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Schlechte Arbeitsbedingungen bei Amazon-Zulieferer Foxconn

11.06.2018 | 14:45 Uhr |

Die Menschenrechtsorganisation China Labor Watch kritisiert die schlechten Arbeitsbedingungen bei Amazon-Zulieferer Foxconn.

Die Menschenrechtsorganisation China Labor Watch hat in einem aktuellen Bericht die schlechten Arbeitsbedingungen des Amazon-Zulieferers Foxconn kritisiert. Im Zeitraum von August 2017 bis April 2018 hat die Organisation mehrere Ermittler in eine der chinesischen Fabriken des Unternehmens geschickt, in der unter anderem Amazon Fire Tablets, Kindle E-Reader und Amazon Echo Lautsprecher produziert werden.

Bei den neun Monate andauernden Ermittlungen stellte China Labor Watch gleich mehrere Rechtsverstöße beim Amazon-Auftragsfertiger fest. Während die gesetzliche Maximalquote für Leiharbeiter in China eigentlich bei zehn Prozent liegt, sind in der betreffenden Fabrik mindestens 40 Prozent Leiharbeiter beschäftigt. Bei ihnen wurde zudem das gesetzliche vorgegebene Sicherheitstraining von mindestens 24 Stunden mit nur acht Stunden deutlich unterschritten.

Leiharbeiter bei Foxconn haben nur wenig soziale Absicherung, werden im Krankheitsfall nicht bezahlt und bei schlechter Auftragslage in den unbezahlten Urlaub geschickt. Auch die Leistung von mehr als 100 Überstunden in der Hochsaison ist für die Foxconn-Leiharbeiter nicht ungewöhnlich. Diese benötigen die Arbeiter auch, um ihre niedrigen Löhne auszugleichen. Während der Durchschnitt in der Region bei umgerechnet rund 600 Euro liegt, verdienen die Foxconn-Angestellten nur zwischen 265 und 395 Euro im Monat.

Laut China Labor Watch gehen die Gewinne von Online-Versandriese Amazon auf Kosten der Foxconn-Arbeiter. Sie hätten gar keine andere Wahl als Überstunden zu schieben. Amazon reagiert in dieser Woche beschwichtigend auf den Bericht der Menschenrechtsorganisation. Gegenüber der Seattle Times versicherte der Konzern, die Arbeitsbedingungen bei Foxconn verbessern zu wollen. Man habe mit Foxconn bereits entsprechende Pläne ausgearbeitet. Details dazu nannte das Unternehmen jedoch nicht.

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