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Sicherheitslücke: Keeper-Hersteller verklagt Journalisten

22.12.2017 | 16:48 Uhr |

Gegen die Berichterstattung über eine Sicherheitslücke wehrt sich Hersteller Keeper Security nun mit einer Klage.

Erst vor wenigen Tagen berichteten wir von einer für Entwickler gedachten Version von Windows 10, die mit einer Browser-Erweiterung des Passwortmanagers Keeper ausgeliefert wurde, die wiederum eine bekannte Sicherheitslücke enthielt . Nun verklagt der Hersteller des Passwortmanagers Keeper Security den Journalisten Dan Goodin, der auf Ars Technica über die Sicherheitslücke in der Keeper-Browsererweiterung berichtet hatte. Der Journalist habe Fakten absichtlich falsch dargestellt und dem Unternehmen Schaden zugefügt. Auch sei es nicht so gewesen, dass Microsoft Nutzer zur Installation des Passwortmanagers gezwungen habe. Vielmehr stammte die Windows-10-Version samt vorinstalliertem Keeper aus Microsofts Developer Network (MSDN). 

Rückendeckung erhält Goodin derweil von bekannten Sicherheitsforschern und Journalisten. Eine juristische Verfolgung von Menschen, die Sicherheitslücken aufdecken, könne andere IT-Experten von einer eingehenden Untersuchung von Software-Produkten abhalten. Keeper Security habe laut Golem bereits in der Vergangenheit versucht, Sicherheitslücken herunterzuspielen. Nach der Meldung einer Sicherheitslücke durch das niederländische IT-Sicherheitsunternehmen Fox-IT an den Hersteller habe Keeper Security ebenfalls mit einer Klage gedroht. Nach der Veröffentlichung der Sicherheitslücke habe der Hersteller jedoch von einer Klage abgesehen. An der neuerlichen Klage will Keeper Security aber offenbar festhalten. CEO Darren Guccione äußerte sich in einem Blogpost zu der Kritik am Vorgehen seines Unternehmens. Dan Goodin habe das Unternehmen demnach nicht vorab kontaktiert. Außerdem habe er den Passwortmanager Keeper nicht ausreichend von der zugehörigen Browser-Erweiterung Keeper Fill unterschieden.

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