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Razer Huntsman Elite: Tastatur mit optomechanischen Schaltern im Test

22.10.2018 | 11:20 Uhr |

Mit selbstentwickelten optomechanischen Schaltern will Razer nach eigener Aussage sehr schnelle Auslösezeiten garantieren. Was die neuen Schalter so besonders macht und was die Gaming-Tastatur sonst noch zu bieten hat, lesen Sie im Test.

Die Razer Huntsman Elite ist das neue Gaming-Tastatur-Flaggschiff des Herstellers, das neben einem frischen Design auch selbstentwickelte Tastenschalter zu bieten hat. Hinzu kommen eine RGB-Einzeltastenbeleuchtung, eine abnehmbare und ebenfalls beleuchtete Handballenauflage sowie separate Regler für die Multimediasteuerung. Doch ob die mechanische Gaming-Tastatur  tatsächlich ihr Geld wert ist, klären wir in diesem Test.

TEST-FAZIT: Razer Huntsman Elite

Die Razer Huntsman Elite kann mit einem üppigen Ausstattungsumfang, einer tadellosen, hochwertigen Verarbeitung und neuartigen Schaltern beeindrucken. Zwar sind Letztere bereits in gewissen Abwandlungen schon bei anderen Herstellern im Einsatz, doch Razer hat noch einmal Hand angelegt und spendiert beispielsweise auch Stabilisatoren, die sich spürbar bemerkbar machen.

Auch toll finden wir die bequeme Handballenablage und die dedizierte Multimediasteuerung – eine Neuheit bei Razer-Tastaturen! Nicht so toll finden wir allerdings den horrenden Straßenpreis (!) von rund 210 Euro. Laser in den Switches sind ja schön und gut, aber ist das den Aufpreis wert im Vergleich zu herkömmlichen Mechanikschaltern? Wir persönlich denken nicht. Unabhängig davon ist die Razer Huntsman Elite aber durch und durch ein wahres Gaming-Tastatur-Flaggschiff.

Die Razer Huntsman Elite erhält den PC-WELT-Award "Innovative Technik".
Vergrößern Die Razer Huntsman Elite erhält den PC-WELT-Award "Innovative Technik".

Pro:

+ innovative, optomechanische Schalter, die flott und stabil auslösen

+ umfangreiche RGB-Beleuchtung

+ dedizierte Multimediasteuerung

+ tadellose Verarbeitung

Contra:

- Switches für unseren Geschmack zu laut

- sehr teuer

Razer Huntsman Elite mit optomechanischen Schaltern

Das Besondere an der Razer Huntsman Elite sind die neuen Razer-Switches: Sie lösen mithilfe einer Lichtschranke aus, die durch das Drücken der Taste auf einen Empfänger trifft und somit den Tastendruck an das System weiterleitet. Das soll laut Razer deutlich schnelle Reaktionszeiten als bei herkömmlichen Mechanik-Schaltern ermöglichen. Zudem sollen sie deutlich weniger verschleißen, da kein physikalischer Kontakt stattfindet.

Die selbstentwickelten optomechanischen Schalter können uns vollends überzeugen.
Vergrößern Die selbstentwickelten optomechanischen Schalter können uns vollends überzeugen.
© Razer

Begleitet wird das Auslösen der Tasten mit einem hörbaren Klicken, das viele Gamer von mechanischen Tastaturen gewohnt sind. Die Schaltcharakteristik selbst ist taktil. Das bedeutet, dass der Nutzer einen kleinen Widerstand überwinden muss, bevor der Tastendruck endgültig ausgelöst wird. Die Auslösekraft der Razer Huntsman Elite beläuft sich hierfür auf recht geringe 45 Gramm und der Schaltweg beträgt nur 1,5 Millimeter. In Kombination mit der optomechanischen Verarbeitung sind somit tatsächlich sehr schnelle Eingaben möglich.

PC-Spieler wissen: Ohne anständige Tastatur könnt Ihr im Online-Match einpacken, denn was bringt der härteste Skill, wenn ihr eine Taste drückt und der Befehl erst beim System ankommt, wenn Euch der Gegner bereits in Stücke geballert hat? Und wenn der dann noch mit Makro-Tasten ankommt und Euch Tastenfolgen um die Ohren haut, für die Ihr Euch einen Knoten in die Finger tippt, dann ist klar: Es wird Zeit für eine neue Tastatur. Fritz hat für Euch die besten aktuellen Modelle getestet und sagt Euch, wo Ihr am meisten Leistung für Euer Geld bekommt und von welchen Tastaturen Ihr lieber die Finger lassen solltet.

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Im Prinzip lässt sich die Charakteristik mit den hauseigenen Razer-Green-Switches vergleichen. Während unserer Tests hatten wir keine Fehleingaben oder „verschluckte“ Tastenbefehle, auch die Reaktionszeit war stets vorbildlich. Nur das Klicken ist ziemlich laut, lauter noch als bei den MX-Blue-Schaltern von Cherry. Außerdem hört sich das Klicken deutlich spitzer, sprich höher an. Hier kommt es jedoch auf den persönlichen Geschmack an.

Die besten Gaming-Tastaturen im Test

Zum Vergleich: Die mechanischen Schalter von Cherry des Typs MX Speed Silver lösen bereits nach 1,2 Millimetern, 45 Gramm und auch noch linear, also ohne hör- oder spürbares Klicken, aus. Auf ein optisches Auslösen müssen die Speed-Switches allerdings verzichten.

Die optomechanischen Switches von Razer geben ein deutlich hörbares, taktiles Feedback wieder.
Vergrößern Die optomechanischen Switches von Razer geben ein deutlich hörbares, taktiles Feedback wieder.
© Razer

Insgesamt fühlt es sich an, als würde man regelrecht über die Tasten fliegen, und Anfangs dürften viele Anwender sich deshalb noch vertippen. Aber eins sind die optomechanischen Schalter auf jeden Fall: verdammt schnell!

Keine schwammigen Tasten mehr

Bei den optomechanischen Schaltern nimmt sich Razer eines weiteren Problems an, das bei mechanischen Tastaturen weit verbreitet ist: Je nach Tastenkappenaufnahme des Schalters fühlen sich viele Tasten schwammig an. Oft verändert sich dadurch auch die eigentliche Auslösekraft, wenn die Taste nicht exakt mittig getroffen wird. Um dem entgegenzuwirken, integriert der Hersteller eine Tastenstabilisator-Leiste aus Metall, um zu gewährleisten, dass die angegebene Auslösekraft von 45 Gramm eingehalten wird, selbst wenn der Nutzer die Taste nur am Rand trifft. Tatsächlich lösen alle Tasten dank dieser Stabilisierung deutlich weniger wacklig und mit dem stets gleichen Kraftaufwand aus, selbst wenn wir die Tasten nur an einer Ecke betätigen. Razers Konzept geht hier also komplett auf – sehr schön!

Neues, hochwertiges Design

Das Auftreten der Razer Huntsman Elite unterscheidet sich deutlich von der Blackwidow-Reihe und wirkt weniger bullig und damit auch um einiges schlichter. Bei der Tastaturoberplatte setzt der Hersteller auf mattiertes, schwarzes Aluminium, was für eine robuste und hochwertige Basis sorgt. Das USB-Anschlusskabel endet in zwei Steckern und ist für eine längere Haltbarkeit mit Stoff ummantelt (gesleevt).

Sogar die bequeme Handballenablage der Razer Huntsman Elite erhält eine Unterbodenbeleuchtung.
Vergrößern Sogar die bequeme Handballenablage der Razer Huntsman Elite erhält eine Unterbodenbeleuchtung.
© Razer

Umfassende RGB- und Unterbodenbeleuchtung

Und was darf bei Gaming-Tastaturen aus dem Jahr 2018 nicht fehlen? Richtig, die mittlerweile fast allgegenwärtige RGB-Beleuchtung, die sich auch bei Razer flexibel programmieren und auch in verschiedenen Leuchtmodi betreiben lässt. Doch nicht nur die Tasten selbst leuchten, sondern auch das Gehäuse der Tastatur. Um die komplette Huntsman Elite zieht sich eine RGB-Lichtleiste, die als Unterbodenbeleuchtung dient. Und wir müssen zugeben, dass das Ganze im Dunkeln richtig gut aussieht.

Alle nötigen Einstellungen können wir über die Razer-Synapse-Software vornehmen und entweder in der Cloud oder direkt auf der Tastatur speichern.
Vergrößern Alle nötigen Einstellungen können wir über die Razer-Synapse-Software vornehmen und entweder in der Cloud oder direkt auf der Tastatur speichern.

Doch damit nicht genug, denn die Handballenauflage selbst verfügt ebenfalls über eine komplett umlaufende Lichtleiste. Die Energie bezieht die Auflage aus goldenen Kontakten, Sie müssen also nicht immer erst ein Kabel abziehen, wenn Sie die Ablage entfernen möchten. Dank ziemlich starker Magneten positioniert sie sich übrigens fast wie von selbst und ist darüber hinaus auch noch mit einer angenehm weichen Polsterung mit Kunstlederüberzug ausgestattet. Das macht das Tippen wirklich sehr komfortabel.

Mechanische Tastaturen - Grundlagenwissen

Ausstattung: Drehregler, Makros und Hybrid-Speicher

Die Razer Huntsman Elite verfügt an der rechten oberen Ecke über separate Multimediatasten und über einen digitalen Drehregler, der über eine feine Rasterung und damit recht präzise Drehungen zulässt. Letzterer lässt sich in der Treiber-Software übrigens auch mit anderen Funktionen belegen, Sie sind also nicht auf die reine Lautstärkeregelung beschränkt.

Der Drehregler zur Lautstärkeregulierung lässt eine angenehm spürbare Rasterung zu.
Vergrößern Der Drehregler zur Lautstärkeregulierung lässt eine angenehm spürbare Rasterung zu.
© Razer

Auf extra Makrotasten müssen Sie jedoch verzichten, was aber nicht bedeutet, dass die Tastatur keine Makros beherrscht. Razer löst das über eine Doppelbelegung der Tasten. Apropos: Dank Razer Hypershift lässt sich durch das parallele Drücken einer einzigen Taste jeder anderen Taste ein zweiter Satz an Funktionen zuweisen, sogar ganze Tastenfolgen oder Shortcuts - Roccat Easyshift lässt grüßen. Und damit auch alle Tastenkombinationen zuverlässig und fehlerfrei beim System ankommen, beherrscht die Huntsman Elite auch Anti-Ghosting und ein 10-Key-Rollover.
Alle Einstellungen lassen sich entweder in der Razer-Cloud speichern, oder im Onboard-Speicher der Tastatur. Letztere Option erlaubt das Sichern von maximal fünf Profilen.

Technische Daten

Razer Huntsman Elite

Maße (H x B x L)

35 x 140 x 444 Millimeter

Gewicht

862 Gramm

Bauart

optomechanische Switches (Razer)

Anschluss

USB

Anschluss-Hub

Ja

Format

Standardlayout mit Nummernblock (113 Tasten)

Sondertasten

Dediziertes Lautstärkerad / separate Multimediasteuerung / via Doppelbelegung: Game-Mode-Taste

Beleuchtet

RGB

Extras

Dediziertes Lautstärkerad / separate Multimediasteuerung /via Doppelbelegung: Game-Mode-Taste / programmierbare Unterbodenbeleuchtung / kostenlose Software

Allgemeine Daten

Testkategorie

Peripherie

Hersteller

Razer

Internetadresse

https://www.razer.com

Preis (Hersteller)

209,99 Euro

Garantie

24 Monate

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