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Predator: USA stellen Killerdrohne außer Dienst

12.03.2018 | 13:35 Uhr |

Die US-Luftwaffe hat die erste Generation ihrer Kampfdrohnen außer Dienst gestellt: Die Predator. Doch der Nachfolger Reaper ist längst im Kampf-Einsatz.

Die US-Luftwaffe hat die erste Generation ihrer Killer-/Kampf-Drohnen außer Dienst gestellt, wie der Wehrblog "Augengeradeaus" berichtet. Die Flugdrohne MQ-1 alias „Predator“ (englisch für Raubtier). Die US-Armee verabschiedete die Predator am 9. März 2018 in einer offiziellen Zeremonie auf der Creech Air Force Base im US-Bundesstaat Nevada, wie hier zu lesen ist. Auf dieser Luftwaffenbasis sind die Drohnen stationiert.

Die USA setzten de MQ-1 – damals noch als  RQ-1  bezeichnet - erstmals im Jugoslawienkonflikt ab 1995 ein. Dort aber offensichtlich nur zu Aufklärungszwecken. Im Afghanistankrieg ab 2001 jedoch setzt die US-Luftwaffe die MQ-1 regelmäßig für Kampfeinsätze im Rahmen der Operation Enduring Freedom ein. Aus der Aufklärungsdrohne wurde damit eine Kampfdrohne. Die USA rüsteten die Drohne dafür mit zwei AGM-114 Hellfire-Raketen aus.

Die Drohne führt ähnlich wie ein Kampfbomber Luftschläge gegen Bodenziele aus, nur dass der „Pilot“ der Predator eben nicht im Cockpit der Drohne sitzt, sondern viele tausend Kilometer entfernt in der Bodenstation in den USA. Die Predator trug nun nicht mehr nur Kameras, sondern eben Waffen.

Die USA benutzen Drohnen (Remotely Piloted Aircraft, RPAs) nicht nur in Afghanistan für Angriffe gegen Bodenziele, zum Beispiel griffen auch in Somalia, im Irak und in Libyen Kampfdrohnen Ziele am Boden an. Die Predator wurde so zum Symbol für den Drohnenkrieg. Seit 2014 fliegen oder flogen MQ-1 und deren Nachfolgemodell MQ-9 außerdem Einsätze gegen den islamischen Staat in Syrien und im Irak.

Natürlich endet mit der Außerdienststellung der Predator nicht der Einsatz von Kampfdrohnen durch die USA. Sondern der Nachfolger der Predator, nämlich die MQ-9 Reaper (englisch für Sensenmann), ist längst im Kampfeinsatz: seit 2006. Die MQ-9 ist deutlich leistungsstärker als die MQ-1: Sie fliegt schneller, kann höher steigen und mehr Waffen tragen. Neben den Kampfdrohnen Predator und Reaper setzen die USA mit der Global Hawk auch reine Überwachungsdrohnen ein. Die Global Hawk ist das Schwestermodell der Euro Hawk, der berüchtigten Skandal-Drohne der Bundeswehr.

Im Internet wird die Außerdienststellung der Predator zum Anlass genommen, um die langsamen Entscheidungswege bei der Bundeswehr zu kritisieren, Tenor: Während die USA die erste Generation ihrer kampffähigen Drohnen bereits ausgemustert haben, hat die Bundeswehr noch nicht einmal die erste Generation von Kampfdrohnen in Dienst gestellt.

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