2308203

Schnellere LAN-Verbindung zum Netzwerkspeicher einrichten

30.10.2017 | 09:26 Uhr |

Besitzt ein NAS-System zwei LAN-Ports mit Gigabit-Tempo, können Sie diese für höhere Geschwindigkeit per Link-Aggregation zu einer Verbindung zusammenfassen.

In einem großen Heimnetz kann es Engpässe geben, wenn viele Rechner gleichzeitig auf ein NAS zugreifen – selbst bei einer Verbindung per Gigabit-Ethernet.

In diesem Fall ist es vorteilhaft, wenn Ihr Netzwerkspeicher mindestens zwei Gigabit-Anschlüsse hat, die Link Aggregation (Verbindungsaggregation) unterstützen. Mit dieser Technik kann das NAS die zwei LAN-Ports zu einem Anschluss zusammenfassen. Das erhöht die maximal mögliche Bandbreite oder dient der Ausfallsicherheit, wenn eine LAN-Verbindung nicht mehr funktionieren sollte.

Zwar bieten auch einige der aktuellen WLAN-Router Link Aggregation, da sie theoretisch mehr als ein GBit/s mittels Funk übertragen können und dann der Gigabit-Netzwerkanschluss am Router möglicherweise zum Flaschenhals wird. In der Praxis liegen die erzielten Datenraten jedoch deutlich unter dieser Grenze. Deshalb verzichten die meisten Router auf Link Aggregation, auch wenn die Hersteller mit einem WLAN-Gesamttempo werben, das über einem GBit/s liegt – wie bei der Fritzbox 7590, die per WLAN-AC theoretisch bis zu 1,73 GBit/s liefern könnte. Wenn Sie die Link Aggregation am NAS nutzen möchten, müssen Sie den Netzwerkspeicher in seinem Browser-Menü entsprechend einrichten. Überdies benötigen Sie einen Switch, welcher die Bündelung der Netzwerkanschlüsse unterstützt.

Test: Sechs Netzwerkspeicher (NAS) im Vergleich

Entsprechende Geräte wie den TP-Link TL-SG2008 gibt es ab rund 60 Euro. Besonders einfach lässt sich der Netgear-Switch GS808E auf Link Aggregation umstellen: Verbinden Sie den Switch mit einem Router oder direkt mit einem PC und geben Sie seine IP-Adresse im Browser ein. Melden Sie sich mit Ihrem Passwort an, das ab Werk eingerichtete Standardpasswort finden Sie im Handbuch, beim Switch von Netgear lautet es „password“.

Gehen Sie nun in der oberen Menüleiste auf den Eintrag „Erweiterte Einstellungen“ und im Anschluss daran links auf „Link Aggregation“. Danach wählen Sie die LAN-Ports aus, die Sie zu einer Verbindung zusammenfügen wollen. Dazu klicken Sie zum Beispiel auf die Kreise „1“ und „2“ und schieben den Schalter „LAG 1“ nach rechts. Speichern Sie mit „Übernehmen“. Jetzt richten Sie die Link Aggregation im NAS ein. Bei einem Synology-System wählen Sie im Menü „Systemsteuerung“ und gehen zu „Netzwerk -> Netzwerk-Schnittstelle“. Klicken Sie dort auf „Erstellen“ und sodann auf „Bond erstellen“.

Im folgenden Fenster wählen Sie den Link-Aggregation-Modus – bei aktuellen Switches wie den genannten ist „IEEE 802.3ad Dynamische Link Aggregation“ die beste Option. Danach öffnet sich die Auswahl der Netzwerkschnittstellen, die zusammengefasst werden sollen. Normalerweise sehen Sie hier LAN 1 und LAN 2, die Sie beide markieren. Mit „Übernehmen“ bestätigen Sie die Auswahl. Als Nächstes sollten Sie eine neue Netzwerkschnittstelle sehen, die den Namen „Bond 1“ trägt.Abschließend verbinden Sie die beiden LAN-Anschlüsse des NAS noch durch zwei Kabel mit den Ports am Switch, die Sie für die Link Aggregation ausgewählt haben.

NAS-Server einrichten - so ist der Speicher aus dem Web erreichbar

Andere Heimnetzgeräte erreichen das NAS-System nunmehr unter einer IP-Adresse. Bei gleichzeitigen Zugriffen verteilt das NAS die Bandbreite zwischen den beiden zusammengeschlossenen Gigabit-Verbindungen.



0 Kommentare zu diesem Artikel

PC-WELT Marktplatz

2308203