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Russischer Hacker zu 27 Jahren Haft in den USA verurteilt

24.04.2017 | 15:16 Uhr |

Der russische Hacker Roman Seleznev wurde in den USA zu einer Haftstrafe von 27 Jahren verurteilt.

Am vergangenen Wochenende wurde der als „Track2“ bekannte, russische Hacker Roman Seleznev in Seattle zu einer Haftstrafe von 27 Jahren verurteilt . Seleznev wurde im Jahr 2014 auf den Malediven verhaftet. In seinem Besitz befand sich ein Laptop mit mehr als 1,7 Millionen Kreditkarten-Nummern. In den letzten zwei Jahren wurde dem Hacker in den USA schließlich der Prozess gemacht, wo er in 38 Fällen für schuldig befunden wurde. Auf sein Konto gehen unter anderem Überweisungsbetrug, absichtliche Beschädigung von geschützten Computern und schwerer Identitätsdiebstahl.

Die Strafe erreicht fast die von der US-Regierung gefordeten 30 Jahre und ist die höchste Strafe, die in den USA jemals für einen Hacker verhängt wurde. Laut den Staatsanwälten habe Seleznev die harte Strafe mehr als verdient. Er gilt als Pionier im Online-Diebstahl und anschließenden Verkauf von Kreditkarten-Daten. Seleznev habe einen ganzen Markt mit Tutorials und Verkaufsseiten für gestohlene Kreditkartendaten aufgebaut. Die Staatsanwälte sehen ihn als Gründer eines Amazon.com für Cyber-Diebe und Kartenbetrüger.

Seleznev hat einen ganzen Markt für gestohlene Kreditkarten-Daten aufgebaut.
Vergrößern Seleznev hat einen ganzen Markt für gestohlene Kreditkarten-Daten aufgebaut.
© istockphoto.com/alexskopje

Mit gestohlenen Kreditkarten-Daten, die er über seine Webseiten verkaufte, verdiente der Hacker den Angaben zufolge mehr als 170 Millionen US-Dollar. In der amerikanischen Geschichte habe es nie einen größeren Fall von Computerbetrug gegeben, der vor einem US-Gericht verhandelt wurde, so die Staatsanwälte.

Die Verhandlungen haben mehr als zwei Jahre gedauert. Seleznev habe immer wieder versucht, die Justiz auszutricksen. Das hohe Strafmaß rechtfertigen die Staatsanwälte außerdem mit einer hohen Wiederholungsgefahr. Seleznev habe keinerlei Einsicht für seine Straftaten und die Wahrscheinlichkeit, dass er seine kriminelle Karriere fortsetzen wolle, sei hoch. Der Hacker versucht indes, seine Taten mit seiner schwierigen Kindheit zu rechtfertigen, die er in einem elfseitigen Brief an die New York Times beschreibt.

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