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Raspberry Pi: Mehr Features durch Zusatzplatinen

18.04.2018 | 15:15 Uhr |

Dank Preis, Formfaktor und Energieeffizienz ist der Raspberry aus den Bereichen Homeserver, Hausautomation, Messtechnik nicht mehr wegzudenken. Erweiterungsplatinen machen noch mehr aus dem kleinen Rechner.

Am Erfolg des Raspberry Pi sind einige Faktoren beteiligt. Neben zügiger Produktpflege und stetiger Weiterentwicklung steht eine breite Softwareunterstützung mit einer Reihe von Distributionen, die die Hardware optimal ausnutzen. Hinzu kommt eine Palette von Hardwareerweiterungen, die auch von Einsteigern rasch montiert werden können. Die verschiedenen DACs (Digital to Analog Converter), die einfach auf die Platine aufgesetzt werden, sind die besten Beispiele dafür. Sie sorgen nicht nur für einen deutlich besseren Klang als die verbaute Audiokomponente. Es gibt sie inzwischen für wirklich jede Anschlusstechnik, selbst für das aus dem professionellen Umfeld bekanntem XLR-System. Der Elektronikhandel hält aber eine ganze Reihe weiterer interessanter Komponenten bereit.

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Raspberry ohne externe Stromquelle

Sie haben tolle Ideen für den Raspberry, gerade auch im Bereich Überwachung oder Außeneinsatz? Wenn nur nicht das Problem mit der externen Stromversorgung wäre? Klar, könnte man mit einem externen Akku hantieren. Das vergrößert aber das ganze Projekt und die externe Stromversorgung muss dann ebenfalls untergebracht werden. Das Unternehmen Pi Supply hat gleich zwei Erweiterungen im Angebot, die den Raspberry zeitweilig oder dauerhaft unabhängig von einem Netzteil machen.

POE Switch HAT: Für den Raspberry 3 gibt es mit dem POE Switch HAT eine Platine, welche die Stromversorgung per Power over Ethernet (POE) herstellt – also über das Ethernet-Kabel. Die Erweiterungsplatine für rund 40 Euro stellt natürlich die für die Stromversorgung verlorengegangene Netzwerkschnittstelle an anderer Stelle wieder zur Verfügung (siehe Abbildung oben, rechts). Weitere Infos unter www.pisupply.com/product/pi-poe-switch-hat-powerover-ethernet-for-raspberry-pi .

Pi Juice HAT: Mit etwa 60 Euro nicht ganz preiswert ist das Pi Juice HAT, das im Kern aus einem Akku besteht und den Raspberry für vier bis sechs Stunden unter Volllast von einer externen Stromquelle unabhängig macht. Ergänzt werden kann das Ganze dann optional noch mit Solarpaneelen, die dann die Batterie auch wieder aufladen können. Um damit smarte Projekte zu ermöglichen, bietet der Hersteller auch gleich passende Gehäuse an, um alle Bauteile platzsparend unterzubringen: www.pi-supply.com/product/pijuice-standard/ .

Smart Home: Hausautomation leicht(er) gemacht

Steckdosen per Fernbedienung: Die im Handel erhältlichen einfachen Kits zur Fernschaltung von Steckdosen aller Art sind preislich attraktiv, lassen aber eine Anbindung an den Raspberry vermissen. Diese Lücke füllt das Energenie Pimote Kit. Das Startpaket mit HAT-Platine und zwei schaltbaren Steckdosen kostet etwa 28 Euro ( www.pi-supply.com/product/energenie-pimote-control-starter-kit-2-sockets/ ). Beim Kauf online sollten Sie unbedingt darauf achten, die EU-Version zu erwischen, denn mit der originalen britischen Version wären noch zusätzliche Adapter erforderlich. Die Programmierung ist dank Python mit etwas Einarbeitung auch für Neulinge in der Entwicklung machbar. Hersteller Energenie hat sich in der Vergangenheit immer wieder als erste Anlaufstelle für Bastler erwiesen. Bis zu vier Steckdosen sind mittels Events oder zeitbasiert steuerbar.

Energenie bietet ein Starterpaket für die Hausautomatisierung an. Das Kit eignet sich beispielsweise perfekt für FHEM.
Vergrößern Energenie bietet ein Starterpaket für die Hausautomatisierung an. Das Kit eignet sich beispielsweise perfekt für FHEM.
© Energenie

Wer sich intensiver in das Thema Smart Home eingearbeitet hat, weiß, dass eine überschaubare Anzahl an Übertragungsstandards für die Kommunikation der Geräte sorgt. Einer dieser Standards ist Z-Wave. Dieser offene Standard wird von einer ganzen Reihe von Geräten verwendet. Das erleichtert die Ansteuerung der Geräte über Herstellergrenzen hinweg, etwa mit einer Software wie FHEM („Freundliche Hausautomatisierung und Energie-Messung“). Im Fachhandel werden komplette Starterkits angeboten, die meistens auch gleich einen Raspberry 3 samt Gehäuse enthalten. Wer einen älteren Raspberry besitzt, sollte kalkulieren, ob er mit einem solchen Bundle aus Platine und dem HAT von Z-Wave-Me nicht sogar etwas sparen kann. Einzeln kostet die aufsteckbare Erweiterung etwa 50 Euro ( http://razberry.z-wave.me/index.php?id=9 ).

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Pimoroni-Aufsätze für Musiker

Die Firma Pimoroni hat in der Szene der Raspberry-Bastler inzwischen einen Namen. Rund 16 Euro kostet das Piano HAT und macht genau das, was der Name vermuten lässt. Es stellt eine kleine Klaviatur zur Verfügung. Jede der Tasten kann individuell per Python programmiert werden. Natürlich ist es genauso möglich, die Erweiterung zu verwenden, um mittels Midi einen Software- oder Hardwaresynthesizer über den Raspberry anzusteuern ( https://shop.pimoroni.com/collections/raspberry-pi/products/piano-hat ).

Pimoroni Drum HAT für Musiker: Damit wird der Raspberry Pi zum Fingerschlagzeug.
Vergrößern Pimoroni Drum HAT für Musiker: Damit wird der Raspberry Pi zum Fingerschlagzeug.
© Pimoroni

In der gleichen Liga spielt das Pimoroni Drum Hat für etwa 14 Euro. Es bietet acht kapazitive Bereiche, um als kleines Schlagzeug verwendet zu werden. Das Drum Hat kann auch gemeinsam mit dem Piano HAT genutzt werden. Wie auch die Klaviaturversion sind die Drum Pads mittels Python individuell ansprechbar ( https://shop.pimoroni.com/collections/raspberry-pi/products/drum-hat ).

Capacitive Touch HAT mit Überraschungseffekt

Man kann über den praktischen Nutzen dieser Erweiterung geteilter Ansicht sein. Aber wer den Raspberry zum Beispiel im Bildungsbereich dazu nutzt, um Kindern Programmierung und physikalische Prinzipien nahezubringen, sollte die knapp 30 Euro für diese schnell installierte Erweiterung investieren. Dazu braucht es dann noch ein paar Kabel mit Bananensteckern oder Krokodilklemmen und schon kann das Board zum Beispiel mit Früchten oder anderen unterschiedlich leitenden Gegenständen verbunden werden. Diese werden zu kapazitiven Sensoren, die sich das Prinzip zunutze machen, dass sich der elektrische Widerstand durch Druck auf den Sensor verändert. Der Programmierspaß kann nach der Installation der vom Hersteller entwickelten Bibliothek beginnen ( www.adafruit.com/product/2340 ).

Das Board von Adafruit eignet sich gut, um im Bildungsbereich das Funktionsprinzip von Sensoren zu erklären.
Vergrößern Das Board von Adafruit eignet sich gut, um im Bildungsbereich das Funktionsprinzip von Sensoren zu erklären.
© Adafruit

Adafruit Display Papirus Zero

Von Adafruit stammen schicke E-Ink-Displays in verschiedenen Größen, die einfach auf die GPIO-Leiste aufgesteckt werden.

Für die größte Variante sind etwa 42 Euro zu bezahlen. Um das Display ansteuern zu können, stehen kostenfrei bei Github entsprechende Bibliotheken zur Verfügung. Die Displays machen überall dort eine gute Figur, wo es in erster Linie und auch bei schwierigen Lichtverhältnissen auf Lesbarkeit der Inhalte ankommt. Was der Minibildschirm wann darstellen soll, bleibt dem Programmierer überlassen. Ein Außeneinsatz für die kleine Erweiterung setzt wetterfeste Verpackung voraus ( www.adafruit.com/product/3335 ).

Solche Displays bietet Adafruit in verschiedenen Größen an.
Vergrößern Solche Displays bietet Adafruit in verschiedenen Größen an.
© Adafruit

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