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Ryonghung iPad: Nordkorea verkauft eigenes iPad

01.06.2017 | 09:39 Uhr |

Eine Firma aus Nordkorea verkauft einen Rechner unter der Bezeichnung iPad. Mit dem Original hat dieses Ryonghung iPad aber wenig zu tun.

Nordkorea bekommt sein eigenes iPad. Das tatsächlich so heißt! Die nordkoreanische Firma Myohyang IT Company soll das Ryonghung iPad produzieren.

Mit dem originalen iPad von Apple hat die nordkoreanische „Kopie“ allerdings wenig gemeinsam. Schon das Äußere des Ryonghung iPad erinnert eher an einen Kinder-Lern-Computer à la Vtech. Das Innenleben des Ryonghung iPad soll laut koreanischen Medienberichten aus einem Vierkern-Prozessor mit 1,2 GHz Taktrate, 1 GB Arbeitsspeicher und einem 8 GB großen Speicher bestehen. Als Anschluss ist unter anderem HDMI vorhanden. Eine physische Tastatur ist ebenfalls vorhanden. Außerdem soll das kuriose iPad Netzwerk-Fähigkeiten besitzen, die allerdings nicht genauer erklärt werden. Wobei die Internetnutzung im Reich von Diktator Kim Jong Un ohnehin stark eingeschränkt ist.

Unbekannt ist, welches Betriebssystem auf dem Ryonghung iPad läuft. Vermutlich handelt es sich dabei aber um ein Linux-System, vielleicht auch um Android. Laut Beschreibung des Herstellers kann das nordkoreanischen iPad unter anderem Office-Arbeiten erledigen und über 40 Apps nutzen. Diese Apps kommen offensichtlich auf SD-Karten. Eine dieser Apps scheint ein Landwirtschaftsprogramm zu sein, eine andere App nennt sich „Guter Arzt 3.0“. Diese erkennt laut Hersteller 1.200 Krankheiten und macht Empfehlungen zur Behandlung. Zum Preis liegen keine Angaben vor.

„iPad“ ist natürlich ein geschützter und von Apple eingetragener Markenname. Ob Apple seine Namensrechte aber in Nordkorea wird durchsetzen können, darf zumindest bezweifelt werden. Ebenso zweifelhaft ist aber auch der wirtschaftliche Erfolg des Ryonghung iPads außerhalb von Nordkorea – der wirtschaftliche Schaden für Apple dürfte sich also in Grenzen halten…

In der Vergangenheit hat Nordkorea immer wieder IT-Produkte aus dem Westen nachgeahmt. So zeigten nordkoreanische Unternehmen einen Rechner mit dem Äußeren eines iMac und ein Betriebssystem, das oberflächlich ein klein wenig wie MacOS X aussah: Red Star OS 3.0. Die technische Basis war aber Linux. Ebenso hat Nordkorea Netflix nachgemacht und auch versucht Facebook zu kopieren. Mit der jüngsten Erpressersoftware WannaCry wird Nordkorea ebenfalls in Verbindung gebracht.

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