2321265

Powerlimit bei Nvidia-Grafikkarten aufheben

17.01.2018 | 13:56 Uhr |

Mit einer relativ simplen Methode ist es möglich, Geforce-GTX-Grafikkarten von Nvidia über das vom Hersteller festgelegte Limit zu übertakten. Um sie anzuwenden, müssen Sie kein Übertakter-Profi sein. Allerdings sollten Sie schon mal eine Grafikkarte auseinandergebaut haben.

Seit den GPUs der Kepler-Generation (GTX-600-Serie) kann eine Nvidia-Grafikkarte mit der Übertaktungstechnik Nvidia Boost bei Bedarf ihre Taktrate und Versorgungsspannung vollautomatisch erhöhen. So arbeitet sie zum Beispiel bei anspruchsvollen Spielen höher als mit dem Standardtakt.

Die Grenze für die Übertaktung setzt das sogenannte Power Target: Es beschreibt im Wesentlichen die maximal erlaubte Leistungsaufnahme (TDP) der Grafikkarte. Überschreitet die GPU dieses Limit durch den Boost-Takt, reduziert sie die Taktrate, um wieder unter die Leistungsgrenze zu kommen. Seit der Nvidia GTX 780 berücksichtigt der Nvidia Boost auch die Temperatur. Doch meist scheitern nachhaltige Übertaktungsversuche am TDP-Limit. Mit Gratis-Tools der Grafikkartenanbieter, etwa EVGA Precision X oder MSI Afterburner , lässt sich das Power Target zwar minimal anheben – meist um bis zu 20 Prozent: Vielen Übertaktern ist das aber zu wenig, um die Leistungsfähigkeit der Grafikkarte voll auszureizen.

Hersteller-Tools wie MSI Afterburner erlauben in Grenzen ein Übertakten von Grafikkarten: Mit einem Hardware-Mod erzielen Sie noch bessere Ergebnisse.
Vergrößern Hersteller-Tools wie MSI Afterburner erlauben in Grenzen ein Übertakten von Grafikkarten: Mit einem Hardware-Mod erzielen Sie noch bessere Ergebnisse.

Mittels eines sogenannten „Power Target Mod“ ist es möglich, das Power Target weiter zu erhöhen, indem man die Grafikkarten-Hardware entsprechend umbaut. Den vorgestellten Mod hat Roman Hartung entwickelt, der unter seinem Alias „der8auer“ zu den besten deutschen Overclockern gehört. Die Mod-Anleitung ist grundsätzlich bei allen Geforce-Grafikkarten ab der Kepler-Generation einsetzbar.

Diese Methode beruht darauf, die auf der Grafikkarte integrierten Widerstände zu überbrücken. Da die Widerstände dabei natürlich nicht komplett entfernt werden können, ist das Power Target immer noch vorhanden – nur eben nicht mehr so stark, dass es das Übertakten zu sehr einschränken würde.

Damit Sie nun dieses Mod erfolgreich anwenden können, müssen Sie zunächst das Kühlsystem der Grafikkarte entfernen, also Lüfter, Gehäuse, Kühlkörper und Wärmeleitrohre. meist hängen all diese Teile zusammen und lassen sich leicht von der Platine lösen, nachdem Sie die entsprechenden Schrauben entfernt haben. Danach müssen Sie die sogenannten Shunt-Widerstände (auch Nebenschlusswiderstand genannt) auf der Platine Ihrer Grafikkarte ausfindig machen. Hierbei handelt es sich um niedrigohmige Widerstände, die elektrische Stromstärken messen.

Mit Flüssigmetall lassen sich Widerstände auf der Grafikkarte überbrücken und die Übertaktungslimits umgehen.
Vergrößern Mit Flüssigmetall lassen sich Widerstände auf der Grafikkarte überbrücken und die Übertaktungslimits umgehen.

Um diese Widerstände zu überbrücken, tragen Sie direkt auf die Komponenten etwas flüssiges Metall auf. Dafür eignet sich am besten Flüssigmetall-Wärmeleitpaste oder silberleitfähige Farbe. Idealerweise tragen Sie das Flüssigmetall mit einem feinen Gegenstand auf, wie zum Beispiel mit einem Wattestäbchen. Haben Sie eine Grafikkarte mit mehr als einem Widerstand, dann fällt der Widerstand stetig auf den nächsten. Deshalb müssen Sie dieses Vorgehen auf jedem Widerstand wiederholen. Grundsätzlich müssen Sie dabei recht sparsam mit der Menge an Flüssigmetall umgehen, schließlich geht es nur darum, den Widerstand zu überbrücken.

Unbedingt zu beachten ist auch, dass keinerlei Flüssigmetall auf die Platine selbst oder auf andere Komponenten tropft, da es im schlimmsten Fall zu einem Kurzschluss kommen kann. Wenn doch, sollten Sie das Flüssigmetall mit etwas Spezialbenzin restlos entfernen, bevor Sie die Grafikkarte wieder mit Strom versorgen. Auf diese Weise entfernen Sie im Übrigen auch wieder den Power Mod. Ihnen muss dabei allerdings klar sein, dass die Herstellergarantie verloren geht und dass es beim fehlerhaften Zusammenbau oder Auftragen der Flüssigkeit zum irreparablen Defekt der Grafikkarte kommen kann. Deshalb ist diese Art des Grafikkarten-Tunings nur für Anwender gedacht, die bereits Erfahrung mit Basteleien an Hardwarekomponenten haben.

Tipp: Wer der PC-CPU Beine macht, kann etwas mehr Leistung erwarten. Aber Vorsicht: Zu viel ist ungesund. Wir erklären, worauf es beim Overclocking ankommt und wie Sie ohne Überhitzung ein paar mehr Megahertz aus Ihrem Computer herauskitzeln können.

PC-WELT Marktplatz

0 Kommentare zu diesem Artikel
2321265