen den Dienst. Hier mussten wir dann den alten Thermostaten wieder montieren um den auf voller Leistung laufenden Heizkörper abschalten zu können. Außerdem wollen oder müssen Sie bei einer Mietwohnung beim Auszug die digitalen Thermostate wieder entfernen. Dann brauchen Sie die alten Geräte wieder.

Die besten Smart-Home-Thermostate im Überblick

Links die Fritz Dect 300, rechts dessen Nachfolgemodell Fritz Dect 301.
Vergrößern Links die Fritz Dect 300, rechts dessen Nachfolgemodell Fritz Dect 301.

Fritz Dect 300/301 von AVM: Ohne zusätzliche Basisstation

Der Berliner Kommunikationsspezialist AVM ist ebenfalls mit einem programmierbaren und per App steuerbaren Heizkörperthermostaten am Markt. Die Fritz Dect 301 (Vorgängermodell: Fritz Dect 300) bietet den Vorteil, dass der Benutzer dafür keine zusätzliche Basisstation alias Gateway kaufen muss, sondern die Fritz Dect 301/300 direkt mit einer vorhandenen Fritzbox verbindet. Der Datenaustausch zwischen Fritzbox und Fritz Dect 301/300 erfolgt via DECT ULE.

Die Fritz Dect 301/300 kann zwar anders als die Tado-Lösung die Heizung nicht in Abhängigkeit vom Aufenthaltsort der Bewohner regulieren. Doch das bietet auch Vorteile bei Datenschutz und Sicherheit. Zudem kann AVM im Rahmen seiner FritzOS-Updates immer wieder neue Funktionen nachrüsten. Zudem besitzt die Fritz Dect 301 ein Display, das sich nie ausschaltet und somit dauerhaft ablesbar ist. Und das sich auch aus einem schrägen Blickwinkel ablesen lässt. Das Display lässt sich zudem drehen und die Installation des Fritz Dect 301 geht beispielhaft einfach über die Bühne.

AVM Fritz Dect 300
Vergrößern AVM Fritz Dect 300
© AVM

Testbericht: Wir haben die Fritz Dect 301 sowie deren Vorgänger Fritz Dect 300 ausführlich getestet, unseren detaillierten Testbericht finden Sie hier: AVM Fritz Dect 301/300 im Test. Update 6.2.: Mittlerweile haben wir erste Erfahrungswerte zum Stromverbrauch der Fritz Dect 301 und können diese Werte mit denen des Vorgängers Fritz Dect 300 vergleichen.

Preisvergleich: Die Fritz Dect 301 ist für 59 Euro erhältlich.

Weiterer Lese-Tipp zu AVM: Smart Home mit Fritzbox - alle Geräte und Möglichkeiten

Homematic: Solide und mit Unterputz-Lösungen

Einen günstigen Einstieg in das smarte Heizen verspricht HomeMatic. Vernetzte Stellantriebe wie das HomeMatic 105155 gibt es bereits für unter 40 Euro und lassen sich über die Magenta SmartHome App der Deutschen Telekom steuern. Vorausgesetzt man besitzt bereits die zentrale Steuereinheit des Herstellers, also das Gateway alias Basisstation CCU2. 

Wer nicht den Weg über das Webfrontend beziehungsweise Smartphone nehmen will, der kann in alter Manier direkt am Gerät selbst zwischen verschiedenen voreingestellten Heizprogrammen wählen oder individuelle Profile erstellen. Komfortabler klappt die Wärmesteuerung mit einem zentral installierten HomeMatic Funk Wandthermostat, das an alle Stellantriebe den Temperaturwunsch weitergibt. 

Praktische Features in den Homematic-Lösungen wie eine Fenster-Auf-Erkennung sparen zudem Heizkosten. Und wem es nicht schnell genug mit dem Aufheizen gehen kann, der freundet sich schnell mit der Boost-Funktion an.

Die Smart Home-Lösung des Anbieters eQ-3 setzt auf den gleichnamigen energiesparenden und AES 128-verschlüsselten Funkstandard HomeMatic, der viele weitere Smart Home-Komponenten, auch unter dem Putz, vernetzt. Beispielsweise auch Funksteckdosen alias Zwischenstecker.

Der Homematic IP Access Point mit der App.
Vergrößern Der Homematic IP Access Point mit der App.
© EQ-3

Homematic IP: Verschlüsselte Funkverbindung und Bedienung per Ap

Homematic IP ist die jüngere IPv-6-basierte Variante von Homematic. Mit dem Starterset Raumklima können Sie den ersten Heizthermostat samt Basisstation und Fensterkontakt in Betrieb nehmen. Preis für das Starterset: rund 113 Euro. Weitere Heizkörperthermostate kosten jeweils 49 Euro.

Anders als bei Homematic liegen bei Homematic IP nicht alle Daten und Einstellungen auf der CCU2 in der Wohnung, sondern auf einem Cloudserver. Eine Access Point stellt die Verbindung zwischen Cloud, Apps und den Geräten her. Der Kunde richtet Homematic IP komplett über die iOS- oder Android-App auf seinem Smartphone ein. Wir testen Homematic IP - unseren ausführlichen Testbericht finden Sie hier. Außerdem erklären wir dort genau den Unterschied zwischen Homematic und Homematic IP.

Unterschied zwischen Homematic/Homematic IP und Max

Neben Homematic und Homematic IP bietet Eq-3 auch noch Max für die Heizungsteuerung an. Max ist aber eine reine Heizungssteuerungslösung und keine umfassende Rundum-Lösung für das Smart Home wie HomeMatic oder Homematic IP. Wenn Sie also noch am Beginn eines Smart Homes stehen und sich für eine Heizungslösung entscheiden, aber die Flexibilität eines weiteren Ausbaus durch weitere Gewerke wie Licht- und Beschattungssteuerung oder Sicherheit behalten wollen, dann sollten Sie eher auf Homematic oder Homematic IP setzen.
 

Elgato Eve Thermo 2. Generation

Das Münchner Unternehmen Elgato mischt beim Thema smarte Heizungssteuerung schon länger mit. Die zur IFA 2017 vorgestellte neue zweite Generation von Eve Thermo können Sie nun endlich auch direkt am Gerät über ein Display mit Touch-Bedienfeld einstellen. Damit sind Sie nicht mehr zwangsläufig auf die App angewiesen, wie es bisher bei Eve Thermo der Fall ist.

Eve Thermo 2. Generation mit Touch-Display.
Vergrößern Eve Thermo 2. Generation mit Touch-Display.
© Elgato

Über eine weiß durchscheinende LCD-Anzeige und ein berührungssensitives Bedienfeld können Sie die Zieltemperatur in Schritten von 0,5° Celsius einstellen. Das Display aktivieren Sie per Fingertipp. Es schaltet sich wenige Augenblicke nach der letzten Eingabe automatisch wieder ab, um Strom zu sparen. Für die Stromversorgung von Eve Thermo dienen Batterien.

Zu den Stärken von Eve Thermo gehört die gelungene App.
Vergrößern Zu den Stärken von Eve Thermo gehört die gelungene App.

In der Eve-App können Sie die Display-Ausrichtung anpassen sowie eine Tastensperre aktivieren. Einschränkung: Voraussetzung sind Apple Homekit und ein iPhone. Vorteil: Das homekit-fähige Heizkörper-Thermostat kommt nach wie vor ohne Bridge aus. Eve Thermo wird von Eurotronic produziert. Eurotronic produziert auch für AVM das Heizthermostat Dect 300/301.

Das neue Eve Thermo ist seit dem 26. September 2017 für 68,99 Euro erhältlich. In Deutschland ansässige Besitzer eines Eve Thermo der ersten Generation erhalten bis zum 31.12.2017 über ein Trade-in-Programm 25 Euro Erstattung beim Neukauf. Dazu registrieren sich interessierte Nutzer mit Kaufnachweis sowie einer oder mehrerer Seriennummern hier bei Elgato.

Wir haben Eve Thermo 2017 gründlich getestet. Unser ausführlicher Testbericht stellt Ihnen diese smarte Heizkörperregelung aus München im Detail vor. Und nennt alle Vorteile und Nachteile.

Update 6.2.2018: Der Langzeittest mit Eve Thermo 2017 zeigt: Die Touchfläche reagiert sehr unzuverlässig. Mitunter muss man mehrmals auf dem Touchfeld herumdrücken, bis es überhaupt reagiert. Hier sollte Elgato noch einmal deutlich nachbessern, alle anderen uns bekannten Thermostate lassen sich von Hand besser bedienen. Der Rest funktioniert allerdings bestens, insbesondere die Bedienung des Thermostaten via Bluetooth und Smartphone-App klappt reibungslos.

Tado
Vergrößern Tado
© Tado

Tado: Heizt standortabhängig

Alexa, erhöhe bitte die Temperatur im Schlafzimmer um zwei Grad - so hören sich bereits heute Unterhaltungen im voll vernetzten IoT-Zuhause an. Die Münchener Firma Tado hat eine Reihe smarter Lösungen für die Temperatur- und Klimaanlagensteuerung im Portfolio für Wohnungs- und Eigenheimbesitzer. Besonders Nutzer von Amazon Echo und Apple Homekit sowie Google Home dürfen sich freuen. Das Tado-System setzt Sprachbefehle an Alexa, Google Assistant oder Siri in die Realität um.

Tado-Heizkörperthermostat
Vergrößern Tado-Heizkörperthermostat
© Tado

Zum Einstieg eignet sich beispielsweise das Starter-Kit von Tado: zwei Aufsätze für die Heizung, eine Bridge (das Gateway) und eine übersichtliche App - alles für knapp 200 Euro. Die App gibt es für iOS, Android und sogar für Windows Mobile. Übersichtlich zeigt sie Statistiken zum Heizverhalten an und ermöglicht es dem Benutzer, einen Zeitplan festzulegen und von der Ferne auf die Heizung zuzugreifen. Geobasierte Heizungssteuerung: Vor allem aber verwendet Tado die App, um den Standort des Benutzers oder der Benutzer festzustellen. Der Thermostat von Tado regelt die Heizung automatisch herunter, sobald alle Bewohner das Haus verlassen haben und heizt rechtzeitig wieder auf, bevor der erste Bewohner wieder nach Hause kommt.

Tado Heizkörper-Thermostat Starter-Kit im Preisvergleich

Der Tado-Heizkörper-Thermostat (zur Stromversorgung dienen zwei AA-Batterien) ist bemerkenswert klein und unauffällig – im direkten Größenvergleich deutlich kleiner als zum Beispiel die Thermostate AVM Fritz Dect 301 und Elgato Eve Thermo. Tado ist damit von der Optik her absolut wohnzimmertauglich. Allerdings macht der Drehregler einen etwas wackligen Eindruck und weist durchaus Spaltmaße aus, wenn man ihn bewegt. Das ist bei Fritz Dect 300/301 oder Eve Thermo anders. In der Praxis sollte das aber kein Problem sein.

Der Tado-Heizkörper-Thermostat lässt sich über den Drehregler zuverlässig und schnell von Hand regeln. Die eingestellte Temperatur zeigt das durchscheinende Display an der Oberseite des Thermostats an. Dieses Display können Sie aber anders als bei AVM Fritz Dect 301 und Elgato Eve Thermo nicht drehen, um die Ausrichtung zum Betrachter zu optimieren.

Tado unterstützt Amazon Echo, Google Home und Apple Homekit. Google Home erlaubt derzeit aber keine ganz so granulare Bedienung per Sprachbefehl wie Amazon Echo oder Apple Homekit. So kann Google Home nicht mit einem einzigen Befehl das Licht (Leuchten von Philips Hue) und die Heizung (Tado) abschalten, wenn man den entsprechenden Szenarienbefehl sagt. Echo dagegen soll das bereits in einem Rutsch können. Neben der Sprachbedienung konfigurieren und bedienen Sie Tado aber vor allem über die App für iOS, Android und Windows Phone, sowie über das ebenfalls verfügbare Webfrontend. Letzteres ist für den Bereich Smart Home eher selten, zum Beispiel AVM bietet ein solches noch an.

Die gesamte Softwareentwicklung, die Serveradministration und die Hardwareentwicklung und -erprobung erfolgt in München in der Unternehmenszentrale in der Nähe des Olympiaparks. Produzieren lässt Tado die Thermostate in Ungarn. Die Serverdienste liegen bei Amazon Web Services in Irland.

Die Datenübertragung zwischen den einzelnen Modulen erfolgt via Zigbee, also dem gleichen Protokoll, das auch Philips Hue nutzt. Amazon hat bereits damit begonnen, Zigbee-Support in seine Echo-Geräte zu integrieren und zwar in Echo Plus. Derzeit kann man mit Echo Plus über Zigbee nur Hue-Leuchten ansprechen, nicht aber Tado-Thermostate, weil es innerhalb des Zigbee-Protokolls noch unterschiedliche Ausführungen gibt. Es ist aber zu erwarten, dass in den nächsten Jahren genügend zentrale Smart-Home-Steuerzentralen von Google, Amazon und Apple kommen, die diverse Protokolle wie Zigbee vollständig unterstützen werden. Damit würden die vielen einzelnen Basisstationen/Gateways für jede einzelne Smart-Home-Produktfamilie überflüssig.

Tado-Wandthermostat und rechts die Bridge, die mit dem Router verbunden wird. Die Bridge benötigen Sie auch für den Heizkörperthermostat.
Vergrößern Tado-Wandthermostat und rechts die Bridge, die mit dem Router verbunden wird. Die Bridge benötigen Sie auch für den Heizkörperthermostat.
© Tado

Neben den Heizkörper-Thermostaten bietet Tado auch Wandthermostate (die Stromversorgung erfolgt entweder über drei AAA-Batterien oder über den 230-Volt-Netzanschluss) und Steuereinheiten für Heizungskessel an. Mit Tado Smart AC Control gibt es außerdem eine Steuerungsmöglichkeit für Klimaanlagen. Das für Sie passende Produkt finden Sie mit dem Produktfinder auf der Seite des Herstellers.

Neben Apple und Amazon lassen sich verschiedenste Webanwendungen wie Google oder Facebook über den Webdienst IFTTT mit Tado verknüpfen.
Vergrößern Neben Apple und Amazon lassen sich verschiedenste Webanwendungen wie Google oder Facebook über den Webdienst IFTTT mit Tado verknüpfen.
© Tado

Hinweis zur Batterielaufzeit der Heizkörper-Thermostate: Tado räumt ein, dass die Tado-Heizkörper-Thermostate mit der Firmware der ersten Generation die in jedem Tado-Heizkörper-Thermostat eingelegten beiden AA-Batterien relativ schnell leer saugen können. Mitunter können die beiden Batterien bereits nach vier Monaten entladen sein. Bei unseren Heizkörper-Thermostaten waren die Batterien nach 6 bis 8 Monaten leer.

Mit dem Firmware-Update vom Sommer 2017 soll sich die Batterielaufzeit bereits deutlich erhöht haben. Mit dem ganz aktuellen Firmware-Update wiederum soll die Batterielaufzeit auf bis zu zwei Jahre ansteigen.

Der Heizkörperthermostat von Devolo kommuniziert über Z-Wave mit der Zentraleinheit.
Vergrößern Der Heizkörperthermostat von Devolo kommuniziert über Z-Wave mit der Zentraleinheit.
© Devolo

Devolo: Heizungssteuerung über Z-Wave

Devolo Smart Home verfügt ebenfalls über programmierbare Heizkörperthermostate. Alle Devolo-Smart-Home-Geräte kommunizieren mit der Devolo Home Control Zentrale über das Z-Wave-Protokoll. Diese Devolo Home Control Zentrale wird über eine Steckdose in Ihrer Wohnung mit Strom versorgt und stellt über ein LAN-Kabel zu Ihrem Router die Verbindung zum Internet her. Alternativ kann die Zentrale auch in Ihr bestehendes Powerline-Heimnetzwerk eingebunden werden.

Sie nehmen alle Einstellungen über die App beziehungsweise direkt am Heizkörperthermostat vor. Über den Router ist auch Fernzugriff von außerhalb des Hauses möglich. Das Display am Devolo-Heizkörperthermostat (den übrigens Heizungsspezialist Danfoss fertigt) ist aber nur sehr klein und ausschließlich von der Seite ablesbar. Das erschwert die Ablesbarkeit deutlich. Steht man vor dem Heizkörper, so kann man es so gut wie gar nicht ablesen. Sofern das Thermostat nicht nach vorne ausgerichtet angebracht ist. Ebenso ist es beim Devolo-Thermostat nicht möglich den Bildschirm zu drehen (wie es bei AVM Fritz Dect 301 und Elgato Eve Thermo 2017 durchaus möglich ist).

Das Devolo Home Control Starter Paket 2.0 mit Zentrale, Schaltsteckdose, Türkontakt und Fensterkontakt kostet rund 215 Euro. Ein Devolo Home Control Heizkörperthermostat kostet knapp 60 Euro.  

Ovis von Vilisto: Es lernt Sie kennen

Muss man denn im Smart Home immer gleich alles mit einer App steuern? Nicht zwangsweise, dachte sich Vilisto und entwickelte mit Ovis ein Thermostat, das die Kommunikation auch ohne Cloud ermöglicht. Das lernfähige Thermostat schaut sensorbasiert genau, wer sich wann im Haus wo bewegt und passt die Temperatur in den Räumen an die Gewohnheiten der Bewohner an.

Ist das Badezimmer beispielsweise unter der Woche zwischen sechs und sieben Uhr hochfrequentiert, merkt sich das Thermostat dies und der Gang ins kalte Badezimmer ist passé.

Ovis von Vilisto
Vergrößern Ovis von Vilisto
© Vilisto

Voll ausgestattet mit Temperatur- und Feuchtigkeitssensoren und mit Zugriff auf aktuelle Wetterprognosen ist das Ovis im IoT-Zeitalter angekommen. Nutzer, die nicht auf eine App verzichten wollen, können das intelligente Thermostat aber auch über das Smartphone bedienen. Voraussetzung für die Nutzung des Thermostats "Ovis" (lateinisch für Schaf) ist ein Gateway, der "Shepherd" (englisch für Hirte). Die Kommunikation erfolgt via ZigBee-Funkprotokoll-2,4 GHz. Im Thermostat sorgen zwei AA-Batterien für die Stromversorgung.

Netatmo: Siri und Alexa drehen die Heizung auf

Auch bei den Heizkörperthermostaten steht die minimalistische Designlinie des französischen Herstellers Netatmo im Fokus. Die Bedienung erfolgt über die Netatmo Energy App. Sie steht für iPhones ab iOS 9 und Android-Smartphones ab Android 4.2 zur Verfügung. Eine Web-App gibt es zudem für Mac und PC. Mit der App können Sie individuelle Heizpläne für jeden Raum erstellen. Die schicke App bietet ein übersichtliches Dashboard, Fernzugriff auf den Heiz-Thermostat via Internet und eine Fenster-Offen-Erkennung ist nur ein Auszug der Featureliste.

Funk-Steckdosen: Geräte im Haus intelligent schalten

Zudem ist das System kompatibel zu Apple Homekit. Der Anwender kann so vor der Dusche in sein iPhone sprechen und Siri beauftragen, das Bad mit 23 Grad vorzuheizen. Netatmos Heizkörperthermostate lassen sich seit November 2017 auch mit Amazon Alexa steuern: „Alexa, stelle die Badezimmertemperatur auf 23 Grad ein” oder „Alexa, erhöhe die Temperatur im Wohnzimmer“ oder „Alexa, wie hoch ist die Temperatur im Kinderzimmer?“ sind Beispiel für solche Alexa-Befehle.  Zur IFA 2017 kündigte Netatmo zudem an, dass der Thermostat auch kompatibel zu Google Home/Assistent sein wird.

Neben den Thermostaten am Heizkörper selbst, bietet der Hersteller mit seinem Netatmo Raumthermostat auch eine zentrale Steuerungslösung für Gas- , Holz- und Heizölkessel an.

Für Minimalisten. Drei weitere Farben stehen zur Auswahl.
Vergrößern Für Minimalisten. Drei weitere Farben stehen zur Auswahl.
© Netatmo

Ein Netatmo Starterpaket für Häuser ohne zentralen Thermostat mit zwei Thermostaten und der Basisstation kostet 199 Euro. Ein einzelnes Heizkörperthermostat kostet 79,99 Euro.

Fazit: Die Zukunft der Heizungssteuerung hat begonnen

Hersteller smarter Thermostate versprechen bis zu einem Drittel geringere Heizkosten. Ob dieses Versprechen sich immer erfüllt, hängt vom Einzelfall ab. Auch ohne smarte Thermostate kann man Heizkosten sparen. Beim Aufspüren von Wärmebrücken hilft zum Beispiel eine Wärmebildkamera wie die Flir One.

Der Komfortgewinn, den man durch intelligente Thermostate erzielt, dürfte dagegen tatsächlich fast immer spürbar sein. Insbesondere wenn die Wohnung längere Zeit leer steht und man bei der Ankunft trotzdem eine wohlige Wärme vorfinden will.

Besonders für Mieter und Wohnungsbesitzer, die keinen Zugriff auf die zentrale Heizanlage haben, sind die mit dem Smartphone verbundenen Heizkörperstellantriebe ein überlegenswerter Luxus für kalte Wintertage.

Tipp: Wer gerade in der Bauphase steckt, der tut gut daran zu denken, wie er bei seinem neuen Eigenheim ganzheitlich die Energiekosten senkt. Nur mit ein paar smarten Thermostaten ist es da nicht getan.

AVM Fritzbox und Smart Home: Die besten Tipps & Tricks

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Smart Home - darum geht es.

Smart Home umschreibt einen der vermutlich am stärksten wachsenden Trends der Zukunft: Intelligente Geräte und Haus-Steuerungssysteme, die Ihnen Ihr Leben erleichtern sollen. Denkbar und vielfach bereits erhältlich sind dabei Lösungen wie Einbruchschutz oder Sets zum Stromsparen. Oder Intelligente Systeme zur Hausbelüftung oder Heizungssteuerung. Smart TVs bringen das Internet ins Wohnzimmer und Waschmaschinen lassen sich per App steuern. Über intelligente Stromzähler haben Sie mit einem Blick aufs Smartphone den aktuellen Stromverbrauch im Griff. Sie sehen, die möglichen Anwendungen sind vielfältig. In diesem Themenbereich widmen wir uns dem Thema Smart Home, erklären, wie die Technik funktioniert und wie intelligent vorhandene Lösungen am Markt wirklich sind.

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