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Raumklangtechnik Dolby Atmos erklärt

29.03.2017 | 15:10 Uhr |

Dolby Atmos soll dank zusätzlicher Boxen einen noch realistischeren Raumklang ermöglichen. Im Tipp erfahren Sie, wie das funktioniert.

Nicht nur für audiophile Nutzer ist der Hersteller Dolby Laboratories ein Begriff. Denn mithilfe verschiedener Dolby-Tontechniken lässt sich Kino-Sound auch zu Hause genießen, sogar Smartphones unterstützen bestimmte Techniken für eine hochwertige, realistische Tonwiedergabe. Bereits 2012 hat der Hersteller die aktuelle Technik Dolby Atmos vorgestellt. Große Kinos nutzen diese Technik auch schon länger. Derzeit erhält Atmos eine wachsende Aufmerksamkeit bei Endkunden, weil diese Form der Klangwiedergabe immer stärker im Heimkino Einzug hält und auch Blu-rays verstärkt den Raumklang-Standard unterstützen. Was die Vorteile dieser Technik sind und ob Sie dafür neue Geräte benötigen, klärt dieser Tipp.

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Im Gegensatz zu herkömmlichen 5.1- oder 7.1-Lautsprechersystemen umfasst ein zertifiziertes Dolby-Atmos-Set auch noch Deckenlautsprecher, um beispielsweise Regen- oder Hubschraubergeräusche noch räumlicher und damit realistischer umsetzen zu können. Sie benötigen kein neues Boxenset, vielmehr jedoch zusätzliche Boxen, um Dolby Atmos vollständig genießen zu können. So machen Sie aus einem 5.1-System ein 5.1.2-Set - die letzte Ziffer steht für die beiden Deckenlautsprecher. Voraussetzung ist allerdings, dass der AV-Receiver die Technik beherrscht. Manche Hersteller rüsten dieses Feature sogar per Firmware-Update nach. Es lohnt sich deshalb, zuerst zu recherchieren, bevor Sie einen neuen Verstärker kaufen.

Eine weitere Besonderheit ist die Abwärtskompatibilität von Dolby Atmos. Sie erlaubt die Wiedergabe durch ein vorhandenes 5.1-System. Denn anders als die Vorgänger ist Atmos nicht auf Kanäle eingeschränkt, sondern nutzt sogenannte Klangobjekte. Früher mussten die Filmstudios den Ton auf die sechs bis acht Kanäle entsprechend abmischen: Explodiert beispielsweise in der linken Bildhälfte ein Auto, dann wurden bisher immer der linke vordere und der linke hintere Kanal angesprochen. Dolby Atmos ist freier bei der Kanalauswahl und kann flexibel zwischen 8 bis 32 Kanäle nutzen. Dank der Klangobjekte ist es den Filmemachern nun möglich, diese räumlich darzustellen, ohne sich dabei vorab auf bestimme Kanäle festlegen zu müssen. Somit spielt es im Prinzip keine Rolle, wie viele Boxen Sie tatsächlich im Heimkino stehen haben. Denn Atmos steuert einfach alle Lautsprecher an, die in der entsprechenden Richtung stehen.

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Neue AV-Receiver beherrschen den Standard bereits ab Werk, aktuelle Atmos-Lautsprechersysteme kommen dann mit zusätzlichen Boxen. Alternativ gibt es auch bereits Lösungen, bei denen Sie die fehlenden Decken-Boxen auf den Front- und auf die Rear-Speaker setzen - die Decke reflektiert dann die Schallwellen. Der neue Standard ist also nicht mit allzu heftigen Anschaffungskosten verbunden. Und der Ton wird noch ein Stück räumlicher, da sich die Audio-Ingenieure nicht mehr auf einzelne Kanäle beschränken müssen.

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