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Smart Home mit IFTTT & Co: Haussteuerung via Internet

12.06.2017 | 17:25 Uhr |

Erst die intelligente Vernetzung macht Eigenheime smart. So automatisieren Online-Dienste wie IFTTT, Yonomi, Stringify oder Conrad Connect die Abläufe im Smart Home.

Vernetzte Steckdosen, Thermostate oder Lichter schön und gut. Doch sind Thermostate, Lampen oder Funk-Steckdosen nur deshalb smart, weil sie sich mit einer App steuern lassen? Auch wenn so mancher Hersteller das gerne auf die Verpackung druckt, eine echte Automatisierung erreicht man erst, wenn Geräte selbständig miteinander kommunizieren.

Online-Dienste wie IFTTT oder Yonomi erfüllen genau diesen Zweck. Sie verknüpfen als eine Art intelligenter Mittler Apps, Dienste und Geräte im Internet of Things (IoT) - einer Welt in der alle Geräte und Dienste miteinander kommunizieren.

Schaltet ein Smart Home-Besitzer beispielsweise seinen Beamer an, fahren die vernetzen Rollläden automatisch herunter. Was hier im Hintergrund geschieht, ist einfacher als man denkt: Ein bestimmtes Ereignis (Anschalten der Funksteckdose des Beamers) löst ein oder mehrere Aktionen (Jalousiesteuerung) aus.

Wir nehmen IFTTT und Co. unter die Lupe und verraten, wie sie Ihr Zuhause intelligenter machen.

IFTTT - Automatisierung als es noch kein Smart Home gab

Der kostenlose Automatisierungsdienst If This Then That hat trotz seines etwas sperrigen Namens bis heute seine Vorreiterrolle behaupten können. Vor rund sieben Jahren entwickelten Linden Tibbets und Jesse Tan in San Francisco den Dienst mit dem Ziel, Kommunikationskanäle wie Facebook, Kalender oder E-Mail zu verknüpfen.

Doch im Smart Home-Zeitalter postet IFTTT längst nicht mehr nur das neu geknipste Smartphone-Foto automatisiert auf Twitter und Facebook. Bei entsprechend definierter Regel sprechen auch die smarten Geräte zuhause miteinander. So schaltet sich beispielsweise beim Verlassen des Hauses wie von Geisterhand der Geschirrspüler an oder die Lichter gehen aus.

Um derartige Verknüpfungen im Smart Home zu organisieren, bietet IFTTT für viele bekannte Funktionsabläufe sogenannte vorkonfigurierte Applets an. Mit wenigen Klicks kann der Anwender diese aktivieren und so festlegen, ob ihn Philips Hue am Valentinstag mit einem rosenfarbenen Lichterspiel weckt oder man eine SMS erhält, wenn jemand die Temperatur am Netatmo Thermostat verändert  – im Browser oder per App (iOS und Adroid).

IFTTT bietet zahlreiche vorkonfigurierte Regelabläufe für viele bekannte Smart Home-Hersteller.
Vergrößern IFTTT bietet zahlreiche vorkonfigurierte Regelabläufe für viele bekannte Smart Home-Hersteller.

Die Liste der kompatiblen Smart Home-Geräte und Apps von IFTTT spiegelt die Vorreiterrolle des Dienstes wieder: von Amazon Alexa über Nest bis hin zu Tado sind hier viele bekannte Hersteller vertreten.

Yonomi – Fokus auf das intelligente Zuhause

Nur als App verfügbar und auf die Smart-Home-Automatisierung spezialisiert - das sind die zwei wesentlichen Unterschiede zu IFTTT. Nachdem der Anwender die Yonomi App auf seinem iPhone oder Android-Smartphone installiert hat, scannt diese erstmal, welch smarte Spielgefährten sich im Netzwerk tummeln – und unterbreitet anschließend erste Vorschläge zur Automatisierung. Natürlich können Sie darüber hinaus auch eigene regelbasierte Abläufe erstellen.

Die Yanomi-App eignet sich aber nicht nur, um im IFTTT-Stile Geräte miteinander automatisiert zu verknüpfen. Mit einfachen Schaltflächen knipsen Smart-Home-Besitzer auch vernetzte Lampen an oder legen sogenannte Szenen für gleich mehrere Geräte fest. Beispielsweise um mit einem Fingertipp bei simulierten Kerzenlicht klassische Musik zu hören. Je nach Smart-Home-Konfiguration und Bedürfnissen erspart dies das Wischen durch die unterschiedlichen nativen Apps der Hersteller.

Candlelight Dinner, Party? - in der Yonomi App lassen sich mit einem Fingertipp bestimmte Szenen abrufen.
Vergrößern Candlelight Dinner, Party? - in der Yonomi App lassen sich mit einem Fingertipp bestimmte Szenen abrufen.

Obwohl mit Amazon Alexa, Philips Hue oder Sonos einige Smart-Home-Platzhirsche auf der Kompatibilitätsliste von Yonomi stehen, ist diese noch überschaubar. Herunterladen schadet wohl trotzdem nicht. Möglicherweise hat die App ja den einen oder anderen Automatisierungsvorschlag parat, der Sie überrascht?

Stringify – wenn alle mitreden sollen

Auf die intelligente Verknüpfung von Smart-Home-Geräten zielt auch der drei Jahre junge Automatisierungsdienst Stringify ab. Hier definiert der Benutzer mittels der gleichnamigen App (Android und iOS) sogenannte „Flows“. Solche Logikketten dürfen bei Stringify durchaus länger sein. Intelligente Glühbirnen, die Sie mit einen simulierten Sonnenaufgang wecken und gleichzeitig grüßt das Lieblingslied aus dem vernetzten Lautsprecher zählen noch zu den leichteren Aufgaben.

Mit Stringify verknüpft der Anwender eine ganze Reihe smarter Geräte.
Vergrößern Mit Stringify verknüpft der Anwender eine ganze Reihe smarter Geräte.

Neben einer Reihe vorkonfigurierter „Flows“ für viele gefragte Funktionsabläufe, lassen sich auch eigene Logikketten für Beleuchtung, Heizung oder Steckdosen erstellen, benennen und bei Bedarf verschiedene Wetter-, News- und Verkehrsdienste oder Social Media mit einbinden.

Stringify ist nach drei Jahren in der IoT-Welt angekommen: Amazon Alexa, das Überwachungssystem Netgear Arlo oder Philips Hue sind nur ein paar kompatible Smart Home-Andockpunkte.

Tipp: Eine Übersicht der kompatiblen Geräte und Dienste finden Sie hier.

Conrad Connect – alle Sensordaten zuhause im Blick

Energieverbrauch ok? Wie warm ist es im Bad? Ist die Überwachungskamera aktiv? Mit Conrad Connect steuern Smart-Home-Besitzer nicht nur Geräte, sondern sehen auf einen Blick, was die vernetzten Sensoren zuhause alles produzieren. Die Online-Plattform des Elektronikhändlers Conrad dockt sich hierzu an Thermostate, Steckdosen, Heizungs- oder Beleuchtungssysteme an und fasst alles Wesentliche auf einem konfigurierbaren Dashboard zusammen. Das spart Zeit und schafft Überblick.

Alle Smart Home-Geräte auf einem konfigurierbaren Dashboard in Firefox, Safari und Co.
Vergrößern Alle Smart Home-Geräte auf einem konfigurierbaren Dashboard in Firefox, Safari und Co.

Zudem können Benutzer in Conrad Connect - ähnliche wie bei Stringify - auch komplexere Regelketten erstellen und smarte Geräte via Drag & Drop miteinander verbinden. Ist beispielsweise die Temperatur zu hoch und die Fenster sind zu selten auf, könnte eine Nachricht auf dem Smartphone aufpoppen – oder die vernetzte Glühbirne mit grünem Licht vor Schimmelgefahr warnen.

Laut Plattformanbieter werden bisher mehrere hundert Produkte von über 40 Marken unterstützt: darunter Fitbit, Myfox, Netatmo und Osram.

Fazit

IFTTT, Conrad, Stringify oder Yonomi lassen Smart Home-Geräte in bester IoT-Manier miteinander sprechen. Die Lichtfarbe der smarten Glühbirne ist so nicht nur ein nettes Gimmick, sondern lässt sich mit einer Aussage verknüpfen.

Für welchen Online-Dienst Sie sich entscheiden, hängt vor allem von zwei Faktoren ab: der Kompatibilität zu Ihren smarten Endgeräten und der Komplexität der definierbaren Abläufe. Da alle Dienste kostenlos sind, geht hier Probieren über Studieren. Besonders spannend wird es, wenn Automatisierungsdienste wie IFTTT und Stringify miteinander verknüpft werden, um gegenseitige Lücken zu kompensieren.

Zu bedenken gilt jedoch stets, dass die Ausführung der definierten Automatisierungsregel im Rechenzentrum des Dienstes – und somit außerhalb der eigenen vier Wände – stattfindet. Dieses befindet sich meist im Ausland und dort greift oftmals ein lockerer Datenschutz als hierzulande.

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Smart Home - darum geht es.

Smart Home umschreibt einen der vermutlich am stärksten wachsenden Trends der Zukunft: Intelligente Geräte und Haus-Steuerungssysteme, die Ihnen Ihr Leben erleichtern sollen. Denkbar und vielfach bereits erhältlich sind dabei Lösungen wie Einbruchschutz oder Sets zum Stromsparen. Oder Intelligente Systeme zur Hausbelüftung oder Heizungssteuerung. Smart TVs bringen das Internet ins Wohnzimmer und Waschmaschinen lassen sich per App steuern. Über intelligente Stromzähler haben Sie mit einem Blick aufs Smartphone den aktuellen Stromverbrauch im Griff. Sie sehen, die möglichen Anwendungen sind vielfältig. In diesem Themenbereich widmen wir uns dem Thema Smart Home, erklären, wie die Technik funktioniert und wie intelligent vorhandene Lösungen am Markt wirklich sind.

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