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Project Wing: Autonome Drohnen fliegen Burritos nach Hause

17.10.2017 | 10:49 Uhr |

Alphabet, der Mutterkonzern von Google, erprobt die Lieferung von frisch zubereiteten Lebensmitteln und Medikamenten an Privathaushalte durch autonom fliegende Drohnen.

Alphabet (der Mutterkonzern von Google) weitet sein Drohnen-Experiment Project Wing immer weiter aus. In Australien bringen Alphabets Flugdrohnen frisch zubereitete Burritos und Medikamente zu abgelegenen Haushalten. Alphabet arbeitet dafür mit zwei australischen Unternehmen zusammen: Einer Restaurantkette für mexikanisches Essen und einem Medikamenten-Lieferdienst, also eine Art Online-Apotheke.

Alphabet hatte in Australien bereits die Zustellung von Paketen per Drohne erprobt. Die Zusendung von frisch zubereiteten Lebensmitteln sowie von Medikamenten ist allerdings neu. Die Zustellung von Burritos wiederum hatte Google 2016 auf einem überschaubaren Gelände der Universität von Virginia erstmals getestet . Mit den dort gemachten Erfahrungen wagt sich Alphabet nun in die Weiten des australischen Raums.

Alphabet hat sich deshalb Australien als Testland ausgesucht, weil dort die regulatorischen Vorgaben für den Flugbetrieb nicht sehr streng sind. Anders formuliert: Die australischen Aufsichtsbehörden sollen vergleichsweise lax bei den Vorschriften sein.

Die Testflüge finden außerhalb von Ballungsgebieten statt, also über ländlichem Raum. Die versorgten Zielpersonen sind Farmer, Hochschullehrer, Reiter und Künstler. Diese bestellen mit Hilfe der Project-Wing-App vom Smartphone aus ihre Waren.

Alphabet will durch den Freilandtest erfahren, wie gut seine Drohnen mit Hindernissen zurechtkommen und diesen automatisch ausweichen können. Denn die Drohnen sind natürlich mit Sensoren und Kameras ausgestattet um Hindernisse erkennen zu können. Die Entscheidung darüber, wie einem plötzlich unterwegs auftauchenden Hindernis am besten ausgewichen werden kann, muss die Drohne aber ruck,zuck und selbstständig treffen. Diese Fertigkeit will Alphabet mit den Testflügen erproben und damit die Technologie weiter entwickeln.

Die Drohne kurz vor Übergabe der bestellten Waren.
Vergrößern Die Drohne kurz vor Übergabe der bestellten Waren.
© Google

Die Drohnen müssen zudem den Empfänger zuverlässig identifizieren können. Ebenso wichtig ist aber, dass die Absender die bestellten Waren rasch und komplikationsfrei absenden können.

Ein Mitarbeiter der Food-Kette gibt eine Sendung auf.
Vergrößern Ein Mitarbeiter der Food-Kette gibt eine Sendung auf.
© Google

Die mit Propellern angetriebenen Flugdrohnen folgen laut Google selbstständig einer einprogrammierten Route, sobald man sie per Druckknopf startet. Sie fliegen in einer Höhe von 40 bis 60 Meter über dem Boden. Die Drohnen seilen die Waren zum Empfänger ab und bleiben dabei in sicherer Höhe. Um zu vermeiden, dass sich der Empfänger an den Rotoren der Flugdrohnen verletzt.

Das Endziel ist, dass Lieferanten unterschiedlichster Waren die Drohnen von Alphabet zur Zustellung ihrer Waren verwenden können. Klassische Paketlieferdienste wie DHL, die derzeit vom boomenden Online-Geschäft profitieren, würden damit überflüssig.
Möglicherweise will Alphabet aber nicht nur einen Drohnen-Lieferservice entwickeln, sondern sogar die grundlegende Software bereit stellen, die den Flugverkehr diverser Drohnen zentral steuern kann. Also sozusagen das Flugleitsystem für das komplette Drohnensystem.

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