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Rivet Networks Killer E2500 im Praxistest

11.08.2017 | 11:11 Uhr |

Mit dem Gigabit-Ethernet-Controller E2500 möchte Killer eine tadellose Netzwerkübertragung gewährleisten. Wie gut das klappt, lesen Sie im Test.

Wir streamen mittlerweile tagtäglich Musik, Filme und auch Spiele aus dem Internet, vieles davon sogar parallel. Auf der anderen Seite wird auch ins Netz übertragen, um andere am eigenen Gaming-Erlebnis teilhaben zu lassen. Dabei ist eine schnelle Internetleitung tatsächlich nur die halbe Miete: Erst mit den korrekten Einstellungen wird das Multimedia-Erlebnis auch so, wie es sich die Anbieter und vor allem Konsumenten vorstellen. Der aktuelle Chip hört auf die Bezeichnung Killer E2500. Wir prüfen, ob sich die Marketing-Versprechen im Praxistest bewahrheiten.

TEST-FAZIT: Rivet Networks Killer E2500

Es gibt einiges an Software auf dem Markt, die flüssigeres Gameplay versprechen. Auch bei den Killer-Netzwerk-Chips ist das ähnlich - allerdings kann die Kombination aus selbst hergestellten Netzwerk-Chip und hauseigener Software in der Praxis auch wirklich überzeugen. In DOTA 2 können wir unsere Multiplayer-Partie ohne große Einbußen fortsetzen, da die Technik Advanced Stream Detection 2.0 für geringe Latenzen trotz parallelem Downloaden und Streamen sorgt. Nur in Counterstrike: Global Offensive klappt das nicht ganz so gut, das Spiel bleibt im gleichen Szenario unspielbar aufgrund der zu hohen Latenz.

Also sind die Killer-Software und der E2500 kein Garant für stets flüssiges Gaming, da es immer noch stark von der Anwendung abhängt. Aber mächtig Eindruck schinden kann die Kombination definitiv - wir sind gespannt auf den Nachfolger!

Killer E2500: Kombination aus Hard- und Software für flüssigere Internetverbindungen

Rivet Networks hat es sich mit seinen Killer-Ethernet-Chips zur Aufgabe gemacht, die Übertragung von Daten jederzeit zu optimieren. Wer also bisher dachte, dass es sich bei Killer um eine reine Software handelt, die bestimmte Prozesse einfach nur bevorzugt, indem sie ihnen mehr Bandbreite zur Verfügung stellt, der irrt sich. Denn die Killer-Lösung ist eine Kombination aus einem selbst hergestellten Netzwerk-Chip und selbst entwickelter Programme. Der Killer E2500 ist dabei der aktuelle Chip, der von vielen namhaften Hardware-Produzenten wie Alienware, MSI, Gigabyte, Acer, Lenovo oder auch Razer eingesetzt wird.

Umrahmt vom roten Viereck: Der Netzwerk-Chip Killer E2500 auf dem Mainboard MSI B250 Gaming M3.
Vergrößern Umrahmt vom roten Viereck: Der Netzwerk-Chip Killer E2500 auf dem Mainboard MSI B250 Gaming M3.
© Friedrich Stiemer

Ein neues Killer Control Center mit Advanced Stream Detect 2.0

Ziel der Netzwerk-Lösungen von Rivet Networks ist es, nicht einfach nur die maximal mögliche Bandbreite durchs LAN-Kabel zu pressen oder ins WLAN zu pusten, sondern auch das Management des Netzwerk-Traffics bestmöglich zu optimieren.

Rivet Networks erklärt, was im Killer Control Center alles möglich ist.
Vergrößern Rivet Networks erklärt, was im Killer Control Center alles möglich ist.
© Rivet Networks

Hierfür führt der Hersteller mit dem Killer E2500 auch eine komplett überarbeitete Version der hauseigenen Bedien-Software „Killer Control Center“ ein. Diese ermöglicht einen umfassenden, detaillierten Überblick über den kompletten Netzwerkverkehr.

Neu ist die Technik „Advanced Stream Detect 2.0“ (ASD 2.0). Sie erkennt unter anderem selbständig Prozesse, bei denen es auf eine möglichst geringe Latenz ankommt - wie zum Beispiel beim Online-Gaming. Alle Anwendungen, die Netzwerk-Traffic verursachen, werden von der Technik in insgesamt sechs Prioritätsstufen eingeteilt. Auf der Übersichtsseite erfolgt die Darstellung der priorisierten Anwendungen, wobei Spiele standardmäßig mit den höchsten Stufen wie 1 oder 2 eingeordnet werden. Windows-Updates oder auch Torrents erhalten beispielsweise eine ziemlich niedrige Priorisierung, da es hier nicht auf die Latenz ankommt. Ein Tacho im oberen Bereich zeigt an, wie viel Bandbreite in Echtzeit genutzt wird.

Die Erstansicht vom Killer Control Center.
Vergrößern Die Erstansicht vom Killer Control Center.

Selbstständige Priorisierung auf Basis von Listen

Grundlage für die Priorisierungen sind sogenannte Master-Listen, die ständig aktualisiert werden. So werden viele Anwendungen bereits ohne große Analyse entsprechend dieser Liste priorisiert. Außerdem kennt die Software über 500 Webseiten, wie beispielsweise Youtube, bei denen eine automatische Priorisierung erfolgt.

Der Netzwerkverkehr lässt sich für jede Anwendung einzeln kontrollieren.
Vergrößern Der Netzwerkverkehr lässt sich für jede Anwendung einzeln kontrollieren.

Doch natürlich können Sie auch bei jeder Einstellung selbst Hand anlegen. So lassen sich für jede Anwendung beispielsweise die Bandbreiten limitieren oder sogar die Kommunikation mit dem Internet komplett unterbinden.

Zur Priorisierung des Traffics durch Advanced Stream Detect 2.0 kommt auch eine Optimierung der Datenpaket-Verarbeitung hinzu, um den Netzwerk-Durchsatz zu verbessern und die Latenz zu reduzieren. Ebenfalls mit integriert ist eine Bandbreitensteuerung, die sogenannte Paketkollisionen verringert. Somit vermeidet diese Technik den Verlust von Daten aufgrund von Überlagerungen, sobald mehrere PCs parallel über die gleiche Leitung senden.

Killer soll Datenpakete besser handhaben können als die Konkurrenz.
Vergrößern Killer soll Datenpakete besser handhaben können als die Konkurrenz.
© Rivet Networks

Testwerte des Rivet Networks Killer E2500

In der Theorie klingen die Features und die Leistungsfähigkeit des Netzwerk-Chips in Kombination mit der Software grandios. Nun muss sich das Ganze aber auch im Praxistest bestätigen. Wir testen die Spiele Counterstrike: Global Offensive und DOTA 2. Wir messen die Latenz in Millisekunden, jeweils mit und einmal ohne ASD 2.0. Natürlich sorgen wir unter anderem auch für weiteren Netzwerk-Traffic.

Beim Killer E2500 handelt es sich um einen Netzwerk-Chip, der auf Mainboards zum Einsatz kommt.
Vergrößern Beim Killer E2500 handelt es sich um einen Netzwerk-Chip, der auf Mainboards zum Einsatz kommt.

Hinweis: Wir testen über ein LAN-Kabel (fünf Meter Länge), das direkt in den Router (AVM Fritzbox 7490, aktuelle Firmware) eingesteckt ist. Die durchschnittliche Download-Geschwindigkeit des Internetanbieters beläuft sich auf etwa 196 Mbit/s. Als Mainboard kommt das MSI B250 Gaming M3 zum Einsatz mit einem Intel Core i5-7500 nebst 16 GB DDR4-RAM.

Fritzbox-Router im Vergleich: Welches ist das beste Modell?

Im Test zocken wir auch Counterstrike: Global Offensive
Vergrößern Im Test zocken wir auch Counterstrike: Global Offensive
© Valve

Zocken wir CS:GO und DOTA 2 ohne weitere „Störfaktoren“ (Downloads, Streaming-Dienste, etc.), beträgt die Latenz je etwa 42 und 34 Millisekunden. Ein vernünftiger Wert, mit dem sich arbeiten lässt. Tatsächlich ändert sich auch kaum etwas an dem Wert, wenn wir ASD 2.0 ausschalten.

Wir testen auch mit DOTA 2.
Vergrößern Wir testen auch mit DOTA 2.
© Valve

Als nächstes lassen wir unsere Spotify-Playlist in hoher Qualität aus dem Internet streamen und spielen wieder eine Runde Counterstrike und DOTA 2. Die Latenz steigt auf etwa 47 respektive 36 Millisekunden bei eingeschaltetem ASD 2.0, ohne diese Technik sind es etwa 54 und 40 Millisekunden. Mit beiden Werten lässt sich definitiv noch gut spielen, allerdings macht sich nun die Stream-Detection erstmals bemerkbar.

Auch Netzwerkadressen lassen sich auslesen.
Vergrößern Auch Netzwerkadressen lassen sich auslesen.

Advanced Stream Detect 2.0 sorgt für massive Verbesserungen – teilweise

Nun treiben wir es auf die Spitze und lassen neben unserer Spotify-Playlist auch noch Battlefield 1 via Origin herunterladen. Und hier macht sich ASD 2.0 wohl am deutlichsten bemerkbar: Unsere Latenz in CS:GO steigt ohne diese Technik auf unspielbare 210 Millisekunden - ein No-Go in einem Shooter! Auch DOTA 2 wird unspielbar mit 178 Millisekunden Latenz. Sobald wir ASD 2.0 aber reaktivieren, sinkt die Latenz in CS:GO auf 130 Millisekunden. Eine noch größere Verbesserung, aber leider kein Wundermittel. Anders sieht es in DOTA 2 aus: Die Latenz sinkt auf tadellos spielbare 54 Millisekunden!

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