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Smart Home: sehr komfortabel, aber auch gefährlich

04.10.2017 | 13:30 Uhr |

Bei aller Bequemlichkeit und den vielen Potenzialen, die die Technik im Smart Home bietet, darf man die Datensicherheit nicht außer Acht lassen.

Smart Home ist ein Haushalt, in dem verschiedene Haushalts- und Multimedia-Geräte miteinander kommunizieren und sich zentral via Fernsteuerung bedienen lassen. Handys erkennen beispielsweise in E-Mails automatisch Termine und bieten dem Nutzer an, diese direkt in den Kalender einzutragen. Alexa erstellt als ständige Begleiterin einen Einkaufszettel, spielt auf Anweisung Musik ab oder sagt das Wetter des nächsten Tages vorher.

Speziell dann, wenn Smart-Home-Lösungen eigenständig Befehle ausführen und Bewohner eines Hauses überhaupt nicht da sind, hat das Thema Sicherheit höchste Priorität - beispielsweise wenn Jalousien per Knopfdruck bedient werden, die Heizung automatisch gesteuert, Fenster elektrisch geöffnet werden oder die Überwachungsanlage selbstständig in Aktion tritt.

Möglich machen dies ausgeklügelte Apps, die als regelrechte Schaltzentralen eine Über- und Bewachung der eigenen vier Wände rund um die Uhr erlauben. Und das – wie Alexa zeigt – ganz einfach. Die Studie „The Future Apps“, die Foresight Factory im Auftrag von F5 Networks durchgeführt hat, belegt, dass fast ein Drittel der in Europa und Südafrika Befragten Sprachbefehle zur Steuerung ihrer mobilen Geräte nutzen. So ist es kein Wunder, dass Ende des ersten Quartals 2017 für die Amazon-Plattform Alexa bereits mehr als 10.000 sprachfähige Apps von Drittanbietern verfügbar waren – was einem Anstieg um 100 Prozent gegenüber dem letzten Vorjahresquartal entspricht.

Neue Interaktionsmöglichkeiten

Fortschritte prognostiziert der Report auch im Bereich kollaborative KI – wobei virtuelle Assistenten, respektive die zugrundeliegenden Apps, neue Formen der Kommunikation und Interaktion ermöglichen. Gleichzeitig werden sich App-Schnittstellen im Zuge von Mixed Reality und neuen Hardware-Innovationen grundlegend wandeln. Dabei verliert der Aufenthaltsort für viele Kommunikationsaspekte an Bedeutung, während die Lern- und Erfahrungsfähigkeit von Apps ein Gefühl von individueller Realität erzeugen. Damit einher gehen aber auch neue Risiken, weil viele Anwender gleichsam immer tiefer in eine rein digitale Existenz abtauchen.

Die besten Smart Home-Systeme im Vergleich

Datensicherheit stets im Blick

Bei aller Bequemlichkeit und den vielen Potenzialen, die die Technik bietet, darf man die Datensicherheit nicht vergessen. Denn die Vernetzung – auch im Smart Home - bedeutet, dass fortlaufend riesige Datenmengen erhoben werden. So muss ein Feuchtigkeitssensor in der Wand, der vor Hochwasser warnt, beispielsweise ständig Werte messen und abgleichen. Und auch Assistenten wie Alexa müssen immer „auf Sendung“ sein, um im richtigen Moment reagieren zu können.

Werden diese einzelnen Funktionen nur über ein einziges Gerät oder über eine zentrale App gesteuert, steht das Einfallstor für Cyberangriffe ziemlich weit offen. Zudem sind Cyberkriminelle sind in der Lage, aufgrund der Smart-Home-Technologie leicht andere Zusammenhänge offenzulegen. Sie können beispielsweise einsehen, wie viele Nutzer gerade mit einem WLAN verbunden sind. Ist es keiner, lässt sich davon ausgehen, dass niemand zu Hause ist, was wiederum eine gute Gelegenheit für Langfinger ist, sich einmal in Ruhe im Haus umzusehen. Auch Kameras oder vernetzte Babyfone lassen sich einfach anzapfen und daraus entsprechende Rückschlüsse ziehen.

Daher werden sichere und verbraucherorientierte Praktiken im Umgang mit sensiblen Daten künftig immer wichtiger. Wie die Studie zeigt, werden sie künftig einen ähnlich hohen Stellenwert als Benchmark haben wie heutige Nachhaltigskeits- und Umweltstandards.

Jeder ist selbst verantwortlich

Auch ich nutze die Vorteile eines vernetzten Hauses. Mein Feuchtigkeitssensor, der mir während eines Hochwassers eine Nachricht auf mein Handy gesendet hatte, hat mich dazu veranlasst, frühzeitig von einer Reise zurückzukehren und so einen größeren Wasserschaden im Keller zu verhindern.

Es liegt im Verantwortungsbereich eines jeden einzelnen Anbieters, dafür zu sorgen, dass die erhobenen Daten sicher vor Angriffen sind. Doch gleichzeitig muss auch jeder einzelne Nutzer seinerseits alles dafür tun, die eigenen Daten zu schützen. Firewalls und Verschlüsselungen sind dabei Pflicht.

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Smart Home - darum geht es.

Smart Home umschreibt einen der vermutlich am stärksten wachsenden Trends der Zukunft: Intelligente Geräte und Haus-Steuerungssysteme, die Ihnen Ihr Leben erleichtern sollen. Denkbar und vielfach bereits erhältlich sind dabei Lösungen wie Einbruchschutz oder Sets zum Stromsparen. Oder Intelligente Systeme zur Hausbelüftung oder Heizungssteuerung. Smart TVs bringen das Internet ins Wohnzimmer und Waschmaschinen lassen sich per App steuern. Über intelligente Stromzähler haben Sie mit einem Blick aufs Smartphone den aktuellen Stromverbrauch im Griff. Sie sehen, die möglichen Anwendungen sind vielfältig. In diesem Themenbereich widmen wir uns dem Thema Smart Home, erklären, wie die Technik funktioniert und wie intelligent vorhandene Lösungen am Markt wirklich sind.

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