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Reolink Argus 2: IP-Kamera mit eigenem Kraftwerk

03.07.2018 | 16:45 Uhr |

Dank Akku flexibel einsetzbar und mit einem optionalen Solarpanel fast unabhängig: Die Reolink Argus 2 zeigt nur kleine Schwächen beim Bild und bei der Erkennung von Bewegungen.

Deutlich günstiger als die zuletzt von uns getestete Nest Outdoor IQ ist die Außenkamera von Reolink, aber dafür muss man auch deutliche Abstriche machen. Immerhin kostet die Lösung von Reolink mit 150 Euro weniger als die Hälfte als die zugegebenermaßen sehr gute smarte Außenkamera von Nest – ein Abo für Cloudspeicher und Zusatzfunktionen gibt es auch keines.

Die Abstriche beginnen bei der Bildqualität der Aufnahmen, diese sind zwar in der Auflösung maximal 1080p, wir sehen aber einen deutlichen Abfall gegenüber anderen Kameras. Bei der nicht optimalen Netzwerkverbindung (die Kamera kann nur 2,4 GHz), die wir draußen vor der Terrassentür mit ihrem Dreifachglas nun einmal haben, will uns die Argus 2 lieber die niedrige (flüssige) Auflösung von 640 mal 360 Pixeln zeigen, 15 fps ist bei beiden Auflösungen aber das Maximum.

Die Filme reichen dennoch vollkommen aus, um den überwachten Bereich einzusehen, bei uns ist es die Terrasse – an der Vordertür würden wir öffentlichen Grund mit filmen, daher der Rückzug ins Private. Verwenden ließe sich die durchaus formschöne Kamera auch im Innenbereich, für draußen liegt eine Art Regenüberzug bei und vor allem eine Wandhalterung. Diese passt natürlich nicht zu denen bereits verwendeter Kameras, weswegen unsere Terrassenwand nach Einsatz der Bohrmaschine allmählich wie ein Emmentaler aussieht …

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Alarm meist zu empfindlich

Eine Gesichts- oder wenigstens eine Personenerkennung bekommen wir mit der Argus 2 nicht, die von der Kamera auf unser iPhone gepushten Meldungen sprechen immer nur generell von einem Alarm. Das ist aber auch nicht das Produktversprechen der Reolink Argus 2. Was aber stört, ist die nur schlecht einstellbare Empfindlichkeit des Bewegungsmelders. Sicher ist eine Überwachungskamera nichts wert, wenn sie erst aktiv wird, fuchtelt jemand direkt vor ihrem Objektiv wild herum, doch selbst in der unempfindlichsten Einstellung bekommen wir derart viele Push-Nachrichten, dass wir den Sensor gleich wieder abstellen. In der höchsten Stufe sind es bereits leichteste Bewegungen von Ästen im Wind, die uns alarmieren. Auch das könnte man besser lösen: Die Zeiten, zu denen der Sensor aktiv ist, lassen sich zwar für jeden Wochentag separat einstellen, aber nur stundenweise. Anders als etwa die Nest IQ Outdoor filmt die Argus 2 nicht kontinuierlich. Das hat aber zur Folge, dass die Clips oft zu spät nach der erkannten Bewegung einsetzen, wer schnell vorbeihuscht, der muss Entdeckung nicht befürchten. Wir können das an den nach Hause kommenden Familienmitgliedern erkennen, die die Terrasse schnell überqueren – auf dem Film ist dann nur noch zu sehen, wie ein Rucksack samt seines Trägers das Wohnzimmer betritt. Aber in einem realistischen Einsatzszenario ist die Kamera ja auch eine Tür oder ein anderes Hindernis gerichtet.

Der Vorteil der Kamera: Ein Cloud-Abo wie bei den Nest-Produkten und bei anderen Anbietern ist nicht notwendig. Die Aufnahmen speichert die Kamera auf einer Micro-SD-Karte, die jedoch nicht im Lieferumfang enthalten ist und die wir extra besorgen mussten. Kein Vorteil ohne Nachteil: Die Reolink Argus 2 ist von einem potentiellen Einbrecher recht schnell samt Speicherkarte demontiert - kann man nur hoffen, dass man seine Kamera im Ernstfall unauffällig genug platziert hatte.

Unabhängig von der Steckdose

Was uns aber aber der Lösung gefällt: Der wiederaufladbare Akku. Wir können die Kamera also jenseits jedweder Steckdose betreiben und müssen nur darauf achten, dass sie noch unser WLAN findet – wir sind aber mit Mesh so weit ganz gut ausgerüstet . Je nachdem, wie oft der Alarm auslöst, leert sich der Akku schneller oder langsamer, man sollte also immer die Batterieanzeige in der App im Blick behalten.

Oder man greift zu einem sinnvollen Zubehör: Einem Solarpanel, das man an den Akku anschließt. Bei unserer Konfiguration in den Rosen bekommt das Panel zwar nur für ein paar Stunden direkte Sonneneinstrahlung (mit einigen Schatten), doch das reicht völlig aus, um die Ladung der Kamerabatterie stets auf etwa 95 bis 100 Prozent zu halten. Nun ist es zur Zeit des Tests auch fast 16 Stunden hell, wie sich die Situation im Winter ergibt, werden wir in etwa einem halben Jahr nach testen (wir wollen uns die 16 Stunden lange Nacht aber lieber erst gar nicht vorstellen).

Das Nachtbild ist im Übrigen recht anständig und fällt in der Qualität kaum ab, wir sollten allerdings die Rosen mal wieder zurück schneiden, damit wir mehr sehen.

Fazit

Wer mit den Einschränkungen hinsichtlich Bildqualität und Alarmintelligenz zurecht kommt, dem kann man die Reolink Argus 2 als flexibel platzierbare IP-Kamera für den Außenbereich empfehlen. Vor allem das für Energienachschub sorgende Zubehör ist sein Geld wert.

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