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Project Gutenberg für deutsche Nutzer blockiert

19.03.2018 | 16:33 Uhr |

Aufgrund von Urheberrechtsstreitigkeiten ist das Buch-Angebot von Project Gutenberg für viele deutsche Nutzer gesperrt.

Bereits seit 28. Februar 2018 werden auf der Website von Project Gutenberg deutsche IPv4-Adressen blockiert. In dieser Woche kommen auch noch deutsche IPv6-Adressen hinzu. Nutzer können die Website zwar noch aufrufen, klicken sie jedoch auf eines der kostenlosen Bücher, werden sie auf eine 403-Fehlerseite weitergeleitet. Dabei handelt es sich nicht etwa um einen Programmierfehler, sondern um eine Sperre seitens der Project-Gutenberg-Betreiber.

Grund für die Blockade sind anhaltende Urheberrechtsstreitigkeiten wegen 18 Büchern zwischen Project Gutenberg und dem Verlag S. Fischer. Während die Bücher von Thomas und Heinrich Mann sowie von Alfred Döblin in den USA mittlerweile Gemeingut sind, ist das bis 70 Jahre nach dem Tod geltende Copyright in Deutschland noch nicht abgelaufen. Die strittigen Bücher der drei Autoren werden über Project Gutenberg kostenlos angeboten, obwohl sie vom Verlag S. Fischer hierzulande noch verkauft werden. Der Verlag hatte daraufhin Klage gegen Project Gutenberg eingereicht und den Rechtsstreit in erster Instanz vor dem Landgericht Frankfurt gewonnen. Als Reaktion hatte Project Gutenberg deutsche Nutzer nicht nur von den 18 Büchern, sondern von den kompletten Werken des Projekts ausgesperrt. Diese Aktion stuft sogar der Verlag S. Fischer als übertrieben ein. Project Gutenberg hat inzwischen Berufung gegen das Frankfurter Urteil eingelegt.

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