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Sicher verschlüsselter Onlinespeicher - Kostenlos!

21.02.2018 | 13:42 Uhr |

1&1 bietet seinen Benutzern von GMX und Web.de seit Ende November 2017 eine komplett verschlüsselte Cloud. Das heißt: Wer eine Mailadresse bei GMX oder Web.de hat, der kann mithilfe von zwei Tools seine Daten sicher verschlüsselt in der Cloud ablegen.

Für die Verwendung am Smartphone oder Tablet gibt es Apps für Android oder iOS. Den Dienst gibt es auch für die Nutzer der kostenlosen Web.de- und GMX-Konten. Diese verfügen dann nur über weniger Speicherplatz in der Cloud. Die Größe des Speicherplatzes entspricht der bisherigen Größe des unverschlüsselten Onlinespeichers – das heißt 2 GB in der Gratis-Version und 20 GB oder mehr in der kostenpflichtigen Variante ab 1,99 Euro monatlich bei Web. de. Verschlüsselte und unverschlüsselte Daten teilen sich denselben Speicherplatz. Wer also 1 GB verschlüsselte Daten in seinem kostenlosen Onlinespeicher ablegt, hat noch 1 GB für unverschlüsselte Daten frei. Komplett verschlüsselt heißt, dass die Daten Ende-zu-Ende verschlüsselt werden. Das Tool Web.de Tresor codiert Ihre Daten auf Ihrem PC und lädt sie erst danach in die Cloud. Von dort aus werden die Daten (immer noch verschlüsselt) heruntergeladen, etwa auf einen anderen PC oder ein Smartphone, und erst dort wieder entschlüsselt. Das System verschlüsselt ebenfalls die Dateinamen.

Die verschlüsselte Cloud von Web.de und GMX folgt dem Prinzip der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das System gilt als sehr sicher.
Vergrößern Die verschlüsselte Cloud von Web.de und GMX folgt dem Prinzip der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das System gilt als sehr sicher.

Bei einem solchen System gelten die Daten auch im Internet als gut geschützt. Positiv kommt hinzu, dass der Onlinespeicher von Web.de und GMX mit dem Datenschutzversprechen „Cloud made in Germany“ verbunden ist. Demnach werden die Dateien ausschließlich in Rechenzentren mit Standort Deutschland gespeichert. Sie unterliegen dort dem deutschen Datenschutzgesetz. Die Verbindung vom Client zum Onlinespeicher läuft dabei immer verschlüsselt ab.

Die Technik hinter dem Tresor: 1&1, die Firma hinter Web. de und GMX, hat sich für die Verschlüsselung ihrer Cloud mit den Open-Source-Programmierern von Cryptomator zusammengetan. Diese bieten seit längerer Zeit einen bewährten Verschlüsselungs-Client für Windows und Mac, Linux, Android und iOS an. Für den Tresor von 1&1 haben sie den Client derart angepasst, dass er für Web. de und GMX vorkonfiguriert ist. Beim Installieren müssen Sie sich dann in dem Tool lediglich mit Ihrem Nutzernamen (Mailadresse) und Ihrem Passwort einloggen, und Ihr System ist sogleich mit dem Onlinespeicher verbunden.

So geht’s für Web.de-Konten: Auf einem Windows-PC müssen Sie zwei Tools installieren: Den schon bekannten Client für den Onlinespeicher ( Web.de Onlinespeicher ) und den Tresor. Der Client legt einen Ordner im Benutzerverzeichnis an und synchronisiert darüber Ihre Daten mit der Cloud. Sie finden diesen Ordner unter „C:\Benutzer\IhrBenutzerName\Web.de Online-Speicher“. Während des Setup-Vorgangs geben Sie Ihren Web. de-Benutzernamen (Mailadresse) und Ihr Passwort ein.

Die verschlüsselten Dateien lassen sich in der Cloud über die Weboberfläche ansehen. Die Dateinamen sind verschlüsselt, das Datum nicht.
Vergrößern Die verschlüsselten Dateien lassen sich in der Cloud über die Weboberfläche ansehen. Die Dateinamen sind verschlüsselt, das Datum nicht.

Als Nächstes kommt der Web.de Tresor dran. Der Tresor verschlüsselt Ihre Daten, bevor sie zur Synchronisierung mit dem Onlinespeicher weitergeschoben werden. Hierfür legt der Tresor ein virtuelles Laufwerk an. Dieses erscheint, sobald Sie das Master-Passwort eingegeben haben. Während des Setups meldet sich die Firewall mit einer Warnung vor „web.de tresor.de“. Erlauben Sie diesem Programm, Daten aus dem Internet zu empfangen, indem Sie jetzt auf „Zugriff zulassen“ in der Windows-Firewall-Meldung klicken. Daraufhin müssen Sie noch die AGBs akzeptieren und Ihr Master-Passwort für den Tresor vergeben. Dieses dürfen Sie nicht vergessen, denn sonst kommen Sie nicht mehr an Ihre Daten heran. Zudem legen Sie fest, ob der Tresor automatisch mit Windows starten soll.

Die Software meldet zum Abschluss, unter welchem Laufwerksbuchstaben der Tresor in Windows auftaucht und öffnet auf Wunsch den Windows-Explorer. Kopieren oder schieben Sie anschließend die Dateien, die Sie sicher verschlüsselt in der Cloud haben möchten, auf das Laufwerk. Die Synchronisation erfolgt automatisch.

Die Bedienung der Apps für Android und iOS ist einfach. Die Applikationen sind auf dem aktuellen Stand der Technik. Sie bieten etwa die Teilen-Funktion, mit der sich entschlüsselte Dateien mit anderen Apps oder Nutzern teilen lassen. Es fehlt jedoch noch eine Funktion, um alle Fotos des Smartphones mit der Cloud zu synchronisieren. Die Vorgehensweise für GMX-Nutzer ist identisch.

Tipp: Ein Daten-Backup zu Hause ist besser als keines. Noch sicherer ist die Datenkopie in einem Rechenzentrum. Lesen Sie alles zu den Vor-und Nachteilen, zu den Kosten und zum Datenschutz beim Backup in der Cloud.

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