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Seehofer befürwortet "Hack Back" als Gegenmaßnahme

04.12.2018 | 12:17 Uhr |

Bundesinnenminister Host Seehofer möchte die aktive Cyberabwehr verbessern. Als letzte Option soll dabei auch ein "Hack Back" eingesetzt werden können.

Auf dem 12. Digitalgipfel hat Bundesinnenminister Horst Seehofer die Nutzung aktiver Maßnahmen zur Cyberabwehr verteidigt. Seehofer hält einen „Hack Back“ im Ernstfall und als letztes Mittel einer fünfstufigen Eskalation für gerechtfertigt. Als Ernstfall stuft der Politiker beispielsweise einen Angriff auf kritische Infrastrukturen ein.

Das Vorstandsmitglied, Thomas Kremer von der Deutschen Telekom, äußerte sich in der Diskussionsrunde über KI und Cybersicherheit eher kritisch zum Horten von Schwachstellen. Er fordert einen Verzicht und findet: Schwachstellen sollten schnellstmöglich offengelegt werden, sobald sie entdeckt werden.

Seehofer will jedoch nicht auf die Option der aktiven Abwehr verzichten, zumindest als letzte Option solle sie in Betracht gezogen werden. Weiterhin lobte der Innenminister die Arbeit des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, fordert aber, dass der Bund in der aktiven Cyberabwehr, gerade in Hinblick auf das Thema KI, sich noch verbessern muss. Dabei soll die neugegründete "Agentur für Innovation in der Cybersicherheit" herhalten.

Kritik kommt auch vom Chaos Computer Club

Erst Ende August 2018 hatten Bundesinnenminister Horst Seehofer und die Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen, sich „entschieden dafür“ ausgesprochen, dass auf Basis einer rechtlichen Grundlage auch im zivilen Bereich "Gegenangriffe" gegen Hacker erlaubt sein sollten.

Kritik kam damals umgehend vom CCC: Die Ausrichtung der Agentur unter Verteidigungs- und Innenministerium lasse „große Zweifel aufkommen, ob es hier wirklich um Cybersicherheit und nicht vielmehr um die Ausweitung der Cyberbewaffnung geht. Der Wunsch der deutschen Geheimdienste, mit NSA und GCHQ 'auf Augenhöhe' mitzucybern, darf nicht Maßstab einer Strategie für Sicherheit im digitalen Raum sein“, warnte der Chaos Computer Club. Und „ob ein „Zurückhacken“ und offensive digitale Angriffe, zumal durch das deutsche Militär, überhaupt mit geltendem deutschen Recht und dem Völkerrecht vereinbar ist, steht ohnehin in Zweifel.

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