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"Reigns: Game of Thrones" – Ihr Tod ist Ihre Wahl

18.10.2018 | 15:00 Uhr |

Bis zu der letzten Staffel der beliebten Serie muss man sich noch etwas gedulden. Derweil kann man auf dem iPhone Zeit mit seinen Lieblingscharakteren verbringen.

Der für den Test uns vom Entwickler zur Verfügung gestellte Redeem-Code von "Reigns: Game of Thrones" war bei uns schon vor einigen Tagen eingetrudelt, war jedoch zunächst herrenlos: Der eine Kollege hat die Serie noch nie angeschaut, der andere fand sie doof (Ist es überhaupt gesetzlich erlaubt, GoT doof zu finden?). Daher landete die Mail mit dem Code nach mehreren Weiterleitungen bei uns in dem Postfach, so haben wir uns des Spiels angenommen. Letztendlich war es keine schlechte Entscheidung, denn ein kompletter Novize würde sich im Spiel verloren fühlen, setzt doch die iOS-App auf einige der Erzählstränge der Serie.

Obwohl im Comic-Chic gestaltet und auf das Tinder-Prinzip von Rechts- und Links-Wischen setzend, ist das Spiel von Reigns im Grunde genommen ein Text-Spiel, in dem die ganze Spannung sich in den Dialogen und Entscheidungen findet. Wie schon in der Serie ist das Ziel Überleben um jeden Preis, dies ist jedoch nicht ganz so leicht. Wir sind übers vergangene Wochenende an mehreren Todesarten gestorben. OK, brachiale Methoden wie Tod im Kampfspiel durch Augen ausdrücken war (noch) nicht dabei, aber im Spiel kann man alles erleben – von Meuchelmord bis Todeskuss eines Liebhabers. Die harmloseste Art ist wohl nach dem Schandegang durch Dubrovnik bzw. Königsmund in einer dunklen Gasse zu verrecken.

Freigeschaltete Charaktere und erlebte Morde
Vergrößern Freigeschaltete Charaktere und erlebte Morde

Bis es dahin kommt, gilt es richtige Entscheidungen zu treffen. Man bekommt als König bzw. Königin auf dem Eisernen Thron einen Stapel von Karten. Dabei präsentieren diverse Gesprächspartner ihre Vorschläge, Probleme, Gerüchte und mehr. Alles wie in der richtigen Serie. Am Anfang hat jeder Charakter den gleichen Grad an Beliebtheit unter Volk, Streitmacht, Autorität und Geld. Jede Entscheidung kann sich auf eine oder mehrere von diesen Kriterien auswirken, man muss also noch schauen, dass alle vier Pfeile der königlichen Macht in Lot bleiben. Kommen also die Großmaster daher und schlagen eine neue Sternwarte vor, die Staatskasse ist aber beinahe leer, gilt es den Vorschlag abzulehnen, ansonsten wird man von eigenen Wachen im Auftrag der Eisernen Bank ermordet.

Ja, Essen muss man auch ab und zu mal auswählen.
Vergrößern Ja, Essen muss man auch ab und zu mal auswählen.

Fazit: Obwohl das Spielprinzip bei "Reigns: Game of Thrones" recht simpel ist, sind die Runden nicht wirklich leicht zu meistern. Unser Rekord waren 35 Monde mit Daenerys an der Macht, was auch immer das in der Zeitmessung von Westeros ist. Jede richtige Entscheidung bringt einen zusätzlichen Mond dazu, aber die Gefahren können noch anderswo lauern. Diese Immersion in das Geschehen von "Game of Thrones" eröffnet eine etwas andere Sichtweise auf die quasi-mittelaterliche Welt von Sieben Königslanden. Bei der Originalserie hat man die Charaktere entweder geliebt oder gehasst, dies hat den Zuschauer eher passiv gelassen. Das Spiel übergibt einem die Entscheidungsmacht aber auch die Konsequenzen, spätestens nach dem dritten Tod wird einem klar, dass die byzantinischen Intrigen gar nicht so  simpel sind wie auf dem Bildschirm dargestellt.

Die App steht ab sofort im App Store zur Verfügung . Diese kostet momentan 4,50 Euro, damit ist eigentlich ungetrübter Spielespaß garantiert: In der App gibt es somit keine In-App-Käufe, keine Wartezeiten vor dem nächsten Zug und keine Werbung. Für die Fans von "Game of Thrones" eine klare Kaufempfehlung.

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