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Schottland macht Online-Pornos für Sexualdelikte verantwortlich

04.09.2017 | 13:47 Uhr |

In Schottland steigt die Zahl der Sexualdelikte bei Minderjährigen. Experten machen dafür den Konsum von Online-Pornos verantwortlich.

In Schottland werden immer mehr Sexualstraftaten von Minderjährigen begangen. In den Jahren 2015 und 2016 verbuchten die Behörden hier Rekordzahlen. Ganze 407 Personen wurden in den vergangenen beiden Jahren wegen Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung oder sexuellen Übergriffen angezeigt. 48 dieser Vergewaltigungen oder versuchten Vergewaltigungen wurden von Tätern begangen, die jünger als 16 Jahre waren.

Experten glauben, dass die steigenden Zahlen bei Sexualdelikten mit dem Konsum von Online-Pornografie in Zusammenhang stehen. Pornos hätten vor allem jungen Menschen ein gestörtes Bild von Sex und Beziehung vermittelt. Die Generalstaatsanwältin Alison Di Rollo hat für kommenden Freitag eine Versammlung in Glasgow einberufen. Bei dem Treffen sollen Strafverfolgungsbehörden zusammen mit Wohltätigkeitsorganisationen und Lehrern neue Wege erarbeiten, wie diese Verbrechen in Zukunft verfolgt und verhindert werden können.

Jugendliche Sexualstraftäter seien kein neue Phänomen, doch so häufig wie heute seien sie noch nie gewesen, erklärten die schottischen Behörden gegenüber dem Herald . Die Gerichte und die Polizei hätten Mühe, die Anzahl der Fälle zu bearbeiten. Minderjährige, die Sexualstraftaten begehen, seien zudem oft selbst Opfer von sexuellen Übergriffen gewesen. Für Erwachsene sei das Strafmaß in diesen Fällen klar. Die Justiz habe jedoch Probleme abzuwägen, wie sie mit jugendlichen Sexualstraftätern verfahren soll.

In den Jahren 2015 und 2016 wurden in Schottland 120 Jugendliche wegen Vergewaltigung oder versuchter Vergewaltigung angeklagt. 113 wurden sexuelle Übergriffe vorgeworfen und 167 wegen anderer sexueller Vergehen verurteilt.  

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