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Raubkopien: Was darf man und was nicht?

08.03.2018 | 10:12 Uhr |

Das Kopieren von Musik, Film und Text ist in mehr Fällen erlaubt, als viele glauben. Wir zeigen, wie Sie legal an eine Privatkopie Ihrer Lieblingstitel kommen und was verboten bleibt.

Grundsätzlich dürfen Sie von Ihren Medien Kopien für den privaten Gebrauch erstellen. Eingeschränkt wird dieses Recht aber dann, wenn die Medien mit einem Kopierschutz versehen sind. Verboten sind Kopien auch dann, wenn sie aus illegalen Quellen stammen. Das heißt: Die Quelle muss das Einverständnis der Rechteinhaber haben. Wenn Sie diese Punkte beachten, können Sie Medien für privat Zwecke kopieren.

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Musik

Gestreamte Musik gibt es heute in einer riesigen Auswahl für wenige Euro pro Monat. Besonders beliebt ist Spotify , aber auch Google Music und andere Dienste werden gerne genutzt. Und wenn Sie schon für das Abo beim Streamingdienst zahlen, dann dürfen Sie auch eine Privatkopie von den Liedern erstellen. Das erledigt die Software Recordify , die laut Hersteller eine Art analoge Kopie erzeugt und damit nicht den digitalen Kopierschutz von Spotify & Co. antastet. Technisch gesehen, installiert Recordify eine virtuelle Soundkarte, über die Ihre Musik dann läuft. Über diese Soundkarte kann Recordify dann Kopien der eigentlich kopiergeschützten Musik speichern. Trotz Analogkopie speichert Recordify jeden Song, den Sie auf Spotify hören, als MP3-Song auf Ihrer Festplatte. Neben Spotify, Google Music und Amazon Music kann sich Recordify auch mit dem Gerät „Standard-Mixer“ oder „Lautsprecher“ verbinden. Das ist die Sound-Ausgabe am PC. In diesem Fall zeichnet Recordify alles auf, was am Rechner an Tönen ausgeben wird. Da das dann auch Benachrichtigungstöne etwa für neue Mails sein können, ist diese Möglichkeit allerdings nur bedingt empfehlenswert.

Die Bedienung von Recordify ist einfach. Starten Sie zunächst das Windows-Programm von Spotify oder eines der anderen unterstützten Streamingdienste, melden Sie sich dort an, und rufen Sie die gewünschte Musik auf. Starten Sie nun Recordify und wählen Sie „mit Spotify verbinden“. Recordify beginnt umgehend damit, jeden laufenden Song aufzuzeichnen. Sie erkennen das daran, dass die Schaltfläche „Dieses Lied behalten“ rot ist. Ein Klick darauf lässt die Schaltfläche weiß werden und stoppt die Aufnahme an dieser Stelle. In welchen Ordner die MP3-Dateien gespeichert werden und mit welcher Bitrate, stellen Sie in Recordify unter „Einstellungen“ bei „Allgemein“ und „Konverter“ ein.

Recordify zeichnet jeden Song auf, den Sie auf Spotify, Google Music oder Amazon Music hören.
Vergrößern Recordify zeichnet jeden Song auf, den Sie auf Spotify, Google Music oder Amazon Music hören.

Youtube: Seit sich Youtube mit der Verwertungsgesellschaft Gema geeinigt hat, gibt es viele Musikstücke auch bei Youtube in sehr guter Qualität. Wer die Musik herunterladen möchte, muss allerdings auf Zusatztools zurückgreifen. Hier bieten sich sehr viele sogenannten Youtube-MP3-Downloader an. Sie laden nur die Musik und entfernen das überflüssige Videobild. Das größte Problem besteht bei diesem Vorgehen darin, ein Downloadtool zu erwischen, dass den eigenen PC nicht mit Adware verseucht. Empfehlenswert ist da etwa der Youtube Song Downloader . Er hilft bei der Suche nach Titeln oder Interpreten im Archiv von Youtube und lädt auf Wunsch auch ein komplettes Album herunter. Das Programm ist kostenlos, jedoch werden Sie nach der Installation aufgefordert, sich mit einer Mailadresse zu registrieren. Für 10 Euro bekommen Sie die Plusversion, die keine Werbung mehr für die Plusversion anzeigt.

Radio: Radiosendungen dürfen Sie aufzeichnen. Ein empfehlenswertes Tool für den Empfang von Internetradios am PC ist Tapin Radio . Es läuft ohne Installation und bietet Zugriff auf mehr als 10.000 Sender. Wahlweise geben Sie die URL des gewünschten Radiosenders ein oder wählen einen Sender aus den im Programm bereits enthaltenen Radiostationen aus.

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Film

Film-DVDs und Blu-rays sind fast immer mit einem Kopierschutz versehen und können deshalb nicht legal kopiert werden. Eine Hintertür gibt es allerdings auch hier. Analog zur Musik (siehe zuvor) lässt sich auch ein Film per Aufzeichnung von Bild und Ton beim Abspielen kopieren. Das geht zumindest bei Film-DVDs, wenn man sie mit dem VLC-Player wiedergibt und dabei die Streamingfunktion des VLC Players nutzt. Diese gibt den Film nicht auf den Monitor aus, sondern leitet die Ausgabe in eine Datei um. Klicken Sie dafür in VLC auf „Datei –› Medium öffnen“, und wählen Sie die DVD unter „Laufwerk“ aus. Nun müssen Sie unter „Kapitel“ das Kapitel des Filmes auswählen. Oft ist das „1“. Prüfen können Sie das per Klick auf „Wiedergabe“. Stimmt die Kapitelnummer, müssen Sie wieder „Medium öffnen“ wählen und von „Wiedergabe“ auf „Streaming“ wechseln. Im nächsten Fenster bestätigen Sie die Quelle per „Nächstes“, wählen dann bei „Neues Ziel –› Hinzufügen“ den Speicherort und geben den Namen des Films ein. Nach einem Klick auf „Nächstes“ wählen Sie den Code für die Aufnahme, etwa „Video – H.264 + MP3 (MP4)“ und starten dann die Kopie über „Nächstes“ und „Stream“.

Fernsehsendungen: Das Aufzeichnen von Fernsehsendungen ist legal, wenn der Film vom Sender unverschlüsselt gesendet wird. Freunde der öffentlich-rechtlichen Sender können ein Großteil des TV-Programms auch nachträglich legal aus den Mediatheken der Sendern downloaden. Hier hilft die Software Mediathekview . Die Software kann am PC übrigens auch als Aufzeichnungstool für Livestreams verwendet werden.
Online-Videorecorder: Wer für das Aufzeichen des Fernsehprogramms kein eigenes Gerät, also einen TV-Recorder oder den PC, einsetzen mag, kann auf TV-Onlinerecorder zurückgreifen. Save.tv (ab 7 Euro pro Monat) zeichnet das TV-Programm von vielen Sendern auf und bietet es dann zum Download an. Das geht auch bei www.otr.org . Die Dienste Waipu.tv (ab 5 Euro) und Zatoo Premium (10 Euro pro Monat) bieten ebenfalls einen Onlinerecorder. Diese Aufzeichnungen lassen sich dann als Stream ansehen. Hier sind allerdings etliche private Sender ausgeschlossen.

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Bücher

Das Kopieren geschützter E-Books ist auf legale Weise meist nicht möglich. Denn zum einen sind die meisten E-Books mit einem harten Kopierschutz versehen, den man nicht umgehen darf. Zum anderen haben Sie in der Regel ein E-Book gar nicht gekauft, sondern nur das Recht auf das Lesen des Textes bezahlt. Die Rechteinhaber argumentieren dann, dass es in diesen Fällen auch kein Recht auf eine Privatkopie geben kann.

E-Books ohne Kopierschutz verwalten viele Nutzer mit der Windows-Software Calibre . Für dieses Tool gibt es auch Plug-ins, die das Kopieren geschützter Bücher ermöglichen. Legal ist das nicht. Wichtig: Viele der gekauften E-Books enthalten einen sogenannten weichen Kopierschutz. Solche Bücher lassen sich technisch ganz einfach kopieren, beinhalten aber einen einmaligen Code. Sollte im Internet eine Kopie es E-Books auftauchen, kann der Verkäufer über diesen Code die Kopie des E-Books zum ursprünglichen Käufer zurückverfolgen.

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