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Smart Home im Mehrfamilienhaus

06.06.2018 | 16:16 Uhr |

Smart Home wird Smart Community. Wie Mieter- oder Eigentümergemeinschaften sich in der Zukunft vernetzen können.

Weshalb sollten vernetzte Geräte mit nur einem Hausbewohner kommunizieren? Wenn mein Zuhause smart ist, wieso dann nicht auch die gemeinschaftlich genutzten Räume?

Unter dem Stichwort Community IoT (engl. für Internet of Things, Internet der Dinge) integriert ein neues Konzept Smart-Home-Technologien, vernetzte Geräte und soziale Netzwerke – und weitet das smarte Zuhause so auf die gesamte Wohngemeinschaft von Mietern oder Eigentümern aus. Denn Komfort beginnt nicht erst hinter der Wohnungstür. Das gleiche gilt für die Sicherheit vor Feuer, Wasserschäden oder Einbrechern. Selbst Energiesparen ist Gemeinschaftssache, wenn alle für die Stromkosten der alten Glühlampen im Keller aufkommen müssen, die wegen einer defekten Zeitschaltung durchgängig brennen.

Smart Home wird social

Die Idee eines Smart-Home-Netzwerks trifft auf immer mehr potenzielle Nutzer: Laut Vereinten Nationen lebt bereits heute mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten; bis 2050 sollen es 70 Prozent sein. Auch hierzulande verschiebt sich die Bevölkerungsdichte dem Institut der deutschen Wirtschaft zufolge in Richtung Städte.

Es sind die Mehrfamilienhäuser, in denen Smartphones zum neuen Schwarzen Brett werden und Bewohner Informationen und Unterstützung via digitalem Netzwerk teilen und abrufen. Community IoT kann damit die vernetzten Geräte in Nachbarschaftskonzepte wie nebenan.de, einem sozialen Netzwerk für Nachbarn, integrieren. Meldungen von Rauchmeldern oder Überwachungskameras werden dann nicht nur an ein Smartphone, sondern an eine gesamte zuvor eingeladene Community verschickt. Grundlage dafür: Die Bewohner teilen sich bestimmte Sensoren, wie eben etwa Rauchmelder oder Kamera.

Es geht aber auch per manueller Eingabe: Ein Social-Community-Anbieter wie Homebeat.Live ermöglicht Bewohnern bereits jetzt, eine digitale Hausgemeinschaft zu bilden, um Informationen über eine App zentral zur Verfügung zu stellen und abzurufen.

Schnell informiert dank digitalem Schwarzen Brett

In einem über eine Social-Community-Plattform vernetzten Wohngebäude können Bewohner die nachbarschaftliche Hilfe zentral organisieren. Dazu zählt es, jemanden zu finden, der im Urlaub die Fische füttert, Blumen gießt oder einen guten Handwerker kennt.

Lesetipp : Smart Home: Wie sicher ist das smarte Zuhause?

Außerdem, was passiert, wenn die Heizung ausgefallen ist? Der erste Hausbewohner, der es bemerkt, postet direkt im Community Chat. Oder weiter gedacht: Ist die Haustechnik vernetzt, sendet die Heizungsanlage eine Nachricht an alle Bewohner, die Hausverwaltung und eine exakte Fehlermeldung direkt an den zuständigen Monteur. Dieser eilt mit dem passenden Werkzeug und Ersatzteil schnellstmöglich zur Reparatur. Mehrere Anrufe der Bewohner bei der Hausverwaltung entfallen, denn sie informiert ihrerseits die gesamte Hausgemeinschaft per Push-Nachricht oder E-Mail über den Status der Heizungsreparatur. Das gleiche Prozedere würde bei einem defekten Aufzug oder Kellerlicht greifen. Vorteile gibt es bei smarten Hausgemeinschaften also nicht nur für Bewohner, sondern auch für die Hausverwaltung.

Die Herausforderung der Community IoT

Die smarten Hausgemeinschaften verzahnen Privates und Öffentliches bis zu einem Punkt, der selbst definierbar sein muss. Nachbarn sollen einen Rauchalarm mitbekommen – aber nicht Zugriff auf die im eigenen Smart Home eingerichteten Geräte oder Situationen haben. Denn die Mehrheit der Smart-Home-Nutzer will ihre privaten Daten nicht in fremde Hände geben .

Lösungen für Community IoT sollten grundsätzlich auf einer Plattform basieren, die nicht nur nachweislich sicher, sondern auch offen ist. So lassen sich Geräte unterschiedlicher Marken einbinden – aber auch Zusatzservices von beispielsweise Versicherungen oder Sicherheitsfirmen perspektivisch integrieren. Das erhöht die Attraktivität für Bewohner und Hausverwaltung gleichermaßen.

Die Herausforderung: Den Unternehmen der Immobilienbranche mangele es mehrheitlich an Veränderungsbereitschaft, digitaler Kompetenz und einer klaren Strategie für den digitalen Wandel, so eine Studie des Immobilienberatungsunternehmens CBRE.

Gerade aber ein Konzept wie Community IoT verändert die Beziehung zwischen Hausbewohnern und Hausverwaltung, da sie die Kommunikation grundlegend vereinfacht. Vom digitalen Wandel können also beide Seiten profitieren. Bleibt die Frage, von wem die Impulse dahin ausgehen. Und wann.

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Smart Home - darum geht es.

Smart Home umschreibt einen der vermutlich am stärksten wachsenden Trends der Zukunft: Intelligente Geräte und Haus-Steuerungssysteme, die Ihnen Ihr Leben erleichtern sollen. Denkbar und vielfach bereits erhältlich sind dabei Lösungen wie Einbruchschutz oder Sets zum Stromsparen. Oder Intelligente Systeme zur Hausbelüftung oder Heizungssteuerung. Smart TVs bringen das Internet ins Wohnzimmer und Waschmaschinen lassen sich per App steuern. Über intelligente Stromzähler haben Sie mit einem Blick aufs Smartphone den aktuellen Stromverbrauch im Griff. Sie sehen, die möglichen Anwendungen sind vielfältig. In diesem Themenbereich widmen wir uns dem Thema Smart Home, erklären, wie die Technik funktioniert und wie intelligent vorhandene Lösungen am Markt wirklich sind.

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