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Facetime-Bug: Entdecker erhält Belohnung

05.02.2019 | 11:30 Uhr | Peter Müller

Den abstrusen Fehler in Facetime zu melden, war nicht so einfach, hier ist womöglich wertvolle Zeit verronnen. Der Entdecker des Bugs soll nun eine Belohnung erhalten.

Update vom 5. Februar

Gruppenfacetime bleibt noch abgeschaltet, für diese Woche hat Apple ein Update versprochen, das die von einem Bug betroffen Funktion von iOS 12.1 und höher wieder nutzbar macht – kommt vielleicht ja schon heute Abend. CNBC berichtet nun über Probleme beim Fehlerreport. Denn entdeckt hat diese Lücke nicht einer der zahlreichen Entwickler, sondern ein Teenager aus Tucson, Arizona, namens Grant Thompson, der auf die Idee kam, einen Gruppenchat bei Facetime zu initiieren und sich dann selbst aus der Teilnehmerliste zu nehmen – ein völlig unerwartetes Verhalten.

Das aber zu einem noch unerwarteteren Ergebnis führte: Die verbliebenen Teilnehmer konnte man nun abhören, auch dann, wenn sie das Gespräch gar nicht annahmen. Beim Melden des Fehlers kam es aber zu weiteren nicht vorhergesehenen Ereignissen. Die Mutter des Teenagers musste sich erst als Entwickler bei Apple registrieren, bevor überhaupt die Möglichkeit zur Meldung bestand. Anscheinend haben letzte Woche bei Apple die zuständigen Stellen dann auch erst von dem Fehler erfahren, als der Tweet der Mutter über den seltsamen Fehler viral gegangen war. Laut CNBC bekam die Familie Thompson am Wochenende hochrangigen Besuch aus Cupertino, der sich für das Entdecken des Fehlers bedankte und versicherte, Grant würde die in diesen Fällen zustehende Belohnung erhalten. Der Betrag soll nun in die Ausbildung des 14-Jährigen fließen.

Update vom 1. Februar

Apple hat sich in Sachen Fehler in Gruppenfacetime zurück gemeldet. Den Fehler auf den für den Gruppenchat zuständigen Servern habe man behoben, in der kommenden Woche werde man ein Softwareupdate herausgeben, das Gruppenfacetime auf die Geräte der Anwender zurück bringt. Man danke der Familie Thompson für die Entdeckung und Meldung des Fehlers und entschuldige sich für die Unannehmlichkeiten, zitiert 9to5Mac aus einem Statement Apples . Sofort, nachdem man in dieser Woche den Bug habe reproduzieren können, habe man serverseitig die Funktion abgestellt. Die Sicherheit seiner Produkte und Services nehme man sehr ernst und sehe sich verpflichtet, das Vertrauen der Kunden zu verdienen.

Meldung vom 29. Januar:

Schwerer Fehler : In Facetime ist ein schwerer Bug entdeckt worden, der es erlaubt, über das Mikrofon der Angerufenen bereits Töne zu hören, ohne dass diese herangegangen sind. Der Fehler hängt mit Gruppenfacetime zusammen, das Apple erst mit iOS 12.1 eingeführt hatte. Der iPhone-Hersteller hat jedoch sofort reagiert und die Funktion deaktiviert – Konferenzen sind über Facetime vorerst nicht möglich, noch diese Woche soll es jedoch ein Update für iOS geben, das die Lücke schließt.

Über die Existenz des Fehlers hatte heute Nacht der Twitter-User @BmManski erstmals informiert, er und andere Nutzer hatten jedoch den Hersteller über den Bug bereits vor einer Woche informiert. Ruft man eine Person mit einem Facetime-Videocall an und setzt sich dabei selbst auf die Liste eines Gruppengesprächs, kann man die angerufene Person belauschen, ohne dass diese den Anruf entgegen nehmen muss.

Einzige Voraussetzung ist, dass auch am andere Ende ein Smartphone mit der Fähigkeit zu Groupfacetime hängt, also ein iPhone mit iOS 12.1 oder höher. Schlimmer noch: Lehnt man den Anruf mit einem Druck auf den Power-Knopf ab, sendet man sogar ungewollt ein Video. Für Apple war es aber kein Problem und daher eine Sofortmaßnahmen, Gruppenfacetime auf Seiten der Server abzuschalten.

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