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Bilanz Q4 2017: Apples Pleite verschiebt sich...

03.11.2017 | 14:41 Uhr | Peter Müller

Das Geschäftsjahr ist Ende September zu Ende gegangen, Apple hat die Bilanz dafür vorgelegt.

Gestern Abend hat Apple die finalen Zahlen zum abgeschlossenen Geschäftsjahr 2017 vorgelegt und sich den Fragen der Finanzjournalisten und der Investoren gestellt. Weniger überraschend hat Apple seine Ziele geschafft und im letzten Quartal einen Umsatz von rund 52,6 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet, der Netto-Gewinn belief sich auf 10,715 Milliarden US-Dollar, die beiden Zahlen übertreffen die Ergebnisse des Vorjahres deutlich: Im Q4 2016 hat Apple "nur" 46,85 Mrd. USD, also rund 5,75 Mrd. USD weniger umgesetzt, auch der Netto-Gewinn ist um 1,71 Mrd. USD geringer ausgefallen – im Q4 2016 hat Apple rund 9 Mrd. USD verdient .

Die Frage nach dem iPhone 8

Zum ersten Mal in diesem September hat Apple statt eines oder zwei iPhones (seit der Einführung des Plus-Modells 2014) gleich drei unterschiedliche Modelle vorgestellt – neben dem iPhone 8 (Plus) wurde den Nutzern auch ein iPhone X in Aussicht gestellt, das erst am 3.11. an den Verkaufsstart ging. So wurden zunehmend die Vermutungen laut, das iPhone 8 könnte unter dieser Verkaufsstrategie leiden , die Kunden würden lieber auf das iPhone X warten. Nun kann man definitiv sagen, dass sich die negativen Prophezeiungen nicht bewahrheitet haben: Rund 46,667 Mio. iPhones gingen in den Monaten Juli bis September 2017 über den Ladentisch, das waren rund 1,154 Mio. mehr als im vergleichbaren Zeitraum 2016. Nicht alle davon waren sicherlich iPhones 8: Apple hat eine aggressive Vertriebspolitik für das iPhone SE verfolgt. Hätte sich jedoch das neue Smartphone schlechter verkauft, als im vergleichbaren Zeitraum der Vorgänger iPhone 7, würde sich dies an den Stückzahlen im Quartal bemerkbar machen, dies ist jedoch nicht der Fall.

Mehr Macs als sonst

Bei dem iPhone-Hype in diesem Jahr könnte der Eindruck entstehen, Apple vernachlässige seine Ursprungs-Sparte – die Macs. Zwar wartet der Mac Mini auf eine Aktualisierung, der neu angekündigte Mac Pro kommt erst 2018, doch auch mit dem vorhandenen Portfolio hat Apple gute Geschäfte gemacht: Im vergangenen Quartal wurden 5,38 Mio. Macs verkauft. Das reicht nur noch knapp nicht für einen Allzeit-Hoch: Noch mehr Macs (5,71 Mio.) hat Apple nur im Q4 2015 verkauft, damals hat Apple das Macbook mit der neuartigen Schmetterlingstastatur vorgestellt und auf der WWDC 2015 die Haswell-Macbooks Pro gebracht.

Gartner hat übrigens noch vor rund drei Wochen vermutet , Apples Rechner verlieren ihre Marktanteile, die Marktforschungsfirma hat sich in Ihren Schätzungen stark geirrt: Demnach sollte Apple im vergangenen Quartal nur 4,613 Mio. Macs verkaufen, die Analysten haben sich um rund 772 000 Stück getäuscht. Laut Tim Cook und Luca Maestri kommen die starken Zahlen vor allem aus China: Die Macs haben im Land das stärkste Quartal in der Geschichte erlebt. Auch die Back-to-School-Aktion ist demnach sehr erfolgreich verlaufen, so verzeichnet die Mac-Sparte ein Rekordjahr nach absoluten Umsätzen.

Was macht das iPad?

Lange Zeit war die iPad-Sparte quasi ein Sorgenkind für Apple – die Verkaufszahlen und die Umsätze fielen mit jedem Quartal. Aktuell kann das Unternehmen mit den Verkaufszahlen zufrieden sein: Rund 10,326 Mio. Geräte wurden in den vergangenen drei Monaten (bis Oktober) verkauft. Im Vergleich zum Vorjahr waren das rund eine Million Geräte mehr, allerdings konnte Apple im Vorquartal, also vom April bis Juni knapp 11,42 Mio. iPads verkaufen. Die Tendenz wird sich wohl an dem ersten Quartal 2018 verfolgen können, das ist traditionell der stärkste iPad-Quartall überhaupt.

Und sonst?

Apple hat mittlerweile rund 268,9 Milliarden USD auf der hohen Kante, die Mehrheit davon – 94 Prozent – außerhalb der USA. Gleichzeitig macht Apple fleißig Schulden, vor allem in den USA und in Kanada, aktuell sind unterschiedliche Schuldpapiere von Apple im Wert von rund 104 Milliarden US-Dollar im Umlauf. Die jährlichen Ausgaben beziffert das Unternehmen mit rund 26 Mrd. US-Dollar. Sprich, hätte das Unternehmen plötzlich ab jetzt keine Gewinne mehr gemacht, würden seine Barreserven noch für rund sechs Jahre reichen. Dies ist natürlich nur eine sehr gewagte Milchmädchenrechnung, die Pleite von Apple ist aber nicht in Sicht...

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