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Preiswerter Gaming-PC im Eigenbau - so geht's

27.10.2017 | 08:47 Uhr |

Aufrüsten leicht gemacht: Wir bauen einen preiswerten Gaming-PC zusammen und verraten, worauf es ankommt.

Weihnachtszeit ist Gaming-Zeit! Zum Ende des Jahres erscheinen heiß ersehnte Spiele-Hits wie beispielsweise Star Wars: Battlefront II . Aber auch bereits veröffentlichte Kracher wie der Mega-Hit Playerunknown's Battlegrounds , Destiny 2 oder das frisch polierte Battlefield 1: Die Server sind voll, die Spieler genießen in vollen Zügen den actionreichen Herbst. Um in den Genuss von packender Action zu kommen, ist bei dem einen oder anderen aber womöglich zunächst ein PC-Upgrade nötig. Wir erklären, wie Sie kostengünstig einen soliden Spiele-PC zusammenschrauben können und auf welche Komponente es dabei besonders ankommt. 

Preislich gibt es nach oben kaum Grenzen

Für einen leistungsstarken Computer können allerdings schnell Beträge weit jenseits der 1000 Euro fällig werden. Unter Umständen auch noch weit mehr. Allerdings: Wer etwa auf 4k-Auflösung mit 100 Bildern pro Sekunde oder die teuersten Peripheriegeräte verzichten kann, bekommt auch schon für einen überschaubaren Betrag einen durchaus guten Rechner. Darüber hinaus kann bei bereits solide ausgestatteten Gaming-Boliden auch ein Upgrade ausreichen, um aktuelle Titel wieder flüssig zu spielen. So ist beispielsweise oft die Grafikkarte der Flaschenhals bei aufwändigen 3D-Anwendungen, dicht gefolgt von der Rechenkraft des Prozessors.

Bei wem hingegen die Programme eine gefühlte Ewigkeit benötigen, um überhaupt erst zu starten, der sollte über eine Investition in eine flotte SSD-Festplatte nachdenken. Was Sie auch benötigen: Die folgende Zusammenstellung bietet Ihnen einen guten Leitfaden und ist dabei nur eine von vielen Option. Wenn Sie alle Komponente zusammen erwerben und selber einbauen, erhalten Sie einen leistungsstarken Spiele-Rechner für weit unter 1000 Euro. Der ist nicht nur kräftig und preisgünstig – er sieht auch noch richtig gut aus. Da man sie meistens ohnehin noch irgendwo herumliegen hat, verzichten wir im Folgenden auf Maus, Tastatur und Monitor. Und: In Zeiten von Steam, Origin und Co. verzichten wir zudem auf ein optisches Laufwerk, da die meisten Spiele ohnehin als digitaler Download auf die Festplatte kommen.

Ebenso Windows: Das Betriebssystem lässt sich mit Lizenz bequem über das Media Creation Tool herunterladen. Los geht’s zunächst mit dem wohl zentralsten Bestandteil eines Spiele-PCs: Dem Motherboard. An ihm müssen sich alle zusätzlichen Einzelteile ausrichten.

Die Mutter aller Steckplätze: Das Mainboard

Wie bei eigentlich allen Bauteilen eines Computers bietet der Markt auch bei dem Motherboard eine Vielzahl an Möglichkeiten. Für einen Spiele-PC in jedem Fall unausweichlich: Mindestens ein PCI-Express-Slot für eine leistungsstarke Grafikkarte und ein moderner Sockel für aktuelle Prozessoren.

Mainboard: ASRock 90-MXB3P0
Vergrößern Mainboard: ASRock 90-MXB3P0
© ASRock

Das Mainboard 90-MXB3P0 von Hersteller ASRock ist eine ideale Option. Es hat einen Slot für PCIe 3.0 x 16, fasst bis zu zwei DDR4-Riegel und ermöglicht so maximal 32 Gigabyte Arbeitsspeicher. Da es im Micro-ATX-Format daher kommt, passt es auch in schlanke Midi-Tower. Es besitzt einen AMD AM4- bzw. AM4+-Sockel und ist damit mit den modernen Ryzen-Prozessoren von AMD kompatibel, um den wir uns im nächsten Schritt kümmern. Alles in allem bietet es mit seinen knapp 70 Euro ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Hardware-Upgrade: Neue CPU oder neue Grafikkarte?

Eine gute CPU als schnelle Schaltzentrale

Wenn es um Performance geht, ist die CPU eine der wichtigsten Komponente eines Systems. In dieses System verbauen wir einen AMD Ryzen 5 1600 für rund 200 Euro. Dafür bekommen Sie eine AM4-CPU mit sechs Kernen und einer Taktrate von bis zu 3,6 Gigahertz. Und das zu einem wirklich fairen Preis.

Prozessor: AMD Ryzen 5 1600
Vergrößern Prozessor: AMD Ryzen 5 1600
© AMD

Praktisch: Der Prozessor hat einen freien Multiplikator und kann daher bei Bedarf auch übertaktet werden. Für aktuelle Spiele und für den Normalbetrieb reicht der Standardtakt von 3,2 GHz aber vollkommen aus. Dankenswerterweise liefert AMD den Prozessor mit einem durchaus brauchbaren Kühler aus – das spart rund 30 Euro für ein kühlendes Gebläse. Wer rund 40 Euro mehr bezahlen möchte, kann zum Modell Ryzen 5 1600X greifen. Damit haben Sie dann einen mit 400 Megahertz flotter getakteten Prozessor.

Arbeitsspeicher: Das Kurzzeitgedächtnis des Computers

Nichts geht ohne Arbeitsspeicher. Irgendwo müssen die vielen Informationen während des Betriebs ja zwischengelagert werden. Hier gibt es ebenfalls viele Möglichkeiten. Da wir für die Zukunft gerüstet sein wollen, setzen wir einen einzigen 8-Gigabyte-Riegel ein: Den Corsair CMK8GX4M1A2400C16 Vengeance . Der erledigt nicht nur seinen Job solide sondern sieht auch noch schnittig aus -– was besonders für Liebhaber von Gehäusen mit gläserner Seitenwand interessant ist.

Arbeitsspeicher: Corsair 8 Gigabyte
Vergrößern Arbeitsspeicher: Corsair 8 Gigabyte
© Corsair

Dazu ist der Corsair RAM-Baustein flach gebaut und hat einen Aluminium-Heatspreader für eine bessere Wärmeabfuhr. Wer künftig mehr Leistung benötigt, setzt in den zweiten Slot des Mainboards einfach einen weiteren 8-Gigabyte-Riegel ein.

Sparpotenzial bei der Festplatte

Kein Computer ohne Festplatte. Das Gehirn des Rechners speichert neben dem Betriebssystem alle Daten und Spieleinformationen. Damit Windows und alle anderen Programme möglichst flott starten, greifen wir zu einer SATA-Festplatte mit 7200 Umdrehungen pro Minute für nur rund 54 Euro.

Festplatte: Corsair 8 Gigabyte
Vergrößern Festplatte: Corsair 8 Gigabyte
© Corsair

Der Massenspeicher fasst 1 Terrabyte und bietet damit - zumindest für einen reinen Spiele-PC - genügend Platz. Viele Nutzer schwören auf eine digitale SSD-Festplatte. Allerdings sind diese auch deutlich teurer. Zum Vergleich: Samsungs EVO 850 mit gleichem Speicherumfang kostet rund 295 Euro.

Das Geld sparen wir an der Stelle und investieren es in für Gamer wichtigere Komponente. Allerdings: Die 7200 Umdrehungen pro Minute sollten es hier schon sein, um eine flotte Zugriffszeit zu gewährleisten. Wer einen Kompromiss eingehen möchte, kann zu seiner sogenannten SSHD-Festplatte greifen: Das ist ein Hybrid aus einer mechanischen Festplatte und einer modernen SSD. Ihr Vorteil: Sie sind langlebig wie herkömmliche Laufwerke - häufig genutzte Programme werden aber auf den internen Flash-Speicher ausgelagert und starten so etwas schneller. Seagates FireCuda mit 1 Terabyte Platz kostet etwa rund 68 Euro.

Auf den Schirm! Die richtige Grafikkarte

Eine leistungsstarke Grafikkarte ist ein wichtiger Bestandteil eines anständigen Gaming-PCs. Sie berechnet die Informationen, die schließlich über den HDMI-Ausgang auf dem Monitor dargestellt werden sollen. Eine Grafikkarte macht oft den teuersten Bestandteil eines Rechners aus - die Preise für eine Karte alleine liegen regelmäßig jenseits von 500 Euro.

Grafikkarte: Gigabyte GeForce GTX 1050 T1 G1 Gaming
Vergrößern Grafikkarte: Gigabyte GeForce GTX 1050 T1 G1 Gaming
© Gigabyte

Eine kräftige, moderne und gleichzeitig kosteneffiziente Grafikkarte ist die Geforce GTX 1050 Ti1 G1 Gaming von Hersteller Gigabyte für nur rund 182 Euro. Sie stellt selbst aktuelle Spiele wie Rise of the Tomb Raider mit maximalen Details und Direct X 11 mit 33 Bildern pro Sekunde dar (unter 25 Bildern pro Sekunde ruckeln Spiele merklich). Weniger anspruchsvolle Titel wie beispielsweise Counter-Strike: Global Offensive bewältigt die 1050 Ti G1 Gaming sogar mit rund 200 FPS – und das bei maximalen Einstellungen. Dafür benötigt sie unter voller Auslastung bei einer Auflösung von 1920x1080 Bildpunkten 153 Watt. Im Ruhebetrieb begnügt sie sich mit 45 Watt und die Lüfter bleiben auch bei schwerer Arbeit angenehm leise.

Hardware-Trends 2017: Grafikkarten im Vergleich

Ohne Saft keine Kraft – das Netzteil

Wer viel Leistung möchte, braucht auch ein entsprechend starkes Netzteil. Dabei ist es ausschlaggebend, dass sie zum einen kontinuierlich hohe Leistung liefern können und zum anderen keinen Lärm verursachen. Dabei kommt es auf die Verarbeitung und den verbauten Lüfter an. Darüber hinaus müssen natürlich alle wichtigen Kabel verbaut sein.

Netzteil: be quiet! BN258
Vergrößern Netzteil: be quiet! BN258
© be quiet

Das PC-Netzteil be quiet! BN258 mit 450 Watt für rund 46 Euro vereint all dies. Seine Power reicht vollkommen aus und es ist nahezu nicht hörbar. Praktisch: Die Kabel sind nicht zusätzlich ummantelt, so dass sie hervorragend hinter der Seitenwand des Gehäuses versteckt werden können. Luftstrom und der gut zirkulierende Luftstrom werden es Ihnen danken.

Alles hübsch verpackt: Der richtige Tower

All die neue Technik benötigt ein gescheites Gehäuse. Hierbei ist es wichtig, dass die neue Hardware-Behausung eine clevere Innenarchitektur hat: Nur wenn die Kabel anständig verstaut werden können und ausreichend viel Platz im Inneren ist, können die Lüfter des Gehäuses, der CPU und der Grafikkarte ganze Arbeit leisten.

Gehäuse: Sharkoon DG7000-G
Vergrößern Gehäuse: Sharkoon DG7000-G
© Sharkoon

Der Luftstrom sollte von vorne unten nach hinten oben verlaufen – so kann die Abwärme gut aus dem Gehäuse nach außen gelangen. Das ist wichtig, um ein stabiles und dauerhaft sicheres Gaming-Erlebnis zu genießen. Hübsch: Anbieter Sharkoon bietet seine Gehäuse auch in unterschiedlicher LED-Beleuchtung an. Diese Tower kosten rund 70 Euro und bieten neben den wichtigen Standards auch noch ein Seitenteil aus gehärtetem Glas an. Wer den Rechner ohnehin unter dem Schreibtisch verstaut und zudem auch mit etwas dünnerem Blech leben kann, hat noch mehr Sparpotenzial: Hersteller BitFenix bietet mit dem bfc-com-100-kkxs1-rp einen deutlich schlichteren Midi-Tower an. Der kostet nur rund 40 Euro, ist aber ebenfalls gut geeignet.

Fazit 

Alles in allem schlägt Ihr neuer Gaming-PC mit nur rund 712 Euro zu Buche! Wenn Sie eine kleinere Festplatte und das günstigere Gehäuse wählen, liegen Sie sogar noch einmal deutlich darunter. Klar, bei einem Rechner zu diesem günstigen Preis muss man auf High-End-Annehmlichkeiten wie Auflösungen um die 4k, 60-Hertz-Support und pfeilschnelle SSD-Datenträger verzichten. Dafür kann dieses Setup aber alle aktuellen Titel in Full-HD bei hohen Details problemlos wiedergeben. Und: Der PC ist auch zukunftstauglich, da beispielsweise ein Upgrade auf eine stärkere Grafikkarte bereits einen großen Unterschied bewirken kann. Grundlegend lässt sich die Performance auch durch mehr Arbeitsspeicher oder eben eine SSD-Festplatte erhöhen. All dies gibt es aber erst zum nächsten Weihnachtsfest – denn für dieses Jahr sind Sie mit diesem Setup bestens ausgerüstet.

Ordentlich Spieleleistung muss nicht teuer sein. Schon für unter 200 Euro gibt es Grafikkarten, mit denen man aktuelle Spiele flüssig in Full-HD zocken kann. Wer nach einem Blick in den Geldbeutel feststellt, dass Highend-Grafikkarten für ihn unerreichbar bleiben, ist bei diesem Video genau richtig. Wir stellen die besten Grafikkarten für Gamer bis maximal 200 Euro vor.

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www.pcwelt.de/1791265

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