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Sicherheitsforschung: Hacken mit Schall

14.03.2017 | 13:59 Uhr |

Schwachstelle Beschleunigungssensor: Forschern ist es gelungen, Fitness-Tracker mit Schall zu manipulieren.

In fast allen Smartphones und Gadgets, wie etwa Fitness-Trackern, kommen heute Beschleunigungssensoren zum Einsatz. Dass diese so genannten MEMS (mikro-elektro-mechanische Systeme) auch ein Sicherheitsrisiko darstellen können, beweisen Forscher der US-Universitäten South Carolina und Michigan mit ihrer aktuellen Forschungsarbeit .

Für ihre Experimente nutzten die Forscher simple Schallwellen. Damit gelang unter anderem die Steuerung eines mit einem Smartphone gekoppelten Spielzeugautos. Auch einem Fitness-Tracker konnten die Forscher in die Irre führen und ließen ihn glauben, dass sich sein Nutzer gerade bewegt. Was in den genannten Versuchen harmlos klingt, könnte sich in Zukunft zu einem ernstzunehmenden Risiko entwickeln. Mit Schall lassen sich laut den Forschern nämlich nicht nur Wearables und Spielzeug kapern, sondern auch medizinische Geräte wie Herzschrittmacher oder automatische Insulinpumpen.

Die US-Forscher haben im Rahmen ihrer Studie insgesamt 20 Beschleunigungssensoren von fünf unterschiedlichen Herstellern getestet – mit erschreckenden Ergebnissen. Mehrere Sensoren von Analog Devices, Bosch, InvenSense, Murata Manufacturing und STMicroelectronics haben die Tests nicht bestanden. 75 Prozent der Sensoren konnten mit Schall manipuliert werden. 65 Prozent ließen sich komplett kapern und führten anschließend die Befehle der Forscher aus.

Den Herstellern wurde geraten, die gefundenen Sicherheitsrisiken umgehend zu beheben. Die Forscher der beiden US-Universitäten lieferten dafür auch gleich die passenden Lösungsansätze mit. Ob sich Bosch und Co. die Kritik zu Herzen nehmen, bleibt allerdings abzuwarten.

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