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Ring-Mitarbeiter hatten Zugriff auf Kunden-Videos (Update)

14.01.2019 | 16:29 Uhr |

Aktuellen Meldungen zufolge konnten Mitarbeiter des Video-Türklingel-Hersteller Ring auf unverschlüsselte Kunden-Videos zugreifen. Update 14.1.: Stellungnahme von Ring.

Update 14.01.2019: Ring bestreitet Spionagevorwürfe

In einer offiziellen Stellungnahme bestreitet der Elektronik-Hersteller Ring die durch mehrere US-Medien erhobenen Spionagevorwürfe. Dem Statement zufolge nimmt das Unternehmen die Privatsphäre und Sicherheit seiner Kunden sehr ernst. Um den Service – unter anderem für die Video-Türklingel Ring Video Doorbell – zu verbessern, schaut sich das Unternehmen eigenen Aussagen zufolge ausgewählte Video-Aufnahmen an. Diese stammen laut Ring jedoch exklusiv aus den öffentlich geteilten Ring-Videos aus der Neighbors-App. Ein kleiner Teil komme außerdem von Ring-Nutzern, die dafür eine ausdrückliche schriftliche Genehmigung abgegeben hätten. Ring betont außerdem, dass die Mitarbeiter des Unternehmens keinen Zugriff aus Livestreams von Ring-Nutzern hätten.

Das Unternehmen hat laut seiner Stellungnahme strikte Mitarbeiter-Richtlinien. Jeder, der diese Richtlinien verletzt sieht sich Ring zufolge strengen Disziplinarmaßnehmen gegenüber – darunter die Kündigung oder eine straf- sowie zivilrechtliche Verfolgung. Ring betont weiterhin die Null-Toleranz-Politik des Unternehmens in Hinblick auf eine missbräuchliche Nutzung seiner Datenbanken und Videoaufzeichnungen.

Ursprüngliche Meldung vom 11.01.2019:

Der Video-Türklingel-Hersteller Ring sieht sich in dieser Woche mit massiven Sicherheitsbedenken seiner Kunden konfrontiert. Wie The Intercept als auch The Information berichten, gab das Unternehmen seinen Mitarbeitern über einen Zeitraum von mehreren Monaten Zugriff auf unverschlüsseltes Videomaterial seiner Kunden.

Den Berichten zufolge soll der laxe Umgang mit der Privatsphäre der Ring-Kunden mit der Eröffnung eines neuen Büros in der Ukraine einher gegangen sein. Einige Monate nach der Eröffnung in der Ukraine, seien die Videos von den Video-Türklingeln und Sicherheitskameras der Ring-Kunden regelmäßig unverschlüsselt auf die Server der Firma übertragen worden. Zusätzlich dazu hätte Ring seinen Mitarbeitern in der Ukraine unbegrenzten Zugang zu diesen Videos gewährt, die in Amazons Cloud-Speicher abgelegt worden seien. Dort konnten die Videos ohne jegliche Verschlüsselung heruntergeladen und geteilt werden. Das Mitarbeiter-Team habe außerdem Zugang zu einer Datenbank gehabt, in der jedes Video dem betreffenden Kunden zugeordnet wurde. Der umfassende Zugang sei den Berichten zufolge zur Verbesserung der Ring-KI sowie der Objekterkennung notwendig gewesen.

Gleichzeitig hätten US-amerikanische Ring-Mitarbeiter umfassenden Zugriff auf Live-Videos von Ring-Video-Türklingeln gehabt, ohne, dass sie diesen wirklich benötigt hätten. Auch wenn es keine Berichte von missbräuchlicher Nutzung dieser Daten gibt, hätten sich die Ring-Mitarbeiter des öfteren einen Spaß daraus gemacht, durch die unzähligen Kamera-Live-Streams zu schalten.

Nachdem Ring im vergangenen Jahr von Amazon übernommen wurde , seien die Sicherheitsvorkehrungen inzwischen verschärft worden. Diese könnten laut den Berichten von den Mitarbeitern jedoch einfach umgangen werden. Eine offizielle Stellungnahme seitens Ring steht bislang noch aus.

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